heiCOMACSNeues Heidelberger Zentrum für Hochleistungsrechnen

22. Juli 2021

Start der Bauprojekte für das heiCOMACS und die Sanierung des Rechenzentrums

Mit dem heiCOMACS – dem Heidelberg Collaboratory for Mathematical and Computational Sciences – entsteht an der Universität Heidelberg ein neuer, hochmoderner Forschungsbau für sogenanntes Hardware-aware Computing, angesiedelt an der Schnittstelle von neuen Hardware-Technologien, mathematischer Methodenentwicklung, energieeffizientem Rechnen und Hochleistungsrechnen. Nachdem das baden-württembergische Ministerium für Finanzen die Baufreigabe erteilt hat, können die dafür nötigen Umbauarbeiten am Gebäude INF 294 auf dem Campus Im Neuenheimer Feld, in dem ehemals die Angewandte Mathematik untergebracht war, durchgeführt werden. Zeitgleich wird das in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Universitätsrechenzentrum (URZ) grundlegend saniert. Beide Einrichtungen streben künftig gemeinsame Forschungsaktivitäten und eine enge Verknüpfung an. Die Bauprojekte sollen 2023 abgeschlossen werden.

Forschungsbau heiCOMACS

„Mit der Errichtung des heiCOMACS setzt die Universität Heidelberg ein Zeichen für eine zukunftsweisende Infrastruktur, die gemeinsame Forschungsvorhaben über Fächer- und Institutsgrenzen hinweg ermöglicht und damit einen wesentlichen Beitrag zu einer weiteren interdisziplinären Vernetzung leistet“, erklärt Prof. Dr. Bernhard Eitel, Rektor der Universität Heidelberg.

Auf einer Nutzfläche von rund 2.200 Quadratmetern entsteht mit dem heiCOMACS ein hochmoderner Forschungsbau für Hardware-aware Computing in datenintensiven Disziplinen wie den Lebenswissenschaften, der Chemie und Physik oder den digitalen Geisteswissenschaften. Zur Ausstattung werden Serverräume, Elektronik- und Grafiklabore sowie ein Visualisierungslabor gehören. Geplant sind außerdem Räumlichkeiten für die datenbasierte Simulation sowie elektrotechnische Laborflächen für die Entwicklung und Optimierung von spezieller Hardware. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 16 Millionen Euro. Die Universität Heidelberg trägt davon zwei Millionen Euro. Die Klaus Tschira Stiftung unterstützt den Forschungsbau maßgeblich.

Dank eines innovativen Wärme- und Kältemanagements kann das heiCOMACS künftig besonders energieeffizient und klimafreundlich betrieben werden. Es wird mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet und profitiert von der umweltfreundlichen Energieversorgung auf dem Campus Im Neuenheimer Feld, die auf dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung basiert. Dabei wird unter anderem die Abwärme der auf dem Gelände des Heizkraftwerkes betriebenen Gasturbine in Kombination mit zwei Absorptionskältemaschinen genutzt, um den Campus mit lokal erzeugter Nahwärme und -kälte zu beliefern. Ein zusätzlicher Kältespeicher stellt sicher, dass der Kältebedarf campusweit auch zu Spitzenzeiten gedeckt werden kann.

Mit der zeitgleich durchgeführten Generalsanierung des Rechenzentrums der Universität Heidelberg wird das Gebäude INF 293 barrierefrei umgestaltet und eine Schadstoff- und Brandschutzsanierung durchgeführt. Wie das heiCOMACS wird das URZ im Rahmen der Modernisierung an das umweltfreundliche Kälte- und Wärmeversorgungsnetz auf dem Campus Im Neuenheimer Feld angeschlossen. „Dies ermöglicht künftig einen besonders ressourcenschonenden Betrieb. Mit der Umweltzertifizierung, die dem Universitätsrechenzentrum im Rahmen der energetischen Instandsetzung verliehen werden soll, positionieren wir uns klar für eine nachhaltige und klimafreundliche Infrastruktur. Auch die innovativen Aktivitäten des heiCOMACS werden insbesondere im Bereich des energieeffizienten Rechnens maßgeblich sein“, erklärt der Geschäftsführende Direktor, Prof. Dr. Vincent Heuveline. Das Land Baden-Württemberg stellt für die Generalsanierung des Rechenzentrums 15 Millionen Euro zur Verfügung.