Förderung Neue Forschungsgruppe in der biomedizinischen Grundlagenforschung

25. Juli 2025

Deutsche Forschungsgemeinschaft stellt Fördermittel in Höhe von rund fünf Millionen Euro zur Verfügung

Mit einem Förderantrag für eine neue DFG-Forschungsgruppe in der biomedizinischen Grundlagenforschung ist die Universität Heidelberg in der jüngsten Bewilligungsrunde der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erfolgreich. In dem Forschungsverbund untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die grundlegenden Prinzipien, die es Organismen ermöglichen, sich an Veränderungen der Umwelt anzupassen. Koordinator der Forschungsgruppe „DynOrg“, an der acht weitere universitäre Standorte beteiligt sind, ist Prof. Dr. Simon Wiegert von der Medizinischen Fakultät Mannheim. Die DFG fördert die Arbeiten mit fünf Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren.

Porträt Simon Wiegert

Veränderungen in der Umwelt wie die Bedrohung durch Raubtiere oder Hitze erfordern eine ständige Anpassung. Diese Anpassungen des physiologischen Zustands und des Verhaltens erfolgen in der Regel durch ein komplexes Zusammenspiel zwischen dem autonomen und dem zentralen Nervensystem. Bei einer Bedrohungssituation führt dies beispielsweise zu erhöhter Herzleistung und größerer Wachsamkeit. Diese adaptiven Prozesse werden durch wenige Botenstoffe, sogenannte Transmitter, vermittelt. Sie wirken auf eine große Anzahl verschiedener G-Protein-gekoppelter Rezeptoren (GPCRs), die eine zentrale Rolle in der zellulären Signalübertragung spielen. GPCRs können extrazelluläre Informationen in intrazelluläre Signalwege umsetzen und somit viele zelluläre Prozesse regulieren. Sie stehen im Mittelpunkt der Forschungsgruppe „Dynamische Integration von GPCR-Signalwegen zur Steuerung von Organfunktion und Tierverhalten“ (DynOrg).

„Obwohl die Wirkungen der meisten Transmitter und die allgemeine Funktion spezifischer Signalkaskaden bekannt sind, haben wir nur ein begrenztes Verständnis davon, wie die GPCR-Signalübertragung unsere Organe und letztlich unser Verhalten steuert“, erläutert Simon Wiegert, Leiter der Abteilung Neurophysiologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim. „Unser Ziel ist es daher, die grundlegenden Prinzipien der GPCR-Signalübertragung in verschiedenen Tiermodellen zu erforschen, um prinzipielle Muster der Steuerung von Anpassungsprozessen zu verstehen.“ Wie der Wissenschaftler betont, soll die Forschung mit einem disziplinübergreifenden Ansatz neue Erkenntnisse zu grundlegenden biologischen Fragen ermöglichen, so zur Organfunktion und zu Krankheitspathologien. 

Der neue Forschungsverbund bringt Expertinnen und Experten der Optogenetik, der GPCR-Forschung, der Physiologie und der Pathophysiologie zusammen. Das Konsortium für die DFG-geförderte Forschungsgruppe wurde von Prof. Wiegert gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Tobias Brügmann von der Universitätsmedizin Göttingen aufgebaut. Simon Wiegert ist Mitglied des Mannheim Center for Translational Neuroscience (MCTN), das eine Plattform bietet für Grundlagenforscherinnen und Grundlagenforscher sowie translational und klinisch arbeitende Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftler. Er ist zudem Experte auf dem Gebiet der Optogenetik – einer Technologie, mit der sich die Aktivität von Nervenzellen durch Lichtpulse gezielt beeinflussen lässt. Für seine Forschung hat Prof. Wiegert unter anderem bereits einen Starting Grant sowie einen Proof of Concept Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) eingeworben. 

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