Nachhaltigkeit Universität Heidelberg: Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet
20. Mai 2026
Maßnahmen in den Bereichen Forschung, Lehre, Betrieb und Forschungsbetrieb sowie Transfer und Kommunikation beschlossen
Die Universität Heidelberg will ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit deutlich ausbauen: Dazu hat das Rektorat eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie für die Jahre 2026 bis 2031 beschlossen. Ziel ist es, bestehende Projekte und Angebote in Forschung, Lehre und Transfer zu stärken und darüber hinaus den Betrieb der Universität deutlich ressourcenschonender zu gestalten. Eine neu eingerichtete Geschäftsstelle Nachhaltigkeit, die am Heidelberg Center for the Environment (HCE) angesiedelt ist, wird die Umsetzung der Maßnahmen koordinieren. Entwickelt wurde die Strategie in einem breit angelegten partizipativen Prozess, an dem Studierende, Lehrende und Forscherinnen und Forscher sowie zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Verwaltung beteiligt waren.
„Universitäten sind Motoren für den gesellschaftlichen Wandel durch Forschung, Lehre und Transfer. Gerade bei so großen Herausforderungen wie der Klimakrise und dem Verlust der Artenvielfalt, aber auch globalen Ungleichheiten stehen sie besonders in der Verantwortung“, betont Irina Merz, Leiterin der neuen Geschäftsstelle Nachhaltigkeit. Die nun beschlossene Strategie definiert zentrale Handlungsfelder und soll dazu beitragen, Nachhaltigkeitsprinzipien in allen Bereichen der Universität zu integrieren. So sollen auch der Ressourcenverbrauch und der Treibhausgasausstoß im universitären Betrieb reduziert werden. „Wer Wandel ernst meint, muss ihn auch im eigenen Haus sichtbar machen“, betont Prof. Dr. Karin Schumacher, Prorektorin für Qualitätsentwicklung und Nachhaltigkeit.
Im Bereich Forschung stärkt die Ruperto Carola mit der Nachhaltigkeitsstrategie die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den ökologischen Auswirkungen des technologischen und gesellschaftlichen Wandels über Fachgrenzen hinweg. Dazu wurde das bislang als interdisziplinärer Forschungsinkubator angelegte HCE in eine Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung für interdisziplinäre Umweltforschung überführt. Seine Arbeit aufgenommen hat zudem das Exzellenzcluster „GreenRobust“, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Heidelberg gemeinsam mit Partnern in Hohenheim und Tübingen die Resilienz von Pflanzen im Kontext des Klimawandels untersuchen. Weitere Forschungsinitiativen widmen sich etwa der Klima-Aktionsforschung sowie Fragen der Bioökonomie und sozialen Ungleichheiten. Gleichzeitig wird die Forschung zu Klimagerechtigkeit und Gesundheit gestärkt.
In der Lehre sind neue Formate mit Fokus auf transformative Kompetenzen vorgesehen. Studierende sollen Fähigkeiten erwerben, die sie in die Lage versetzen, gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen aktiv zu bewältigen und mitzugestalten. Ziel ist es, diese Kompetenzen schrittweise in Curricula, Lehrentwicklung und den Studienalltag zu integrieren. Auch im Bereich Transfer und Kommunikation soll das Thema Nachhaltigkeit deutlich präsenter werden – etwa in Formaten wie dem Impact Day der Universität, in der Wissenschaftskommunikation und in kooperativen Projekten mit Stadtgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.
Für die Organisation sowie den Betrieb der Universität sieht die Nachhaltigkeitsstrategie Maßnahmen vor, um den Verbrauch von Ressourcen – vor allem von Energie – zu senken, da der Energieverbrauch in der Treibhausgasbilanz der Universität mit rund 75 Prozent aller Emissionen einen besonders hohen Anteil ausmacht. Geplant ist etwa, Funktionsflächen wie Labor- und Kühlräume in Absprache mit den Forscherinnen und Forschern effizienter zu nutzen. Zudem sollen der Einsatz von Lüftungsanlagen optimiert und veraltete Anlagen durch moderne Geräte ersetzt werden; ebenso ist der Austausch überholter Leuchtmittel durch energieeffiziente LED-Technik vorgesehen. Darüber hinaus soll die zentrale Beschaffung von Chemikalien und Verbrauchsmaterialien für die Labore ausgebaut werden, um Verpackungsmüll und Mehrfachbestellungen zu vermeiden.
Das Rektorat und die Geschäftsstelle Nachhaltigkeit verstehen die Strategie ausdrücklich als langfristigen Prozess, der von vielen Mitgliedern der Universität getragen und mitgestaltet wird. Sie soll regelmäßig überprüft, angepasst und weiterentwickelt werden. Umgesetzt wird sie von der Geschäftsstelle sowie Teilprojektleiterinnen und -leitern, die die Bereiche Forschung, Lehre, Betrieb und Forschungsbetrieb sowie Transfer und Kommunikation betreuen werden. Ein Sustainability Board, besetzt mit internen und externen Expertinnen und Experten, begleitet als Beratungsgremium die Umsetzung und Weiterentwicklung.