MarionettenoperSpiel mit Stabfiguren: Neuer Heidelberger Totentanz

Pressemitteilung Nr. 116/2021
16. November 2021

Aufführung der Marionettenoper in der Heidelberger Jesuitenkirche

Der Totentanz oder Danse macabre beschäftigt die Fantasie der Menschen in Europa seit Jahrhunderten, insbesondere in Zeiten der Pest und anderer Seuchen. Anknüpfend an diese alte Tradition haben Mitglieder der Marionettenoper am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg nun einen in unsere Gegenwart versetzten Totentanz mit neu geschriebenem Text und modernen Protagonisten inszeniert. Das Spiel mit Stabfiguren wird am 21. November 2021 in der Heidelberger Jesuitenkirche aufgeführt. Beginn ist um 16.30 Uhr.

Ob als Bilderzyklen in Kirchen und auf Friedhöfen, in Buchpublikationen oder auch in der Musik: Zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert entstanden vielfältige Versionen des Danse macabre. Der deutschsprachige „Heidelberger Totentanz“, der um das Jahr 1488 gedruckt wurde, gehört zu den bedeutendsten seiner Gattung. Im Titel der Aufführung „Neuer Heidelberger Totentanz“ wird hierauf Bezug genommen, doch anstelle eines sogenannten Ständereigens treten nunmehr verschiedene typisierte zeitgenössischen Figuren auf – vom Präsidenten über die Schauspielerin bis zum geflüchteten Kind.

Für die Aufführung unter der Regie von Dr. Joachim Steinheuer vom Musikwissenschaftlichen Seminar haben die Mitglieder der Marionettenoper im Säulensaal insgesamt 18 große Stabfiguren hergestellt, die hinter einem schwarzen Paravent gespielt werden. 15 kurze Dialoge, geschrieben von Dr. Steinheuer, werden szenisch mit diesen Figuren umgesetzt. Musikalisch sind die Szenen verbunden durch Orgelimprovisationen von Kirchenmusikdirektor Markus Uhl.

Die Marionettenoper besteht seit mehr als zwei Jahrzehnten. Sie entstand 1998 für eine akademische Feier und war ursprünglich nur als einmaliges Projekt gedacht. Seitdem ist in jedem Jahr wenigstens eine neue Produktion entstanden. Studierende des Musikwissenschaftlichen Seminars bauen dafür Figuren sowie Bühnenaufbauten und passen die zur Aufführung ausgewählten Stücke an. Auch international war die Marionettenoper bereits zu zahlreichen auswärtigen Auftritten eingeladen.

Karten für die Aufführung „Neuer Heidelberger Totentanz – Ein Spiel für Stabfiguren“ sind für 12 Euro, ermäßigt für 6 Euro an allen Vorverkaufsstellen sowie im Internet über die Seite der Marionettenoper und ab 16 Uhr an der Abendkasse erhältlich. Die Veranstaltung am 21. November wird nach den aktuell gültigen Corona-Bedingungen durchgeführt: Für den Zutritt ist ein gültiger Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis notwendig und es gilt eine Maskenplicht.

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