Brain Prize Frank Winkler mit weltweit größtem Preis auf dem Gebiet der Hirnforschung ausgezeichnet

30. Mai 2025

Der Neurowissenschaftler und Neurologe hat den Brain Prize 2025 der dänischen Lundbeck Foundation erhalten

Der Neurowissenschaftler und Neurologe Prof. Dr. Frank Winkler ist mit dem weltweit größten Preis auf dem Gebiet der Hirnforschung ausgezeichnet worden – dem von der Lundbeck Foundation vergebenen Brain Prize 2025. Gewürdigt wird damit seine Forschung zur Interaktion von Hirntumorzellen und Nervensystem, die einen Grundstein für den Forschungsbereich Cancer Neuroscience gelegt hat und Ansatzpunkte für neue Therapiestrategien bei Glioblastomen – bösartigen Tumoren des Gehirns – bietet. Frank Winkler forscht an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum; als Mediziner ist er am Universitätsklinikum Heidelberg tätig. Die Auszeichnung ist mit zehn Millionen Dänischen Kronen (rund 1,3 Millionen Euro) dotiert und ging zu gleichen Teilen an den Heidelberger Wissenschaftler und an eine US-amerikanische Kollegin. 

Frank Winkler mit weltweit größtem Preis auf dem Gebiet der Hirnforschung ausgezeichnet

Die Auszeichnung überreichte König Frederik X. von Dänemark in einer Festveranstaltung am 28. Mai 2025 in Kopenhagen. Er würdigte die Forschungsleistungen von Prof. Winkler und Prof. Dr. Michelle Monje, die als Neurowissenschaftlerin und Neuroonkologin an der Stanford University (USA) inoperable Hirntumoren bei Kindern erforscht. „Ihre Leistungen in der Krebs-Neurowissenschaft sind wirklich außerordentlich. Sie sind nicht nur eine Inspiration für ihre Kolleginnen und Kollegen, sondern auch für künftige Generationen von Wissenschaftlern. Dank Ihrer unermüdlichen Bemühungen besteht die Hoffnung, dass eines Tages alle Arten von Hirntumoren geheilt werden können.“ Der von der Lundbeck Foundation ausgelobte Brain Prize ist der weltweit größte Forschungspreis auf dem Gebiet der Neurowissenschaften und der Neuromedizin. Er würdigt besonders innovative und weitreichende Fortschritte in allen Bereichen der Hirnforschung, von der neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung bis zur angewandten klinischen Forschung.

Die Forschungserkenntnisse von Frank Winkler bieten grundlegend neue Einblicke in das Wachstum der bislang unheilbaren Glioblastome – hochgradig aggressiven Hirntumoren. So gehen die Tumorzellen Kontakte mit gesunden Nervenzellen ein und empfangen von ihnen Signale, was das invasive Wachstum der Tumoren befeuert. Zudem entwickeln sich einige Tumorzellen zu „Taktgebern“, die zusammen mit den Erregungssignalen der Nervenzellen die Ausbildung eines pilzartigen Tumor-Geflechts im Gehirn vorantreiben. Nach den Worten von Prof. Winkler ermöglicht das Netzwerk den Tumorzellen eine komplexe Kommunikation und verleiht ihnen enorme Widerstandskraft gegen gängige Therapien. Das funktionelle Verständnis dieser Zell-Zell-Kontakte eröffnet nun jedoch Ansatzpunkte für neue Behandlungsstrategien, die derzeit in klinischen Studien geprüft werden. 

Frank Winkler studierte Humanmedizin in Hamburg, Freiburg, London (Großbritannien) und Kapstadt (Südafrika) mit der Promotion an der Universität Freiburg. Nach einem Forschungsaufenthalt 2003/2004 an der Harvard University (USA) folgte im Jahr 2010 die Habilitation im Fach Neurologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Jahr 2012 wurde er auf eine Professur für Neuroonkologie an die Universität Heidelberg berufen. Prof. Winkler ist Geschäftsführender Oberarzt der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg und Leiter der Arbeitsgruppe Experimentelle Neuroonkologie, die zur Klinischen Kooperationseinheit Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg gehört. Seine Forschungsarbeiten sind auch Teil des Sonderforschungsbereichs „UNITE GLIOBLASTOMA – Überwindung der Therapieresistenz von Glioblastomen“, der an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg koordiniert wird.