FÖRDERPREISEHeidelberger Akademie der Wissenschaften zeichnet junge Forscherinnen und Forscher aus

4. März 2021

Förderpreise gehen an zwei Doktoranden und eine Nachwuchsgruppenleiterin der Ruperto Carola

Mit dem Kunsthistoriker Dr. Lianming Wang, dem Neurobiologen Dr. Ying Yan und der Physikerin Dr. Kira Rehfeld werden drei junge Forscher der Ruperto Carola von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. Dr. Wang erhält einen Preis für seine Arbeit zum materiellen Erbe der jesuitischen Mission außerhalb Europas. Für seine Untersuchungen zu spezifischen Rezeptoren und ihrer Rolle bei der Regulation der Gehirnfunktionen wird der Neurobiologe Dr. Ying Yan ausgezeichnet. Ebenfalls mit einem Preis gewürdigt wird die Physikerin Dr. Kira Rehfeld. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen dynamische und thermodynamische Prozesse und ihr Beitrag zur Klimavariabilität. Die Akademie verleiht insgesamt fünf Förderpreise, die an sechs exzellente junge Forscherinnen und Forscher in Baden-Württemberg gehen.

Mit 10.000 Euro dotiert ist der Akademiepreis, der an Dr. Wang geht. In seine Arbeit zum Erbe der Jesuiten bezieht er drei Schlüsselbauwerke in Peking ein. Gestützt auf eine Vielzahl von Bildzeugnissen, liefert seine Studie für den Zeitraum von 1600 bis 1800 einen Einblick in die weltweite Entfaltung der Kunst und der Architektur eines historisch bedeutenden Klerikerordens und trägt zur Debatte um eine globale Kunstgeschichte maßgeblich bei. Lianming Wang studierte Kunstgestaltung in Shanghai (China) sowie unter anderem Kunstgeschichte und Klassische Archäologie in Würzburg. An der Universität Heidelberg wurde er im Fach Kunstgeschichte Ostasiens promoviert. Die Preisträger des Akademiepreises werden abwechselnd von den Mitgliedern der Mathematisch-naturwissenschaftlichen und der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften vorgeschlagen.

Dr. Yan erhält den ebenfalls mit 10.000 Euro dotierten Karl-Freudenberg-Preis für seine Doktorarbeit zu sogenannten NMDA-Rezeptoren, die eine Schlüsselrolle bei der Regulation der Gehirnfunktionen spielen. Sie vermitteln synaptische Plastizität, steuern kognitive Funktionen und fördern das neuronale Überleben. Ihre Aktivierung kann jedoch auch eine Glutamat-Exzitotoxizität auslösen und dadurch zum Zelltod bei verschiedenen neurodegenerativen Erkrankungen beitragen. Der Preisträger konnte den molekularen Mechanismus hinter diesem Prozess aufdecken. Ying Yan studierte Biotechnologie und Zellbiologie in Shandong (China) und wurde an der Universität Heidelberg im Fach Neurobiologie promoviert. Der Karl-Freudenberg-Preis dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Baden-Württemberg und wird für Arbeiten aus dem Bereich der Naturwissenschaften, insbesondere der Biologie und der Chemie, vergeben.

Zwei herausragende Nachwuchswissenschaftler teilen sich in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Manfred-Fuchs-Preis. Ausgezeichnet werden die Heidelberger Physikerin Dr. Kira Rehfeld sowie der Politik- und Verwaltungswissenschaftler Dr. Thomas Malang von der Universität Konstanz. Dr. Rehfeld geht mit ihrer Arbeit der Frage nach, welche dynamischen und thermodynamischen Prozesse zur Klimavariabilität beitragen. Um eine Brücke vom Wetter zum Klima und zur Geologie zu schlagen, kombiniert sie Klimamodellierung, Paläoklimaarchive und komplexe Systemansätze. Damit kann getestet werden, wie gut Klimamodelle das vergangene und gegenwärtige Klima erfassen. Kira Rehfeld leitet eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg. Die nach seinem Stifter benannte Auszeichnung wendet sich an besonders qualifizierte Nachwuchsforscher, die sich im Rahmen des WIN-Programms der Heidelberger Akademie der Wissenschaften in den Geisteswissenschaften habilitieren oder als Leiter einer naturwissenschaftlichen Forschungsgruppe auf eine Professur vorbereiten.

Insofern es die geltenden Corona-Bestimmungen erlauben, werden die Preisträgerinnen und Preisträger ihre ausgezeichneten Arbeiten am 25. Juni 2021 der Öffentlichkeit vorstellen.