Displaced Persons 2 von 3

DPs aus Osteuropa, insbesondere aus der Sowjetunion, waren häufig nicht bereit, sich in die Heimat „repatriieren“ zu lassen. Um dem Transport in die Sowjetunion zu entgehen, gaben zahlreiche Ukrainer an, zum 1. September 1939 in Polen gelebt zu haben. Der Wohnort zu diesem Stichtag wurde von der Sowjetunion als Entscheidungsgrundlage genommen, wohin die DPs zurückgeführt werden sollten. Wünsche wurden nicht berücksichtigt. Einige DPs aus der Ukraine, Russland oder Polen wanderten auch in die USA aus. Diejenigen, die sich nicht entziehen konnten, wurden im Rahmen der „Repatriierung“ erneut zu Opfern. Sie wurden als Verräter angesehen und unter den Generalverdacht der Kollaboration mit dem deutschen Feind gestellt, in Filtrationslagern interniert und dort zum Teil unter Folter verhört. Wer die Zweifel der Geheimdienste nicht ausräumen konnte, wurde oft in abgelegene Gebiete der Sowjetunion deportiert und für mehrere Jahre erneut zur Zwangsarbeit herangezogen. DPs aus der Sowjetunion wurden in Heidelberg von der amerikanischen Militärregierung im Mai 1945 kaserniert und mit einem Ausgangsverbot belegt. Da sich zahlreiche DPs aus der Sowjetunion erfolgreich der „Repatriierung“ entzogen, blieben diese noch mehrere Jahre in Heidelberg. Das Verhältnis zwischen den DPs und der Heidelberger Bürgerschaft war angespannt. Gründe dafür waren Plünderungen und Racheaktionen ehemaliger Zwangsarbeiter, die sich an früheren Arbeitgebern für schlechte Behandlung schadlos hielten.

DPs vor allem aus westeuropäischen Staaten wurden zumeist schnell zurück in ihre Heimat gebracht. Insbesondere diejenigen, die sich in Grenznähe befanden, machten sich oftmals eigenständig auf den Weg, füllten dabei – zum Missfallen des US-Militärs – Landstraßen und plünderten gelegentlich Wohnhäuser und Bauernhöfe auf dem Weg. In Heidelberg beschloss die Militärregierung, dass für Deutsche, die in Heidelberg gestrandet waren, täglich maximal 150 Pässe ausgestellt werden sollten, um die Landstraßen für Truppenbewegungen freizuhalten. Bei Kriegsende befanden sich rund 8.000 ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Heidelberg. Der Abtransport der 3.000 bis 3.500 französischen DPs aus Heidelberg begann im April 1945. Dabei sollten täglich rund 750 von ihnen nach Hause transportiert werden. Bis zum 12. April hatten bereits 2.000 Französinnen und Franzosen Heidelberg verlassen. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich noch ungefähr 6.000 ehemalige ausländische Zwangsarbeitskräfte in Heidelberg auf. Die DPs wurden von den Bürgerinnen und Bürgern kritisch beobachtet. Steine des Anstoßes waren der gravierende Wohnungsmangel und ihre (vermeintlichen) Privilegien, wie die teilweise bessere Versorgung mit Lebensmitteln. Im Juni 1945 erhielten in Heidelberger Lagern untergebrachte DPs Tagesrationen mit einem Brennwert von 2.000 kcal. DPs, die außerhalb der Lager untergebracht waren, mussten mit der gleichen Tagesration wie die Heidelberger Normalverbraucher (1.550 kcal.) auskommen.


