Auszeichnung Stefan Maul als „Hochschullehrer des Jahres“ ausgezeichnet

25. März 2026

Deutscher Hochschulverband würdigt Engagement des Heidelberger Assyriologen

Einer der führenden Köpfe auf seinem Gebiet: Der Assyriologe Prof. Dr. Stefan Maul, Altorientalist an der Universität Heidelberg, ist für die Erforschung und Sicherung des bedeutenden vorislamischen Kulturerbes im Irak als „Hochschullehrer des Jahres 2026“ ausgezeichnet worden. Mit dem Preis würdigt der Deutsche Hochschulverband (DHV) seinen außergewöhnlichen Einsatz für den Erhalt von Kulturgut in der antiken Stadt Ninive, der einstigen Hauptstadt des Assyrischen Reiches. Indem Stefan Maul die Leistungsfähigkeit sogenannter kleiner Fächer unterstreicht, habe er sich in herausragender Weise um das öffentliche Ansehen des Berufsstands der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer verdient gemacht, heißt es in der Würdigung des DHV. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.

Stefan Maul als „Hochschullehrer des Jahres“ ausgezeichnet

Stefan Maul erforscht mit seinem Team die Ruinen des antiken Ninive. Die Stadt liegt auf dem Gebiet der heutigen Großstadt Mosul im Irak. Truppen des sogenannten Islamischen Staates hatten dort 2014 eine große Moschee gesprengt. Dabei kamen die Ruinen eines riesigen assyrischen Königspalastes zum Vorschein, der im 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung errichtet worden war. Auf Bitten des irakischen Staates engagiert sich Prof. Maul gemeinsam mit seinem Heidelberger Kollegen Prof. Dr. Peter Miglus für die Rettung des zerstörten Kulturgutes. Seit 2018 führt ein Heidelberger Team von Assyriologen und Archäologen Ausgrabungen im alten Ninive durch und entwickelt gemeinsam mit irakischen Kollegen und Behörden Konzepte, wie das vorislamische Kulturerbe der Stadt Mosul gesichert, präsentiert und nachhaltig geschützt werden kann. Nach und nach werden Teile des ausgegrabenen Königspalastes restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

Der Heidelberger Wissenschaftler habe sich große Verdienste um die Wiederbelebung der durch Krieg und Terror darniederliegenden Altertumswissenschaften im Irak erworben, so DHV-Präsident Prof. Dr. Lambert T. Koch: „Dank Stefan Mauls Initiative werden inzwischen auch in Mosul irakische Studierende anhand von Originalen in der Keilschriftkunde auf höchstem wissenschaftlichem Niveau unterrichtet.“ Für den DHV ist das Wirken von Prof. Maul ein wegweisendes Engagement für die vermeintlich kleinen Fächer. Stefan Maul wurde 1995 auf eine Professur für Assyriologie an die Universität Heidelberg berufen. Seit April 2025 forscht er als Seniorprofessor am Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients der Ruperto Carola. 

Der Deutsche Hochschulverband ist die Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland. Mit der Auszeichnung „Hochschullehrer/-in des Jahres“ würdigt er seit 2007 außergewöhnliches Engagement, das in herausragender Weise das Ansehen des Berufsstandes in der Öffentlichkeit fördert. Der DHV hat den Preis am 23. März 2026 im Rahmen der „Gala der Deutschen Wissenschaft“ in Berlin verliehen.