Award Auszeichnung für Podcast-Folge „Nichts geht ohne Oma und Opa?“

17. Oktober 2025

Historikerinnen erhalten „Audio Award“ für ihren Beitrag zur Rolle der Großväter in der Kinderbetreuung

Für eine Folge ihres dokumentarischen Podcast „Who cares?“ sind Dr. Gina Fuhrich und Hannah Schultes von der Organisation „Wissenschaft im Dialog“ ausgezeichnet worden. Sie erhielten den mit 2.000 Euro dotierten „Audio Award“ für ihren Beitrag „Nichts geht ohne Oma und Opa? Großeltern als Care-Ressource in Krisenzeiten“, der am Historischen Seminar der Universität Heidelberg entstanden ist. Darin zeigen die beiden Historikerinnen in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsjournalistin Janine Funke auf, wie sich die Rolle von Großeltern – insbesondere von Großvätern – bei der Kinderbetreuung von der Nachkriegszeit bis heute gewandelt hat. Erfolgreich waren sie damit im Multimedia-Wettbewerb „Fast Forward Science“. 

Wie haben sich die Sorge-Rollen von Vätern und Großvätern seit der Nachkriegszeit verändert? Wann und warum begannen Männer, ihre traditionelle Rolle als Ernährer zu hinterfragen? Welchen Einfluss hatten gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen auf diesen Wandel? Diesen Fragen widmet sich der dokumentarische Podcast „Who cares? Ökonomie und Sorgearbeit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Bundesrepublik“. In dem nun ausgezeichneten Beitrag rekonstruieren Gina Fuhrich und Hannah Schultes anhand wissenschaftlicher Studien und Zeitzeugeninterviews, wie Großeltern unter veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen in die familiäre Sorgearbeit eingebunden waren. Dabei befassen sie sich insbesondere auch mit der bislang wenig erforschten Rolle der „neuen Großväter“.

Der Podcast ist Teil des durch die Gerda Henkel Stiftung geförderten Forschungsprojekts „Zeit mit (Groß-)Vätern“, das an der Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte unter der Leitung von Prof. Dr. Katja Patzel-Mattern angesiedelt ist. Gina Fuhrich forschte bis 2024 als Postdoktorandin am Historischen Seminar der Universität Heidelberg zur Rolle von Großvätern in der Nachkriegszeit. Hannah Schultes beschäftigt sich in ihrem Dissertationsprojekt mit Ideal und Praxis der Vaterschaft in den 1970er und 1980er Jahren in der Bundesrepublik. In den Podcast-Folgen sprechen die beiden Historikerinnen als Teil einer interdisziplinären Gruppe von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis.

„Wissenschaft im Dialog“ wurde im Jahr 2000 von den wichtigsten deutschen Wissenschaftsorganisationen gegründet. Mit dem Multimedia-Wettbewerb „Fast Forward Science“ werden in sechs Kategorien Beiträge prämiert, die aktuelle Forschung verständlich und zielgruppengerecht aufbereiten. Die Preisverleihung fand am 27. September 2025 in Berlin statt.