AuszeichnungExzellente Hochschullehre

18. Juli 2019

Privatdozent Dr. André Mihaljevic mit Ars legendi-Fakultätenpreis Medizin ausgezeichnet

Was macht exzellente Lehre aus? Am deutlichsten wird dies oft an konkreten Beispielen – wie an den überzeugenden Lehrprojekten und -konzepten von Dr. André Mihaljevic. Dafür wurde der Privatdozent an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Ruperto Carola, der am Universitätsklinikum als klinisch tätiger Oberarzt für Chirurgie beschäftigt ist, mit dem Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Lehre in der Hochschulmedizin bedacht. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Medizinische Fakultätentag würdigen damit „sein vielgestaltiges und herausragendes Wirken für die medizinische Lehre am Standort Heidelberg und darüber hinaus“. Die Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert.

„Gute Lehre bedeutet, jemandem etwas so zu vermitteln, dass derjenige dieses Wissen nicht nur über einen längeren Zeitraum behält, sondern auch anwenden, analysieren, mit Vorwissen und Erfahrungen verknüpfen kann“, so der Preisträger. „Im Idealfall inspiriert das Neue zum Weitersuchen, Lesen, Forschen, Handeln.“ Zukünftig möchte der stellvertretende Sprecher des Studiennetzwerks CHIR-Net der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie vermehrt an der Vermittlung von wissenschaftlichen Kompetenzen im Medizinstudium arbeiten – „und zwar, wie es sich für einen Chirurgen gehört: sehr pragmatisch und hands-on.“

Den Ars legendi-Fakultätenpreis vergeben Stifterverband und Medizinischer Fakultätentag an einen Wissenschaftler, der herausragendes Engagement und Enthusiasmus in der Vermittlung von Lehrinhalten beweist: André Mihaljevic gelinge dies durch eine Verschränkung von Lehre und Forschung auf bemerkenswerte Weise. Außerdem zeige er außerordentliches Gespür für aktuelle Themen des Medizinstudiums wie Interprofessionalität und Digitalisierung.

Ars legendi-Fakultätenpreis 2019

Studiert hat André Mihaljevic Medizin und Biologie von 1998 bis 2005 an der Universität Heidelberg. 2004 legte er seinen Master of Science ab, ein Jahr später hielt er die Approbation als Arzt in Händen. Nach der Promotion 2005 an der Universität Heidelberg und am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung wurde er 2014 an der Technischen Universität München habilitiert. Ein Forschungsaufenthalt führte ihn an die National Institutes of Health in Bethesda (USA); für Teile seines Praktischen Jahrs ging er ebenfalls in die Vereinigten Staaten an die Duke University in Durham und die Harvard Medical School in Boston. Berufsbegleitend absolvierte André Mihaljevic den zweijährigen Masterstudiengang Clinical Research and Translational Medicine am Zentrum für Klinische Studien Leipzig und den in Heidelberg verankerten Master of Medical Education. Zwischen 2007 und 2014 war er Assistenzarzt an der Klinik und Poliklinik für Chirurgie rechts der Isar in München. Seit Juni 2014 arbeitet er wieder am Universitätsklinikum Heidelberg.

An der Heidelberger Fakultät gestaltet der Mediziner maßgeblich die Weiterentwicklung des Curriculums mit – so konzipierte er das Programm „Evidenzbasierte Chirurgie“, das auf moderne, anwendungsorientierte Lehrdidaktik setzt. Als Lehrkoordinator bindet André Mihaljevic regelmäßig auch leitende Ärzte in den Unterricht ein: Die Studierenden gewinnen dadurch fundierte Einblicke in das Fach und die neuesten Entwicklungen der Chirurgie.

Auf eine studentische Idee geht die Heidelberger Interprofessionelle Ausbildungsstation HIPSTA zurück, die Dr. Mihaljevic etablierte und die von der Robert Bosch Stiftung gefördert wurde. Hier übernehmen angehende Ärzte im Praktischen Jahr gemeinsam mit Schülern der Gesundheits- und Krankenpflege eigenverantwortlich die Versorgung von Patienten. Für die strukturierte Doktorandenausbildung in den chirurgischen Fächern gründete der Privatdozent die Heidelberg Graduate School of Surgery.

Auch das von ihm initiierte Forschungsnetzwerk SIGMA – Student-Initiated German Medical Audit – hat zum Ziel, Studierende frühzeitig mit der Begeisterung für die Forschung anzustecken und ihnen handfestes Wissen zur Planung und Ausführung zu vermitteln, indem sie unter Begleitung eigenständig multizentrische klinische Studien vornehmen. Nach PATRONUS ist jetzt EXPELLIARMUS an 15 Standorten mit mehr als 300 Studierenden an der Reihe: Untersucht wird, ob die Nutzung von Fitnesstrackern nach großen Operationen nicht nur die Mobilität der Patienten steigert sondern auch die Komplikationsrate verringern kann. Das meiste seines Preisgeldes habe er daher für Tracker und ein Studientreffen ausgegeben, sagt André Mihaljevic: „Ob das gut angelegtes Geld war, liegt jetzt in der Hand der Studierenden, denen ich diesen Preis ja auch maßgeblich verdanke.“

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