Veranstaltung Kurzvorträge und Diskussion: Evolutionäre Zellbiologie trifft Neurowissenschaft
Pressemitteilung Nr. 137/2025
2. Dezember 2025
In der Reihe „Bio(R)evolution – Neue Köpfe, neue Ideen, neue Horizonte“ sprechen Yasin Dagdas und Simon Wiegert
Evolutionäre Zellbiologie trifft Neurowissenschaft: In einer gemeinsamen Veranstaltung berichten Prof. Dr. Yasin Dagdas und Prof. Dr. Simon J. Wiegert über ihre aktuelle Forschung und laden die akademische Fachgemeinschaft ebenso wie ein interessiertes außeruniversitäres Publikum dazu ein, auch über mögliche gesellschaftliche Auswirkungen ihrer Arbeit zu diskutieren. Die beiden Kurzvorträge mit anschließender moderierter Podiumsdiskussion sind Teil der Reihe „Bio(R)evolution – Neue Köpfe, neue Ideen, neue Horizonte“. Die Fakultät für Biowissenschaften der Universität Heidelberg möchte damit ihren neuberufenen Professorinnen und Professoren eine Plattform bieten, sich mit ihren visionären Forschungsfragen vorzustellen, und zugleich die Relevanz der Grundlagenforschung an der Ruperto Carola für die Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen aufzeigen. Die englischsprachige Veranstaltung findet am 4. Dezember 2025 statt.

Prof. Dagdas forscht mit seinem Team am Centre for Organismal Studies (COS) zu den evolutionären Ursprüngen und den molekularen Grundlagen der selektiven Autophagie bei Pflanzen, einem zellulären Selbstreinigungsprozess. Durch den Abbau von beschädigten oder fehlgefalteten Proteinen trägt er dazu bei, das zelluläre Gleichgewicht zu erhalten und die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen zu erhöhen. In seinem Vortrag wird Prof. Dagdas erläutern, welche Signalwege auf molekularer Ebene an dieser Qualitätskontrolle der Zelle beteiligt sind. Vor seinem Wechsel nach Heidelberg war Yasin Dagdas als Forschungsgruppenleiter am Gregor Mendel Institut für Molekulare Pflanzenbiologie in Wien (Österreich) tätig und forschte in unterschiedlichen Positionen am Sainsbury Laboratory in Cambridge (Großbritannien). 2024 wurde er als Professor für Molekulare organismische Biologie an die Fakultät für Biowissenschaften der Ruperto Carola berufen.
Auf dem Gebiet der Neurowissenschaft geht Prof. Wiegert in seiner Forschung der Frage nach, wie neuronale Schaltkreise im Gehirn Informationen kodieren, speichern und anpassen. Um neue Erkenntnisse zur Plastizität und Konnektivität solcher synaptischen Verbindungen zu gewinnen, kombiniert er Ansätze der Optogenetik und der Elektrophysiologie mit photometrischen und bildgebenden Verfahren. Der Wissenschaftler arbeitet an innovativen optischen Instrumenten und Strategien, die zur Steuerung und Überwachung von neuronaler Aktivität eingesetzt werden können. Über ihre Bedeutung für das Verständnis von Lernen und Gedächtnisbildung, aber auch von Erkrankungen des Gehirns, wird er in seinem Vortrag berichten. Simon Wiegert forschte als unabhängiger Gruppenleiter am Zentrum für Molekulare Neurobiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, ehe er 2022 auf die Professur für Neurophysiologie an die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg berufen wurde. Er ist Co-Direktor des Mannheim Center for Translational Neuroscience.
Die Veranstaltung „Evolutionary Cell Biology meets Neuroscience“ in der Reihe „Bio(R)evolution – Neue Köpfe, neue Ideen, neue Horizonte“ umfasst die Vorträge von Prof. Dagdas und Prof. Wiegert, die jeweils 20 bis 25 Minuten dauern. Es folgt die moderierte Podiumsdiskussion, in der der gesellschaftliche Impact ihrer Forschung erörtert wird. Die öffentliche Veranstaltung am Donnerstag, 4. Dezember 2025, findet im Bertalanffy-Hörsaal des Centre for Organismal Studies, Im Neuenheimer Feld 230, statt; Beginn ist um 18.00 Uhr. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum informellen Austausch.