
Tajana: Früher Stipendiatin, heute Förderin
Als ich für das Deutschlandstipendium ausgewählt wurde, war ich im dritten Semester meines Lehramtsstudiums. Die Förderung war für mich eine große Anerkennung und ein Ansporn, mein Studium zielstrebig zu verfolgen. Meine Tochter war damals zwei Jahre alt und das Studium mit Kind stellte mich vor einige Herausforderungen. Zu der Zeit träumte ich unter anderem davon trotz meiner familiären Situation ein Auslandssemester an einer französischsprachigen Uni zu machen. Da sich meine kleine Familie im Studium über Bafög finanzierte, war das Deutschlandstipendium für mich eine echte Erleichterung für die Haushaltskasse. Über den finanziellen Aspekt hinaus profitierte ich von einer tollen Gemeinschaft der Stipendiaten, Förderer und nicht zuletzt des Teams, das sich an der Uni Heidelberg um die Deutschlandstipendien kümmert. Auch nach der Förderzeit blieben wir über verschiedene Events miteinander in Verbindung.
13 Jahre ist das nun her. Seitdem habe ich mein Staatsexamen bestanden, erste Berufserfahrungen im Bereich International Relations gesammelt und eine Promotion in französischer Sprachwissenschaft abgeschlossen. Die Dissertation ist gerade in der heißen Phase, in ein paar Monaten steht die Abgabe an. Meine Tochter ist nun längst größer als ich und hat inzwischen noch drei jüngere Geschwister. Ach ja, ein Erasmussemester in Genf habe ich auch geschafft! Mit Kind und Kegel natürlich. Das Thema „Studium mit Kind“ bzw. später dann die Promotion zieht sich also wie ein roter Faden durch mein Leben als vierfache Mama.
Das Deutschlandstipendium hat mich fast mein ganzes Studium lang begleitet und war eine große Bereicherung. So hegte ich schon früh den Wunsch, einmal etwas davon weitergeben zu können. Ich freue mich, dass ich heute als Förderin nun schon im zweiten Jahr eine Studentin durch ein Deutschlandstipendium unterstützen kann. Auch wenn wir Förderer keinen Einfluss auf die Auswahl der Jury haben, hat das Schicksal es doch gut gefügt, dass „meinem“ Stipendium eine talentierte junge Mama zugeordnet wurde. Über die persönliche Verbindung, die zu meiner Stipendiatin entstanden ist, freue ich mich sehr und wünsche ihr viel Glück für ihren weiteren Weg!
Stand: Juni 2025
