Universität „Ideale Räume für eine zeitgemäße Lehre“

17. April 2026

Neues Hörsaal- und Lernzentrum audiMAX auf dem Campus Im Neuenheimer Feld mit einer Festveranstaltung offiziell eröffnet

„Das audiMAX ist ein Bekenntnis zur Universität als Ort, an dem Menschen zusammenkommen, um gemeinsam zu lernen, miteinander zu denken und angetrieben durch Neugier und wissenschaftlichen Austausch nach neuer Erkenntnis zu streben“, betonte Prof. Dr. Frauke Melchior. Die Rektorin der Ruperto Carola konnte eine große Zahl von Gästen – unter ihnen vor allem Studierende – zur feierlichen Eröffnung des neuen Hörsaal- und Lernzentrums auf dem Campus Im Neuenheimer Feld begrüßen: Dort hat die Universität Heidelberg nun eine neue architektonische Mitte und einen zentralen Ort für Lehre, Lernen und Austausch erhalten. Der besondere Dank der Rektorin galt der Klaus Tschira Stiftung, die den fünfgeschossigen Gebäudekomplex als Bauherrin realisiert hat und dem Land Baden-Württemberg als Schenkung überlässt: „Sie investieren nicht nur in Infrastruktur, sondern in die Zukunft unserer Studierenden.“

„Als wir vor einigen Jahren mit der Planung gestartet sind, war es ein großartiges Vorhaben“, erinnerte sich Udo Tschira, Mitglied des Beirats der Klaus Tschira Stiftung. Als mit der Pandemie die Lehre in den digitalen Raum verlagert wurde, sei das Vorhaben „geradezu kühn“ geworden. „Wir haben es dennoch beherzt weiterverfolgt“, so Udo Tschira – in der Überzeugung, dass exzellente Lehre Veranstaltungen in Präsenz braucht. „Und weil wir sicher sind: Eine gute Lernarchitektur kann der Impuls sein, über sich hinauszudenken.“ Dass dies mit diesem audiMAX gelungen sei, betonten an diesem Abend alle Redner: „Dieser Raum ist gigantisch“, ergänzte die Geschäftsführerin der Stiftung, Lilian Knobel, mit Blick in das Auditorium maximum, den neuen großen Hörsaal. „Hier sieht man, wie modernes Lehren aussehen kann.“

Petra Olschowski, Wissenschaftsministerin des Landes, zeigte sich ebenfalls begeistert. Das Hörsaal- und Lernzentrum sei mit seinen „idealen Räumen für eine zeitgemäße Lehre“ nicht nur eine riesige Bereicherung für den Campus und die Universität. Es biete mit seiner offenen und einladenden Architektur zudem die Chance, Wissenschaft noch stärker in die Gesellschaft zu tragen. Der Dank der Ministerin galt ebenfalls der Klaus Tschira Stiftung, die das Projekt ermöglicht hat: „Wie glücklich kann ein Land sein, das solche Stiftungen hat.“

Mit herzlichen Dankesworten wandte sich Universitätsrektorin Frauke Melchior auch persönlich an die Vertreter der Familie Tschira, unter ihnen Gerda Tschira, Ehefrau des verstorbenen Stiftungsgründers Klaus Tschira und Ehrensenatorin der Universität Heidelberg. „Sie schaffen Räume, in denen sich junge Menschen entwickeln können. Räume, in denen Ideen entstehen, die weit über diesen Campus hinaus wirken werden“, so Prof. Melchior. „Ihr anhaltendes Engagement für diese Universität ist alles andere als selbstverständlich. Es ist Ausdruck eines tiefen Verständnisses für die Bedeutung von Bildung und Wissenschaft für unsere Gesellschaft.“

Wie die Rektorin weiter betonte, schafft das neue Hörsaal- und Lernzentrum ideale räumliche Bedingungen für die forschungsorientierten Lehre, „die uns so wichtig ist und die das Profil der Universität Heidelberg maßgeblich prägt“. Anliegen sei es, die Studierenden nicht nur „mit Wissen zu füttern“, sondern sie früh an wissenschaftliches Denken und an innovative Forschung heranzuführen. Dabei bleibe die Lehre in Präsenz unverzichtbar. Dies unterstrichen auch die fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer – darunter Studierende wie Lehrende – einer Gesprächsrunde zum Thema „audiMAX – Raum für Lehre und Lernen von morgen“, moderiert von Prof. Dr. Silke Hertel, Prorektorin für Studium und Lehre. Digitale Lehre kann das Studium ergänzen und verbessern, der direkte Austausch in Vorlesungen, in Seminaren oder auch in Kleingruppen ist jedoch nicht zu ersetzen. „Und dafür haben wir hier die perfekten Voraussetzungen“, so Prof. Hertel.

Das nach sechsjähriger Bauzeit fertiggestellte Hörsaal- und Lernzentrum audiMAX wird wichtige Funktionen für den Campus Im Neuenheimer Feld übernehmen, insbesondere für Studium und Lehre, Information, Kommunikation und wissenschaftlichen Austausch. Herzstück ist das Auditorium maximum – ein Hörsaal mit mehr als 900 Plätzen und damit der größte der Universität Heidelberg. Ergänzt wird er durch Seminar- und Schulungsräume sowie zwei naturwissenschaftliche Hörsäle. Der von allen Seiten zugängliche Gebäudekomplex mit einer Nutzfläche von rund 8.700 Quadratmetern zeichnet sich durch seine offene Gebäudestruktur aus und ist im Außenbereich über großzügige „Lerntreppen“ mit Sitzstufen an den Campus angebunden, die bereits ausgiebig genutzt werden.

Neben der zentralen Campusbibliothek mit rund 440 Lese- und Arbeitsplätzen bieten großzügige Lern- und Aufenthaltsflächen Raum für Selbststudium, gemeinschaftliches Lernen, Treffen und Kommunikation. Das Foyer ist für unterschiedliche Veranstaltungsformate konzipiert und dient zudem als Schaufenster für die universitären Sammlungen und Museen. Nach dem Mathematikon – Sitz der Fakultät für Mathematik und Informatik, der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und des Interdisziplinären Zentrums für Wissenschaftliches Rechnen – ist das audiMAX der zweite große universitäre Neubau, den die Klaus Tschira Stiftung dem Land Baden-Württemberg in Heidelberg als Schenkung überlässt.

Die feierliche Eröffnung des neuen Hörsaal- und Lernzentrums audiMAX fand am 16. April satt. Musikalisch umrahmt wurde die Festveranstaltung mit Beiträgen des Collegium Musicum unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Michael Sekulla.