Veranstaltung Kurzvorträge und Diskussion: Engineering Life – Vom Genom zum Organ
Pressemitteilung Nr. 41/2026
11. Mai 2026
In der Reihe „Bio(R)evolution – Neue Köpfe, neue Ideen, neue Horizonte“ sprechen Rüdiger Rudolf und Daniel Schindler
Bioengineering trifft Synthetische Genomik: In einer gemeinsamen Veranstaltung berichten Prof. Dr. Rüdiger Rudolf und Prof. Dr. Daniel Schindler über ihre aktuelle Forschung und laden die akademische Fachgemeinschaft ebenso wie ein interessiertes außeruniversitäres Publikum dazu ein, auch über mögliche gesellschaftliche Auswirkungen ihrer Arbeit zu diskutieren. Die beiden Kurzvorträge mit anschließender moderierter Podiumsdiskussion sind Teil der Reihe „Bio(R)evolution – Neue Köpfe, neue Ideen, neue Horizonte“. Die Fakultät für Biowissenschaften der Universität Heidelberg möchte damit ihren neuberufenen oder kooptierten Professorinnen und Professoren eine Plattform bieten, sich mit ihren visionären Forschungsfragen vorzustellen, und zugleich die Relevanz der Grundlagenforschung an der Ruperto Carola für die Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen aufzeigen. Die englischsprachige Veranstaltung findet am 18. Mai 2026 statt.

Im Mittelpunkt der Forschung von Prof. Rudolf steht das Engineering und die Analyse komplexer Zell- und Gewebesysteme. Mit dem Ziel, zelluläre Signalwege, das Zusammenspiel von Nervensystem und Muskulatur sowie die Gewebeorganisation zu entschlüsseln, verwendet er moderne bildgebende Verfahren in Verbindung mit 3D-Zellkulturen und Organoidmodellen sowie Ansätzen der Biosensorik. Ziel seiner Arbeit ist es, die Lücke zwischen molekularen Prozessen und biologischer Funktion auf Ebene der Organe zu schließen. Warum dies für die biologische Forschung wichtig ist und darüber hinaus Innovationen in der biomedizinischen Forschung sowie in der Wirkstoffentwicklung ermöglichen kann, wird der Wissenschaftler in seinem Vortrag erläutern. Rüdiger Rudolf ist Professor für Biosensorik an der Technischen Hochschule Mannheim und seit 2024 als kooptiertes Mitglied an der Fakultät für Biowissenschaften der Universität Heidelberg tätig.
Prof. Schindler forscht mit seinem Team am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg an der Schnittstelle von Synthetischer Biologie und Genomik. Um biologische Systeme besser verstehen und die Erkenntnisse in neue biotechnologische Anwendungen übersetzen zu können, untersucht er an mikrobiellen Systemen, wie Genome entworfen, konstruiert und umprogrammiert werden können. Dazu kombiniert Prof. Schindler computergestützte Designprozesse mit modernen Verfahren der DNA-Assemblierung und automatisierten biotechnologischen Ansätzen. Über die Bedeutung von synthetischen Mikroorganismen als Standardwerkzeug in der Grundlagenforschung sowie in der industriellen Anwendung wird er in seinem Vortrag sprechen. Vor seinem Wechsel nach Heidelberg leitete Daniel Schindler die Core Facility MaxGENESYS Biofoundry am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg. 2025 wurde er als Professor für Mikrobiologie an die Fakultät für Biowissenschaften der Ruperto Carola berufen.
Die Veranstaltung „Engineering Life: From Genomes to Organs“ in der Reihe „Bio(R)evolution – Neue Köpfe, neue Ideen, neue Horizonte“ umfasst die Vorträge von Prof. Rudolf und Prof. Schindler, die jeweils 20 bis 25 Minuten dauern. Es folgt die moderierte Podiumsdiskussion, in der der gesellschaftliche Impact ihrer Forschung erörtert wird. Die öffentliche Veranstaltung am Montag, 18. Mai 2026, findet im Bertalanffy-Hörsaal des Centre for Organismal Studies, Im Neuenheimer Feld 230, statt; Beginn ist um 18.00 Uhr. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum informellen Austausch.