VortragLesung: Der vergessene Holocaust

8. Januar 2019

Der niederländische Sinto Zoni Weisz stellt seine Autobiographie vor – Podiumsdiskussion zu Antiziganismus und Rassismus

Zu einer Lesung mit dem Holocaust-Überlebenden Zoni Weisz lädt die Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg in Kooperation mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma ein. Der niederländische Sinto wird am 16. Januar 2019 seine Autobiografie „Der vergessene Holocaust“ vorstellen. Im Anschluss daran findet eine Podiumsdiskussion zu Antiziganismus und Rassismus in der Gegenwart sowie zur drohenden Erosion von Menschen- und Minderheitenrechten in Europa statt. Die Veranstaltung in der Aula der Alten Universität beginnt um 18.15 Uhr.

Veranstaltungsplakat

Geboren 1937 in Den Haag überlebte Zoni Weisz als Einziger aus seiner Familie die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Während seine Eltern und seine drei Geschwister im Mai 1944 in das „Zigeunerlager“ Auschwitz-Birkenau deportiert wurden, gelang ihm mithilfe eines niederländischen Polizeibeamten die Flucht. Versteckt in Wäldern, bei Bauern und schließlich bei seinen Großeltern überstand er das Kriegsende. Nach 1945 wurde Zoni Weisz ein erfolgreicher Unternehmer. Als erster Repräsentant der Sinti und Roma hielt er am Holocaust-Gedenktag im Jahr 2011 eine Ansprache im Deutschen Bundestag.

Zum Auftakt der Veranstaltung wird der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Bernhard Eitel, ein Grußwort sprechen. An der Diskussion im Anschluss an die Lesung nehmen neben Zoni Weisz der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, sowie der Antisemitismus-Beauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Dr. Michael Blume, teil. Auf dem Podium sind außerdem Dr. Frank Reuter, wissenschaftlicher Geschäftsführer der Forschungsstelle Antiziganismus, sowie die Leiterin des Amts für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg, Dörthe Domzig, vertreten, die die Moderation übernehmen wird.

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