Displaced Persons 1 von 3
Die Anwesenheit ausländischer Zivilpersonen (Displaced Persons / DPs) war ein typisches Phänomen in deutschen Städten der Nachkriegszeit. Bei Kriegsende befanden sich in Deutschland knapp elf Millionen Menschen, die aufgrund von Verfolgung und Terror während der deutschen Besatzung in ihrer Heimat oder durch Verschleppung zur Zwangsarbeit hierher gekommen waren. Die mit Abstand größte Gruppe der DPs bildeten ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. In der unmittelbaren Nachkriegszeit gerieten diese in Heidelberg (und anderswo) in ein Vakuum, da sich die Deutschen nicht mehr für sie zuständig fühlten und auch die US-amerikanischen Soldaten sich in den ersten Tagen nach dem Einmarsch nicht um sie kümmerten. So mussten die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zwar keine Tätigkeiten mehr verrichten, waren allerdings weiterhin in Lagern untergebracht (oftmals denselben wie zuvor) und wurden zunächst nur unzureichend mit Nahrungsmitteln oder Kleidung versorgt. Die drei größten DPLager in Heidelberg im Jahr 1945 waren die Grenadierkaserne am Kirchheimer Weg, das Lager Baggerloch am Güterbahnhof und das Lager auf dem Gelände der Firma Stotz-Kontakt im Pfaffengrund. Heidelberger Firmen versorgten die Lager mit Nahrungsmitteln, Möbeln und Gebrauchsgegenständen, welche die Militärregierung beschlagnahmt oder bei der Stadtverwaltung eingefordert hatte. DPs fanden Arbeit bei der US-Besatzung oder bei ihren ehemaligen deutschen Arbeitgebern, sofern diese sie gut behandelt hatten.

