Marie-Luise Jung-Preis  Exzellente Leistungen: Auszeichnung für herausragende Masterabsolventin

22. April 2026

Biochemikerin Franziska Gießler hat den zum vierten Mal vergebenen Marie-Luise Jung-Preis erhalten

Als herausragende Masterabsolventin der Universität Heidelberg ist Franziska Gießler ausgezeichnet worden. Für ihr wissenschaftliches Potential im Hinblick auf ihre inzwischen begonnene Promotionsphase und eine anschließende Karriere in der akademischen Forschung hat die Biochemikerin den Marie-Luise Jung-Preis 2026 erhalten. Die von der Universität gemeinsam mit der Verfassten Studierendenschaft und dem Doktorandenkonvent getragene Auszeichnung wird von der Fakultät für Biowissenschaften vergeben; sie erinnert an die bei einer Amoktat vor vier Jahren getötete Biologiestudentin, deren ausdrücklicher Wunsch es war, den Weg in die Wissenschaft an der Universität Heidelberg einzuschlagen. „Der Preis ist ein Zeichen der Trauer und der Erinnerung, aber er richtet den Blick auch in die Zukunft und soll jungen Wissenschaftlerinnen Mut machen“, betonte die Rektorin der Ruperto Carola, Prof. Dr. Frauke Melchior, zum Auftakt der Preisverleihung. 

Franziska Gießler studierte an der Universität Heidelberg Biochemie mit Schwerpunkt RNA-Nanotechnologie. Entscheidend für ihre Wahl als Trägerin des Marie-Luise Jung-Preises war neben Bestleistungen während der akademischen Ausbildung und ihrem Engagement an der Fakultät die besondere Qualität der Masterarbeit, die sie am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Kerstin Göpfrich angefertigt hat. Darin hat sich Franziska Gießler mit bestimmten Nanostrukturen befasst, die auf Ribonukleinsäuren (RNA) basieren und sich zu sogenannten Tröpfchen zusammenlagern. In seiner Laudatio würdigte der Studiendekan der Fakultät für Biowissenschaften, Prof. Dr. Walter Nickel, die exzellenten Leistungen der Preisträgerin. Wie überzeugend und bedeutend ihre Abschlussarbeit sei, zeige sich daran, dass sie in der international bedeutenden Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ mit Franziska Gießler als Erstautorin veröffentlicht wurde. „In diesem frühen Stadium der wissenschaftlichen Karriere ist das sehr selten“, betonte der Studiendekan.

Der Vertreter des Doktorandenkonvents, Oliver Kübeck, hob zudem das große soziale Engagement der Preisträgerin hervor. Diese habe sich auf vielfache Weise in das Universitätsleben eingebracht – etwa in der Fachschaft, der Studienkommission und im Fakultätsrat. Dies sei, gerade zeitgleich mit außergewöhnlichen wissenschaftlichen Leistungen, keine Selbstverständlichkeit. Sebastian Fath würdigte als einer der beiden Vorsitzenden der Verfassten Studierendenschaft insbesondere die vielversprechende wissenschaftliche Arbeit der Preisträgerin. 

Franziska Gießler absolvierte ihr Bachelor‑ und Masterstudium der Biochemie an der Universität Heidelberg mit einem Forschungsaufenthalt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (Schweiz). Von der Carl‑Zeiss‑Stiftung wurde sie im letzten Jahr ihres Studiums mit einem Qualifikationsstipendium gefördert. Für ihre Masterarbeit hat Franziska Gießler bereits den „Preis des Zukunftsforums Biotechnologie“ von der DECHEMA – Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie erhalten. Im vergangenen Jahr hat sie ihre Doktorarbeit am AMOLF-Forschungsinstitut für die Physik funktioneller komplexer Materie in Amsterdam (Niederlande) begonnen. Dort forscht Franziska Gießler an neuen Methoden zur Konstruktion minimaler biologischer Systeme. 

Das Rektorat sowie die Organe der Verfassten Studierendenschaft und des Doktorandenkonvents der Universität Heidelberg hatten im Jahr 2022 in Abstimmung mit der Fakultät für Biowissenschaften und der Familie des Opfers entschieden, einen Preis zum Gedenken an die 23-jährige getötete Studentin zu initiieren, der mit einem Preisgeld von 1.500 Euro verbunden ist und jährlich im Rahmen einer akademischen Feier verliehen wird. Die diesjährige Preisverleihung fand am 21. April in der Aula der Alten Universität statt.