Nachhaltigkeit „My Green Lab“: Erfolgreiche Zertifizierung für natur- und lebenswissenschaftliche Labore
21. Juli 2025
23 Einrichtungen an der Universität Heidelberg haben Evaluationsprozess auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit erfolgreich durchlaufen
23 Labore der Universität Heidelberg haben erfolgreich an dem internationalen Zertifizierungsprogramm „My Green Lab“ teilgenommen. Im Rahmen dieses Evaluationsprozesses unternahmen sie umfangreiche Anstrengungen, um ihren Energie-, Ressourcen- und Wasserverbrauch langfristig und nachhaltig zu reduzieren. 13 der überwiegend aus den Lebenswissenschaften stammenden Einrichtungen sind dabei sogar mit dem bestmöglichen Status Grün ausgezeichnet worden. Ab sofort können sich weitere Labore für das Programm anmelden.

„Durch die Teilnahme an ‚My Green Lab‘ ist das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln im Laborbetrieb deutlich geschärft worden“, so Prof. Dr. Suat Özbek. Der Biochemiker hatte den Zertifizierungsprozess für das Labor der Arbeitsgruppe „Evolutionary Neurobiology“ am Centre for Organismal Studies (COS) initiiert und angeleitet. „Wir haben zahlreiche Veränderungen umgesetzt – angefangen bei der Formulierung konkreter Nachhaltigkeitsziele über den Austausch ineffizienter Geräte bis dahin, dass wir in vielen Laboren des COS Nachhaltigkeitsbeauftragte ernannt und einen gemeinsamen Recycling-Point für Büro- und Labormaterialien eingerichtet haben.“ Darüber hinaus seien Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in die Sicherheitsbelehrungen integriert worden, die alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halbjährlich durchlaufen.
Auch Dr. Melanie Krebs aus dem Labor der Arbeitsgruppe „Cell Biology“ am COS bewertet die Effekte der Zertifizierung als äußerst positiv: „Nachhaltigkeit war bisher vor allem ein Anliegen von ohnehin bereits Interessierten. Der Zertifizierungsprozess hat das Thema in die Breite getragen.“ Die Effekte am COS sind spür- und sichtbar: In den Laboren hängen Plakate, die unter dem Motto „Green Your Lab“ Tipps zum nachhaltigen Handeln geben, Laborgefäße werden verstärkt recycelt anstatt entsorgt und elektrische Geräte sind mit Kippschaltern ausgestattet, um sie, wann immer möglich, vom Stromnetz abzukoppeln oder zu drosseln. „Es sind zwar nur einzelne, kleine Schritte“, so Melanie Krebs, „aber in ihrer Summe zeigen sie Wirkung.“
„Ein großer Mehrwert des Zertifizierungsprozesses besteht in dem Austausch und der Vernetzung, die unter den teilnehmenden Laboren zum Thema Nachhaltigkeit stattgefunden haben“, betont Prof. Dr. Karin Schumacher, Prorektorin für Qualitätsentwicklung und Nachhaltigkeit der Universität Heidelberg. Das Centre for Organismal Studies sei ein gutes Beispiel hierfür. „Gemeinsam konnten Herausforderungen identifiziert werden und es sind dauerhafte Synergien entstanden.“ Daher habe sich das Rektorat entschlossen, weitere Labore bei der Teilnahme an „My Green Lab“ zu unterstützen. Interessierte Arbeitsgruppen können sich per Mail bei Narasimha Sushil, Klimaschutzmanager im Dezernat Planung, Bau und Sicherheit der Universität Heidelberg, melden: narasimha.sushil@zuv.uni-heidelberg.de.

My Green Lab
Der Evaluationsprozess besteht aus fünf Schritten. In einem ersten Schritt bewerten Beraterinnen und Berater von „My Green Lab“ die Ausgangssituation der Labore und sprechen Empfehlungen aus, wie Verbesserungen für einen nachhaltigen Betrieb erreicht werden können. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben daraufhin sechs bis acht Monate Zeit, um die von „My Green Lab“ vorgeschlagenen Maßnahmen basierend auf den Rückmeldungen des jeweiligen Labors in den Ist-Zustand umzusetzen. Die Zertifizierung erfolgt je nach Einsparungen des Energie-, Ressourcen- und Wasserverbrauchs mit Bronze, Silber, Gold und Platin oder bei einer Erfolgsquote von 80 Prozent mit Grün. Diesen Status erreichten 13 der 23 Heidelberger natur- und lebenswissenschaftlichen Labore, die diesen Evaluationsprozess seit dem vergangenen Jahr durchlaufen haben. „My Green Lab“ ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in San Diego/Kalifornien (USA). Mit dem gleichnamigen Zertifizierungsprogramm verfolgt sie das Ziel, nachhaltige Standards im Forschungsbetrieb naturwissenschaftlicher Labore zu etablieren und ihre Umsetzung zu fördern.