Marie-Luise Jung-Preis Auszeichnung für Bestleistungen im Studium und Masterarbeit von besonderer Qualität und Bedeutung

10. Juni 2025

Biowissenschaftlerin Henrike Antony erhält den zum dritten Mal vergebenen Marie-Luise Jung-Preis

Als herausragende Masterabsolventin der Universität Heidelberg ist Henrike Antony ausgezeichnet worden. Für ihr wissenschaftliches Potential im Hinblick auf ihre inzwischen begonnene Promotionsphase und eine anschließende Karriere in der akademischen Forschung erhielt sie den Marie-Luise Jung-Preis für das Jahr 2025. Der von der Universität gemeinsam mit der Verfassten Studierendenschaft und dem Doktorandenkonvent initiierte Preis wird von der Fakultät für Biowissenschaften vergeben; er erinnert an die bei einer Amoktat vor drei Jahren getötete Biologiestudentin, deren ausdrücklicher Wunsch es war, diesen Weg in die Wissenschaft an der Universität Heidelberg einzuschlagen. Als Zeichen der Trauer und des Gedenkens sei diese Auszeichnung zugleich aber auch ein Blick in die Zukunft, der jungen Wissenschaftlerinnen Mut machen soll, wie die Rektorin der Ruperto Carola, Prof. Dr. Frauke Melchior, zum Auftakt der Preisverleihung betonte. 

Die Preisträgerin studierte an der Universität Heidelberg Molekulare Biowissenschaften mit Schwerpunkt Neurowissenschaften. Entscheidend für ihre Wahl als Trägerin des Marie-Luise Jung-Preises waren neben den durchgehenden Bestleistungen während ihrer gesamten akademischen Ausbildung die besondere Qualität und Bedeutung ihrer Masterarbeit, die Henrike Antony am McLean Hospital der Harvard Medical School in Boston (USA) angefertigt hat. Darin beschäftigt sie sich mit einem genetischen Risikofaktor für die Entwicklung der Alzheimer’schen Demenz. In seiner Laudatio würdigte der Studiendekan der Fakultät für Biowissenschaften, Prof. Dr. Christoph Schuster, die exzellenten Leistungen von Henrike Antony, die während ihres Masterstudiums herausragende Beiträge zu verschiedenen neurowissenschaftlichen Forschungsprojekten geleistet habe und Koautorin von bereits drei Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften sei. Der Studiendekan zeigte sich überzeugt, dass die Wissenschaftswelt noch viel von Henrike Antony hören wird.

Für ihre Doktorarbeit, die am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und an der Universität Bonn entsteht, forscht Henrike Antony zur Kommunikation zwischen Synapsen und Mikroglia – einer bestimmten Gruppe von Immunzellen des zentralen Nervensystems. „Es ist großartig, gelebte Wissenschaft zu würdigen, die hoffentlich bald in der Gesellschaft ankommt“, sagte Sebastian Fath, der als einer der beiden Vorsitzenden der Verfassten Studierendenschaft ein Grußwort sprach. Auch der Vertreter des Doktorandenkonvents, Paolo González Jabalera, würdigte die gesellschaftliche Relevanz von Henrike Antonys Arbeiten und hob insbesondere auch ihre Leidenschaft für die Forschung hervor. 

Henrike Antony studierte Molekulare Biomedizin an der Universität Bonn und wechselte nach dem Bachelorabschluss an die Universität Heidelberg, um hier ihr Masterstudium zu absolvieren. Während ihrer Studienzeit arbeitete sie in verschiedenen Forschungslaboren im In- und Ausland. An dem zum Universitätsklinikum Southampton (Großbritannien) gehörenden Southampton General Hospital befasste sie sich mit neuroimmunologischen Fragen der Alzheimer-Erkrankung, die auch im Mittelpunkt ihres Aufenthaltes am McLean Hospital stand. Ihre Doktorarbeit am DZNE in Bonn hat sie im vergangenen Jahr begonnen.

Das Rektorat sowie die Organe der Verfassten Studierendenschaft und des Doktorandenkonvents der Universität Heidelberg hatten im Jahr 2022 in Abstimmung mit der Fakultät für Biowissenschaften und der Familie des Opfers entschieden, einen Preis zum Gedenken an die 23-jährige getötete Studentin zu initiieren und über einen Zeitraum von 20 Jahren zu finanzieren. Der Marie-Luise Jung-Preis ist mit einem Preisgeld von 1.500 Euro verbunden und wird jährlich im Rahmen einer akademischen Feier verliehen. Die diesjährige Preisverleihung fand am 21. Mai in der Aula der Alten Universität statt.