TagungInternationale Tagung zur Korruptionsforschung

Pressemitteilung Nr. 99/2019
17. September 2019

Im Mittelpunkt stehen Wirtschaftskriminalität und illegale Parteienfinanzierung

Mit Wirtschaftskriminalität im globalen Ausmaß sowie der illegalen Finanzierung von Parteien und Kampagnen beschäftigt sich eine internationale Tagung, zu der das Max-Weber-Institut für Soziologie der Universität Heidelberg vom 19. bis 21. September 2019 einlädt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen werden dabei unterschiedliche Formen der Kriminalität untersuchen und länderübergreifend vergleichen. Zu der Veranstaltung „Corporate Crime and Illegal Party Financing in a Comparative Perspective – The Role of Regulation and Self-Regulation“ werden rund 50 Teilnehmer aus Lateinamerika, Südasien und Südostasien sowie Deutschland und Frankreich erwartet.

„Die Skandale rund um Korruption, Geldwäsche und Betrug in Politik und Wirtschaft reißen nicht ab. Stattdessen haben sie weltweit ein Ausmaß angenommen, das schwer einzudämmen ist“, erläutert Prof. Dr. Markus Pohlmann vom Max-Weber-Institut für Soziologie, der die Veranstaltung auf dem Gebiet der Korruptionsforschung initiiert hat. In einem ersten Tagungsblock werden die Wissenschaftler Fälle von Wirtschaftskorruption in Deutschland, Brasilien sowie den USA analysieren und diskutieren, welche Auswirkungen diese auf die Gesetzgebung haben.

Plakat Tagung Korruption

Im Mittelpunkt des zweiten Teils der Veranstaltung stehen Systeme der illegalen Parteien- und Kampagnenfinanzierung. Auf der Grundlage von länderübergreifenden Vergleichen wollen die Teilnehmer insbesondere der Frage nachgehen, welche kulturellen und institutionellen Faktoren diese Form von Tricksereien und Korruption beeinflussen. „Anliegen ist es, mit den Ergebnissen der Tagung aus wissenschaftlicher Perspektive einen Beitrag zum Verständnis der organisationsbezogenen Kriminalität zu leisten. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Mechanismen von Regulation und Selbstregulation, da nicht nur formale Vorgaben, sondern auch informelle Normen und ungeschriebene Regeln von Bedeutung sind“, so Prof. Pohlmann.

Die Tagung ist Teil der Aktivitäten des Field of Focus „Selbstregulation und Regulation: Individuen und Gesellschaften“, eines von vier profilbildenden Forschungsfeldern an der Universität Heidelberg. Zu den Ausrichtern gehören neben der Soziologie das Institut für Politische Wissenschaft, das Institut für Kriminologie, das Südasien-Institut sowie das Institut für deutsches, europäisches und internationales Strafrecht und Strafprozessrecht der Ruperto Carola. Die Veranstaltung wird von der VolkswagenStiftung unterstützt.

Hinweis an die Redaktionen

Zur Teilnahme und Berichterstattung sind Vertreter der Medien herzlich eingeladen. Die Veranstaltung findet im Karl-Jaspers-Zentrum, Raum 212, Voßstraße 2, 69115 Heidelberg statt. Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten. 

ocs@mwi.uni-heidelberg.de