Universität Haus Buhl wird als Veranstaltungs- und Tagungsstätte wiedereröffnet
Pressemitteilung Nr. 51/2026
3. Juni 2026
Gerda Tschira ermöglichte die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes – Künftig auch Sitz des „Heidelberg Forum Demokratie, Wissenschaft und Gesellschaft“ der Universität
Die umfangreiche Renovierung und Modernisierung des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes im Zentrum der Heidelberger Altstadt erforderte acht Jahre – nun kann das Haus Buhl als Veranstaltungs- und Tagungsstätte der Ruperto Carola wiederöffnet werden. Möglich wurde dies durch das Engagement von Gerda Tschira. Die Ehrensenatorin der Universität Heidelberg hat die Sanierung des historischen Gebäudes samt Außenanlagen über ihre ODWIN gGmbH mit großzügigen Zuwendungen unterstützt. Künftig wird das Haus Buhl auch als Sitz für das in Gründung befindliche „Heidelberg Forum Demokratie, Wissenschaft und Gesellschaft“ der Universität Heidelberg dienen. Aus Anlass der Wiedereröffnung des Hauses Buhl lädt Universitätsrektorin Prof. Dr. Frauke Melchior am 12. Juni 2026 zu einer Festveranstaltung ein.

„Die Wiedereröffnung des Hauses Buhl ist ein Grund zu größter Freude und Dankbarkeit – Dankbarkeit vor allem gegenüber unserer Ehrensenatorin Gerda Tschira und den vielen Menschen, die in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, dass wir jetzt feiern können. Dieses wunderbare Geschenk ist uns zugleich große Verpflichtung, das Haus Buhl mit Leben zu füllen – als einem Ort der Begegnung und des intensiven Austausches sowohl innerhalb der Universität als auch mit der Öffentlichkeit“, betont die Rektorin der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Frauke Melchior.
Das Haus Buhl bietet nach Umbau und Renovierung in dem zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichteten Haupttrakt unter anderem einen Konferenz- und Tagungsraum mit moderner Medientechnik, in dem bis zu 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Platz finden. Herz des Gebäudekomplexes bleibt jedoch die Bel Etage im ersten Obergeschoss. Hier befindet sich der repräsentative Spiegelsaal, der als Treffpunkt und Ort des Austausches dienen wird und von drei kleineren Meeting-Räumen umgeben ist. Der Gewölbekeller soll vor allem für Kulturveranstaltungen und unterschiedliche Dialogformate zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit genutzt werden.
Namensgeber des Gebäudes ist der Rechtswissenschaftler Heinrich Buhl (1848 bis 1907), der sein Studium in Heidelberg, Göttingen, Würzburg und Berlin absolvierte. Nach Promotion und Habilitation an der Universität Heidelberg lehrte er von 1886 an als ordentlicher Professor an der Ruperto Carola. Das heutige Haus Buhl vermachte er testamentarisch der Universität Heidelberg. Nach dem Ersten Weltkrieg diente das historische Gebäude in der Heidelberger Hauptstraße vorübergehend als Institutsgebäude, später als studentischer Treffpunkt und Wohnort für ausländische Studierende und Gäste.
Von der Militärregierung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmt, fungierte das Haus Buhl von 1949 an wieder als Gästehaus sowie als Veranstaltungsort für Empfänge, Konzerte und Theater. Im Gewölbekeller des Gebäudes wurde 1973 der Heidelberger Jazzclub eröffnet, der dort bis 1990 sein Domizil behielt. Eine aufwendige Umgestaltung der Räumlichkeiten wurde zwischen 1984 und 1986 anlässlich des 600-jährigen Bestehens der Universität Heidelberg vorgenommen. Von 2008 an war das im Rahmen der Exzellenzinitiative gegründete Marsilius-Kolleg bis zu seinem Umzug auf den Campus Im Neuenheimer Feld im Jahr 2016 im Haus Buhl untergebracht.
Dass nun eine große Erneuerung des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes samt Außenanlagen möglich war, verdankt die Ruperto Carola Ehrensenatorin Gerda Tschira, die die notwendigen Mittel mit ihrer ODWIN gGmbH der Stiftung „Unterländer Studienfonds bei der Universität Heidelberg“ als Eigentümerin des Hauses Buhl zur Verfügung gestellt hat. Die Stiftung unterstützt gemäß ihrer Satzung die Universität Heidelberg bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und wird ihr das Gebäude mietfrei überlassen.
Seinen Sitz im Haus Buhl erhält künftig auch das vom Rektorat der Universität neu eingerichtete „Heidelberg Forum Demokratie, Wissenschaft und Gesellschaft“. Die Veranstaltungs- und Tagungsstätte erhält damit gleichzeitig einen neuen thematischen Schwerpunkt. Das Forum soll zu einem Nukleus werden, an dem existierende und künftige Aktivitäten der Universität zur Stärkung von Demokratie, gesellschaftlicher Resilienz und Wissenschaftsfreiheit sowie zur ethischen und gesellschaftlichen Verantwortung von Wissenschaft eine hohe Sichtbarkeit erfahren. Für die Veranstaltungen des Forums, darunter insbesondere Konferenzen mit internationaler Strahlkraft, Vorträge oder Workshops mit Akteuren aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, bietet das Haus Buhl beste Voraussetzungen, um Diskurs- und Begegnungsräume zu schaffen und nach innen und außen zu wirken.
Zum Auftakt der Wiedereröffnung des Hauses Buhl spricht die Rektorin der Ruperto Carola. Es folgen Grußworte von Jochen Ridinger, Leiter des Dezernates Stiftungen und Vermögen an der Universität Heidelberg, sowie des für die Sanierung verantwortlichen Architekten Harald Schwarz. Mit abschließenden Worten wenden sich Ehrensenatorin Gerda Tschira sowie die Geschäftsführende Direktorin des Hauses Buhl, Marietta Fuhrmann-Koch, an die Gäste. Für die musikalische Rahmung sorgen die Capella Carolina unter der Leitung von Prof. Franz Wassermann sowie Prof. Dr. Andreas Kruse am Flügel.
Diese Veranstaltung ist nicht öffentlich.
Hinweis an die Redaktionen
Die Veranstaltung zur festlichen Wiedereröffnung des Hauses Buhl in der Hauptstraße 232/234 findet am 12. Juni statt und beginnt um 15.30 Uhr. Vertreter der Medien sind zur Teilnahme und Berichterstattung herzlich eingeladen. Es wird um Anmeldung gebeten bis zum 10. Juni per Mail an presse@rektorat.uni-heidelberg.de.