DFG-Förderung Universität Heidelberg mit Förderantrag für Sonderforschungsbereich erfolgreich

15. Mai 2026

Für die Verlängerung eines SFB stellt die DFG Fördermittel in Höhe von rund 17,4 Millionen Euro zur Verfügung

Mit einem Antrag für die Verlängerung eines großen Forschungsverbunds ist die Universität Heidelberg in der jüngsten Bewilligungsrunde der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erfolgreich: Der an der Medizinischen Fakultät Heidelberg angesiedelte Sonderforschungsbereich „Molekulare Schaltkreise von Herzerkrankungen“ (SFB 1550) geht in eine zweite Förderperiode. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten steht die Frage, wie angeborene und erworbene Ursachen – etwa genetische Variationen, Umwelteinflüsse, Stress oder Lebensstil – zur Entstehung von Erkrankungen des Herzens führen. Sprecher ist auch in der zweiten Förderphase Prof. Dr. Johannes Backs, Direktor des Instituts für Experimentelle Kardiologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Die DFG fördert den SFB über vier Jahre mit insgesamt rund 17,4 Millionen Euro. 

Prof. Dr. Johannes Backs

Ziel der Arbeiten im SFB 1550 „Molekulare Schaltkreise von Herzerkrankungen“ ist es, das komplexe Zusammenspiel von Risikokonstellationen und auslösenden Faktoren für Erkrankungen des Herzens zu entschlüsseln. Die Forschung basiert dabei auf der Annahme, dass jeder Phänotyp einer Herzerkrankung durch spezifische molekulare Schaltkreise verursacht wird, die sich teilweise mit den Schaltkreisen anderer Erscheinungsformen überschneiden. Um diese Überschneidungen und Knotenpunkte der Krankheitsentstehung ausfindig zu machen, kombinieren die Wissenschaftler Daten aus experimentellen Modellsystemen sowie Patientendaten mit Erkenntnissen aus der systembiologischen Forschung. Multi-Omics-Ansätze sollen eine integrative Analyse der unterschiedlichen molekularen Ebenen ermöglichen. Auf diesem Weg finden die Forscherinnen und Forscher heraus, welche „Schalter“ als neue Zielstrukturen für maßgeschneiderte Therapien dienen können. In die Forschungsarbeiten sind neben Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät Heidelberg auch Expertinnen und Experten der Medizinischen Fakultät Mannheim und des neuen Helmholtz-Instituts für translationale AngioCardioScience (HI-TAC) an der Universität Heidelberg eingebunden. Beteiligt sind außerdem Forscherinnen und Forscher des European Molecular Biology Laboratory (EMBL), des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Universität Göttingen. 

Wissenschaftler der Universität Heidelberg sind darüber hinaus an zwei weiteren Sonderforschungsbereichen beteiligt, die nun verlängert wurden. Dazu gehört der an der Goethe-Universität Frankfurt angesiedelte SFB 1531 „Schadenskontrolle durch das Stroma-vaskuläre Kompartiment“, der in eine zweite Förderperiode startet. Forscherinnen und Forscher der Medizinischen Fakultät Heidelberg sind außerdem eingebunden in den SFB/TRR 237 „Nukleinsäure-Immunität“, der an der Ludwig-Maximilians-Universität München koordiniert wird und in eine dritte Förderperiode geht.