Förderung Auf dem Weg zur Hochschulkarriere

16. März 2026

Zwei Wissenschaftlerinnen erhalten Förderung im Olympia-Morata-Programm

Zwei junge promovierte Wissenschaftlerinnen mit herausragenden Qualifizierungsvorhaben werden im Rahmen des Olympia-Morata-Programms der Universität Heidelberg gefördert. Nach erfolgreicher Begutachtung ihrer Anträge wurden Dr. Blanca Alicia Castro Bermudez von der Fakultät für Physik und Astronomie sowie Dr. Nicole Sara Colaianni von der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg ausgewählt. Ziel des Programms ist es, mehr Frauen für eine Hochschul- und Wissenschaftskarriere zu gewinnen und damit einen Beitrag dazu zu leisten, ihren Anteil an Führungspositionen innerhalb und außerhalb der Universität nachhaltig zu erhöhen.

Am Institut für Theoretische Physik untersucht Dr. Castro Bermudez die physikalischen Eigenschaften des Universums auf den kleinsten Skalen, auf die sich die herkömmlichen Konzepte von Raum, Zeit und Entfernung nicht übertragen lassen. Ein besseres Verständnis dieser Skalen ist wichtig, um Phänomene wie den Urknall oder die Singularitäten Schwarzer Löcher zu beschreiben, bei denen klassische Modelle der Raumzeit versagen. Die Wissenschaftlerin nutzt dazu Methoden der sogenannten Zufälligen Geometrie, bei denen Raumzeit als eine Vielzahl möglicher geometrischer Strukturen modelliert wird. Auf diese Weise sollen mikroskopische Schwankungen erfasst werden, die mit klassischen Ansätzen nicht zu beobachten sind. Auf diesem Weg will Dr. Castro Bermudez ein klareres Bild davon gewinnen, wie sich das Universum unter extremen Bedingungen verhält.

Portrait: Blanca Alicia Castro Bermudez

Dr. Colaianni erforscht am Historischen Seminar in einer langfristigen Perspektive, auf welche Weise medizinische Versorgung in den USA vom späten 18. Jahrhundert an finanziert und organisiert wurde. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner Gesundheitskosten getragen haben und wie sich dabei das Verhältnis zwischen Individuum, Gemeinschaft, Markt und Staat verändert hat. Anhand zentraler Finanzierungsmodelle – darunter Direktzahlungen, private Versicherungen und staatliche Programme – analysiert die Wissenschaftlerin die sozialen, politischen und moralischen Aushandlungsprozesse um Fragen nach Zugang, Verantwortung und Gerechtigkeit. Ziel des Projekts ist es, historische Kontinuitäten und Brüche in den Debatten über Gesundheitsversorgung herauszuarbeiten und sie als Ausdruck grundlegender amerikanischer Wertvorstellungen zu deuten.

Portrait: Nicole Sara Colaianni

Das Olympia-Morata-Programm unterstützt Postdoktorandinnen mit herausragenden Qualifizierungsvorhaben. Für ihre weitere Hochschulkarriere erhalten sie Stellen, die für einen Zeitraum von zwei Jahren im Rahmen des Gleichstellungskonzepts der Universität Heidelberg vergeben werden. Hinzu kommen Weiterbildungs- und Karrierefördermaßnahmen. Das Förderprogramm erinnert an Olympia Morata, eine italienische Dichterin und humanistische Gelehrte, die 1555 in Heidelberg starb.