Auszeichnung Dissertation mit großer Relevanz für die Umweltforschung
13. Februar 2026
Dr. Eva-Marie Metz erhält Umweltpreis der Viktor und Sigrid Dulger Stiftung
Für hervorragende Forschungsleistungen mit großer Relevanz für die Umweltforschung wird die Physikerin Dr. Eva-Marie Metz ausgezeichnet: Sie erhält den mit 10.000 Euro dotierten Umweltpreis der Viktor und Sigrid Dulger Stiftung. Das Heidelberg Center for the Environment (HCE), das umweltwissenschaftliche Forschungszentrum der Universität Heidelberg, würdigt damit ihre Dissertation zur komplexen Dynamik von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von Schwankungen im Kohlendioxidhaushalt der Erde und kann so die Grundlage für präzisere Klimamodelle bilden, so die Begründung des HCE für die Vergabe des Preises an Dr. Metz.

In ihrer Doktorarbeit befasst sich Eva-Marie Metz mit dem globalen Kohlenstoffkreislauf und den Ursachen einer starken Variabilität beim Verhältnis von CO2-Aufnahme und CO2-Freisetzung. Mit ihren Untersuchungen konnte sie nachweisen, dass in ariden Gebieten der südlichen Hemisphäre beim Übergang von einer Trockenperiode zum ersten Niederschlag vermehrt Kohlendioxid freigesetzt wird. Trockenregionen können demnach – je nach aktuellem Klima – sowohl CO2-Senke als auch CO2-Quelle sein. Diese Erkenntnisse kombinierte Dr. Metz mit Beobachtungen der jeweiligen Ökosysteme und einer Modellierung der Biosphäre. So zeigte sie, dass diese sogenannten Kohlendioxidpulse auf mikrobielle Respiration zurückzuführen sind. Dabei werden Bodenmikroben, die bei Trockenheit inaktiv sind, durch Feuchtigkeit reaktiviert und vermehren sich, wodurch der Boden „atmet“ und CO2 freisetzt. Die dadurch verursachten Pulse einer vermehrten CO2-Freisetzung sind hauptverantwortlich für die jährlichen Schwankungen im Kohlendioxidhaushalt trockener, kontinentaler Regionen wie etwa in Australien und spielen damit auch für die gesamte Treibhausgas-Bilanzierung der Erde eine bedeutende Rolle.

„Die Dissertation von Eva-Marie Metz bringt eine seltene Mischung aus wissenschaftlicher Tiefe und einer umfassenden Gesamtperspektive in die Erforschung des Kohlenstoffkreislaufs ein“, betonte Dr. Sanam Vardag, Wissenschaftlerin am Institut für Umweltphysik der Ruperto Carola, in ihrer Laudatio. Die Arbeit helfe, Schwankungen bei der Aufnahme und Freisetzung von CO2 zu verstehen, und trage so dazu bei, Klimaveränderungen präziser zu modellieren. Als Meilenstein bezeichnete Prof. Dr. Thomas Rausch die Arbeit von Dr. Metz: „Sie weist mit ihrem Erkenntnisgewinn perspektivisch über das rein akademische Interesse hinaus“, so der Geschäftsführende Direktor des HCE. Die Ergebnisse ihrer Forschung wurden im renommierten Journal „Science“ veröffentlicht.
Eva-Marie Metz studierte Physik und Geographie an den Universitäten Heidelberg und Marburg. Ihre Doktorarbeit entstand in der Arbeitsgruppe „Atmosphäre und Fernerkundung“ am Institut für Umweltphysik und wurde von Prof. Dr. André Butz betreut. 2025 wurde sie von der Heidelberger Fakultät für Physik und Astronomie mit einem Preis für die beste Dissertation ausgezeichnet. Aktuell ist Dr. Metz am California Institute of Technology in Pasadena (USA) tätig.
Mit dem Umweltpreis der Viktor und Sigrid Dulger Stiftung werden herausragende Masterarbeiten, Dissertationen oder Habilitationen auf dem Gebiet der Umweltforschung ausgezeichnet. Der Preis wurde im Rahmen einer Feierstunde am 10. Februar 2026 von Andreas Zühlcke von der Dulger Stiftung überreicht. Eva-Marie Metz war aus Pasadena zugeschaltet.
