Ehrung Ehrenprofessur für Physikerin Johanna Stachel

15. Oktober 2025

Central China Normal University in Wuhan ehrt Wissenschaftlerin für ihre Verdienste um Forschung und internationalen Austausch

Die international ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Kern- und Teilchenphysik, Prof. Dr. Johanna Stachel, ist zur Qiu-Yongxi-Ehrenprofessorin der Central China Normal University (CCNU) in Wuhan ernannt worden. Prof. Stachel, Wissenschaftlerin am Physikalischen Institut der Universität Heidelberg und Seniorprofessorin distincta der Ruperto Carola, wurde für ihre Forschungsleistungen und ihren Einsatz für den internationalen Austausch ausgezeichnet. Gewürdigt wird damit insbesondere die jahrzehntelange wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Mitgliedern des College of Physical Science and Technology. Die Urkunde überreichte CCNU-Vizepräsident Prof. Dr. Liu Sanya im Rahmen einer festlichen Veranstaltung zu Ehren von Prof. Stachel. 

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Seit vielen Jahren pflegt Johanna Stachel enge wissenschaftliche Kontakte zur CCNU. Regelmäßig besucht sie die Central China Normal University für Vorträge und Gastvorlesungen. Sie war zudem an der Organisation internationaler Forschungskonferenzen in Wuhan beteiligt. Zuletzt nutzte die Wissenschaftlerin die Gelegenheit, mit Physikstudierenden ins Gespräch zu kommen. In einem von der CCNU organisierten „Wissenschafts-Salon“ mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern beantwortete sie gemeinsam mit ihren Wissenschaftskollegen Prof. Dr. Peter Braun-Munzinger und Prof. Dr. Krzysztof Redlich Fragen rund um Studium, Forschung, Karriereplanung und Work-Life-Balance. 

Prof. Stachel forscht seit annähernd drei Jahrzehnten als Wissenschaftlerin am Physikalischen Institut der Universität Heidelberg. Ihr spezielles Forschungsinteresse gilt dem sogenannten Quark-Gluon-Plasma – einem Urzustand von Materie, der heute nur mithilfe von Teilchenbeschleunigern wie dem Large Hadron Collider (LHC) am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf (Schweiz) erzeugt werden kann. Für ihre LHC-Forschung im Rahmen der ALICE-Kollaboration und ihren Einsatz in der Wissenschaftslandschaft wurde die Physikerin vielfach ausgezeichnet, so für ihr vielfältiges Engagement in Einrichtungen der Wissenschaftsförderung ebenso wie als Mitglied in hochrangigen Akademien und Dachgesellschaften sowie als Gutachterin und Beraterin in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen. 

Johanna Stachel studierte Physik und Chemie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (Schweiz) und an der Universität Mainz, an der sie 1982 auch promoviert wurde. Im Anschluss war sie dreizehn Jahre als Professorin in den USA an der State University of New York at Stony Brook tätig, ehe sie 1996 auf eine Professur für Experimentalphysik an die Universität Heidelberg berufen wurde. Von 2012 bis 2014 stand Prof. Stachel – als erste Frau im Präsidentenamt – an der Spitze der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). 2021 wurde sie mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Für ihr Wirken als herausragende Wissenschaftlerin, ihren Einsatz für universitäre Belange und ihre Vorbildrolle für viele junge Forscherinnen und Forscher ernannte die Universität Heidelberg Johanna Stachel 2024 zur Seniorprofessorin distincta.

Die Ehrung durch die CCNU fand Anfang September 2025 in Wuhan statt.