Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis Fundamentale Beiträge zur Präzisionsphysik
19. März 2026
Klaus Blaum erhält Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis – Der Wissenschaftler ist Honorarprofessor an der Ruperto Carola
Mit Prof. Dr. Klaus Blaum hat ein herausragender Heidelberger Physiker den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), den wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland, erhalten. Gewürdigt werden damit seine Arbeiten zu physikalischen Konstanten sowie Symmetrien der Natur, die auf Präzisionsmessungen mithilfe von Ionen in elektromagnetischen Fallen beruhen. Sie eröffnen, so die DFG, „maßgebliche Einblicke in die quantenphysikalischen Grundlagen unserer Welt“. Klaus Blaum forscht als Direktor am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und ist Honorarprofessor an der Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Heidelberg. Die insgesamt zehn Auszeichnungen der DFG wurden am 18. März 2026 in Berlin übergeben.
„Mit einer Waage zu erkennen, ob eine Biene auf dem Eiffelturm gelandet ist oder eine Ameise an einem seiner Eisenträger emporklettert, erfordert nicht nur ein äußerst genaues Messinstrument. Voraussetzung ist auch eine geradezu unstillbare Leidenschaft für Präzision und die Vision von der Vermessbarkeit, so wie sie das wissenschaftliche Schaffen von Klaus Blaum kennzeichnen“, sagte Prof. Dr. Katja Becker in ihrer Würdigung. Mit seinen Arbeiten will der Wissenschaftler die grundlegenden Konstanten der Physik genauer bestimmen sowie die Kräfte und Symmetrien der Natur präziser verstehen. Dazu sperrt der Physiker einzelne Ionen in einer Überlagerung aus elektrischen und magnetischen Feldern ein und vermisst ihre Eigenschaften. Seine Ergebnisse bestätigen dabei das Standardmodell der Teilchenphysik und liefern gleichzeitig „wertvolle Hinweise auf mögliche Grenzen von neuer Physik“, so Prof. Becker. Die von ihm zu diesem Zweck entwickelten innovativen Instrumente seien „technische Meisterwerke, die Sternstunden der Experimentierkunst ermöglichen“, betonte die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Prof. Blaum leitet am Max-Planck-Institut für Kernphysik die Abteilung „Gespeicherte und gekühlte Ionen“ und lehrt seit 2008 als Honorarprofessor an der Ruperto Carola.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft vergibt den Leibniz-Preis jährlich an bis zu zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die DFG-Präsidentin überreichte die Auszeichnungen des Jahres 2026 im Rahmen einer Feierstunde an drei Preisträgerinnen und sieben Preisträger, unter ihnen Klaus Blaum, der von der Universität Heidelberg für den Preis vorgeschlagen wurde. Ausgezeichnet wurde auch Julia Mahamid, Ph.D., die als Strukturbiologin am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg forscht. Die Auszeichnungen im Rahmen des Gottfried Wilhelm Leibniz-Programms wurden zum 41. Mal vergeben.

