Förderung Heidelberger Wissenschaftlerinnen-Tandem erhält Förderung des Landes

8. August 2025

Margarete von Wrangell Juniorprofessorinnen-Programm: Unterstützung für den akademischen Karriereweg

Mit dem Ziel, hochqualifizierte Frauen verlässlich auf ihrem akademischen Karriereweg zu unterstützen, fördert das Land Baden-Württemberg Juniorprofessorin Dr. Yaatsil Guevara González und ihre Mitarbeiterin Zhenwei Wang. Die beiden Wissenschaftlerinnen von der Universität Heidelberg forschen am Heidelberg Centrum für Ibero-Amerika Studien (HCIAS) in einem gemeinsamen Projekt zum Thema Migration. Die Tandem-Förderung ist Teil des Margarete von Wrangell Juniorprofessorinnen-Programms. Sie bietet Prof. Guevara González die Möglichkeit, ihr Forschungsfeld zu profilieren, indem sie für drei Jahre eine kürzlich promovierte Wissenschaftlerin in ihre Arbeiten einbinden kann. Ihre Tandem-Partnerin Zhenwei Wang kann sich in dieser Zeit im Rahmen einer Vollzeit-Beschäftigung auf eine strukturierte Postdoktoranden-Position vorbereiten.

Yaatsil Guevara González ist seit 2023 als Juniorprofessorin für Migration and the Americas an der Universität Heidelberg tätig. Sie studierte an der Universidad Veracruzana in Xalapa (Mexiko) historische Anthropologie und Regionalwissenschaften und wurde 2022 mit einer ethnosoziologischen Arbeit an der Universität Bielefeld promoviert. Am HCIAS forscht sie zu erzwungenen Migrationsströmen auf dem amerikanischen Kontinent. Die Anthropologin und Ethnografin untersucht, wie sich das kollektive Handeln von Migrantinnen und Migranten auf das Alltagsleben der Personen auswirkt. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit emotionalen und sozialen Prozessen, die sich in der irregulären grenzüberschreitenden Mobilität abspielen.

Porträt Yaatsil Guevara González

Ihre Tandem-Partnerin Zhenwei Wang studierte Soziologie an der Chinese University of Hong Kong und an der Universität Bielefeld. Ihre Dissertation in Bielefeld entstand auf dem Gebiet der Sozialanthropologie und Soziologie. Sie befasst sich mit der Geschlechter- und Klassendynamik von Familien in Bewegung und untersucht familiäre Beziehungen sowie die Familienunterstützung und Pflege im heutigen China. Seit April 2025 ist Zhenwei Wang als Postdoktorandin am HCIAS im Team von Prof. Guevara González tätig.

Porträt Zhenwei Wang

Gemeinsam forschen die Wissenschaftlerinnen in einem Projekt, das die digitalen Migrationsrouten chinesischer Migrantinnen und Migranten an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze analysiert. Dabei verstehen sie Migration sowohl als einen physischen als auch digitalen Prozess. Prof. Guevara González und Zhenwei Wang untersuchen, wie Migrantinnen und Migranten ihre transnationale Mobilität und Immobilität – also sowohl ihre Bewegung als auch ihre Verankerung an einem Ort – durch soziale Medienplattformen wie TikTok, YouTube oder das chinesische Portal Xiaohongshu steuern. Sie kombinieren dazu verschiedene Forschungsansätze, um ein umfassendes Verständnis der sozialen Phänomene zu gewinnen.

Das 2023 neu strukturierte Förderprogramm des Landes ist benannt nach Margarete von Wrangell, der ersten ordentlichen Professorin in Deutschland. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg will mit dem Programm mehr Frauen in der kritischen Phase zwischen Promotion und Professur im Wissenschaftssystem halten.