Themenfonds unterstützenTop Researchers Fund

Die Unterstützung von Top-Wissenschaftlern und -Wissenschaftlerinnen hat an der Universität Heidelberg eine lange Tradition. Um im zunehmend härter werdenden Wettbewerb um internationale Spitzenkräfte bestehen zu können, gilt es universitäre Ressourcen zu schaffen, die die Attraktivität der Universität für Top-Wissenschaftler und Top-Wissenschaftlerinnen aus aller Welt erhöht. Der Top Researchers Fund soll hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten.

Die Mittel aus dem Top Researchers Fund sind dafür da, um bei Berufungs- und Bleibeverhandlungen, z.B. bei der Ausstattung einer Professur, einen größeren Handlungsspielraum zu haben. Nur so kann es gelingen, nationalen und internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Karriereperspektiven und wettbewerbsfähige Angebote zu unterbreiten und sie nach Heidelberg zu holen bzw. langfristig an der Universität zu halten.

In diesem Zusammenhang kann auch ein bestimmter Fach­bereich gefördert oder ein Unterstützungsfonds eingerichtet werden, der den Namen des Förderers bzw. der Förderin trägt. Sollten Sie Interesse an einem Engagement im Rahmen des Top Researchers Fund haben, dann sprechen Sie uns an.

ZUKUNFTSWEISENDE FORSCHUNG

Die Anschaffung eines terrestrischen 3D-Laserscanners der neuesten Generation aus Mitteln des Top Researchers Fund ermöglicht der Abteilung 3D-Geoinformatik von Professor Bernhard Höfle nicht nur die Entwicklung innovativer Strategien der 3D-Erdbeobachtung, sondern unterstützt sie auch entscheidend bei der Etablierung eines neuen Forschungsfeldes in der Geographie, der "Autonomen Erdbeobachtung". Das Gerät eignet sich mit seiner großen Reichweite (bis zu 4 km), seiner hohen Genauigkeit der 3D-Messung (millimetergenau) und seiner Messgeschwindigkeit von bis zu 1,2 Millionen Messungen pro Sekunde zudem hervorragend für den Einsatz im Gelände.

Ein besonderes Augenmerk der Heidelberger Forschung liegt auf den Auswirkungen des Klimawandels (z.B. Veränderungen von Gletschern, Permafrost und Küsten), Naturgefahren (z.B. Hangrutschungen, Hochwasser) und Anwendungen in der Land- und Forstwirtschaft.

O-TON PROF. DR. BERNHARD HÖFLE

Dank des 3D-Laserscanners können wir in den nächsten Jahren unsere neuen computerbasierten Methoden der autonomen Erdbeobachtung im realen Geländeeinsatz testen und unsere Methodik fundiert weiterentwickeln.

Prof. Dr. Bernhard Höfle, Geoinformatik und 3D-Geodatenverarbeitung, Geographisches Institut

ERSTE EINSÄTZE IM DIENSTE DER KLIMAFORSCHUNG

Das Forschungsgerät konnte bereits erfolgreich auf Geländekampagnen eingesetzt werden, um wichtige geographische Phänomene wie

  • die zeitliche Dynamik von Schneeoberflächen und
  • die Veränderung von Permafrost in den Alpen aufgrund von Klimaveränderungen

zu beobachten und besser verstehen zu können.

Im April 2018, dem wärmsten April seit Beginn der Temperaturmessungen, wurde der Scanner am Schneeferner (Zugspitze) zur Dauermessung der Schneehöhenveränderungen eingesetzt. Ziel war es, eine extrem hochfrequente Zeitserie (stündliche Messung des Schneeferners über eine Woche lang) der Schneeoberfläche und der stattfindenden Änderungen (z.B. Schmelze, Windfracht, Lawineneintrag) zu bekommen. Die erfassten Daten sind unschätzbar wertvoll, um die wissenschaftlichen Methoden zur autonomen Erdbeobachtung von Schneeoberflächen zu entwickeln. Zusätzlich haben sie auch einen praktischen Nutzen für das Pistenmanagement im Skigebiet der Zugspitze.

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Anfang Juli 2018 wurde der Zungenbereich des Blockgletschers „Äußeres Hochebenkar“ im Ötztal mit dem neuen Forschungsgerät in 3D aufgenommen. Ein Blockgletscher ist eine Permafrostform, die aus großen Gesteinsbrocken und auch einem gewissen Eisanteil besteht – ist aber nicht mit einem klassischen Eisgletscher zu vergleichen. Die Daten von 2018 können nun mit Daten der Jahre zuvor verglichen werden, um die Dynamik des Blockgletschers zu quantifizieren und daraus verbesserte – wenn möglich adaptive – Monitoringstrategien für die Zukunft zu entwickeln. Das langfristige Ziel ist es herauszufinden, wie der Blockgletscher auf Klimaänderungen reagiert.

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