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Bildcollage

„Kulturlandschaft“ als Ressource sozialer Innovation.

Ein Beitrag zur (Re-)Vitalisierung marginaler Regionen.

Kulturerbe als Ausgangspunkt für sozialen Wandel? Was zunächst widersprüchlich klingen mag, steht im Fokus dieses interdisziplinären Tandemprojekts zur (Re-)Aktivierung kultureller Landschaften in marginalen Regionen. Geprägt durch die enge Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt verbindet die Kulturlandschaft naturräumliche und kulturelle Merkmale auf einzigartige Weise. Als Wirkungsraum und Habitat ist sie gleichzeitig verschiedensten sozioökonomischen Veränderungen unterworfen, die ihren Charakter nachhaltig prägen. Bestrebungen einer möglichst unveränderten Erhaltung („museumification“) haben ebenso destruktive Effekte gezeigt wie eine Übernutzung der Landschaft. Zu nennen sind hier unter anderem der Verlust von Biodiversität, der Verfall historisch bedeutsamer Bauwerke, der Rückgang sozialer Aktivität und das Verschwinden spiritueller und handwerklicher Traditionen. Der Umgang mit dem historisch, kulturell und gesellschaftlich bedeutsamen Erbe dieser Landschaften stellt nationale und lokale Entscheidungsträger, Wissenschaftler sowie die Lokalbevölkerung daher gerade in marginalen Regionen immer wieder vor große Herausforderungen.

Ausgehend von der Kulturlandschaft als polyvalentem Raum widmet das Tandemprojekt sich der Frage, inwiefern ihr materielles und immaterielles Erbe als Ressource für soziale Innovation nutzbar gemacht werden kann. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Empowerment lokaler Gemeinschaften und der gezielten Förderung von lokalem/ indigenem Wissen für eine nachhaltige regionale Entwicklung. Anhand mehrerer Fallstudien kontrastiert das Projektteam die Wiederbelebung „inaktiver“ archäologischer Landschaften im mediterranen Raum mit der Inwertsetzung „aktiver“ terrassenförmig angelegter Agrarlandschaften im Südwesten Chinas. Betrachtet werden Kooperationen aber auch Konflikte einer Vielzahl von beteiligten Akteuren, die einen funktionalen und transformativen Innovationsprozess in Gang setzen können. Folgende Innovationsströme finden dabei Relevanz:

  • Nutzbarmachung von lokalem/ indigenem Wissen zur Erhaltung kultureller Vielfalt und Biodiversität
  • Entwicklung neuer und innovativer Produktideen mit transformativem Potential
  • Wandel von Regelungen und Rechtsvorschriften (bspw. Anerkennung von Gewohnheitsrecht, ungewöhnlichen Rechtssubjekten bzw. abweichenden Rechtsauffassungen)
  • Initiierung von neuen lokalen Kollaborations- und Kooperationsnetzwerken
  • Förderung sozialer Integration (bspw. größere Offenheit gegenüber gesellschaftlicher Teilhabe)

Die Projektpartner des interdisziplinären Research Tandems erhoffen sich neue Erkenntnisse zu spezifischen Akteursmerkmalen und Bedingungen, welche die gezielte Förderung sozialer Innovationen in Kulturlandschaften ermöglichen. Dabei stehen vor allem Mechanismen im Vordergrund, die eine Entfaltung des Innovationspotentials von Erbe in kulturellen Landschaften bewirken und damit zu einer stärker gemeinwohlorientierten Entwicklung und Nutzung beitragen können.

Projektpartner

Tabelle

Porträt Georg Mildenberger
Dr. Georg Mildenberger
Porträtfoto von Diamantis Panagiotopoulos
Prof. Dr. Diamantis Panagiotopoulos
Porträtfoto von Gudrun-Christiane Schimpf
Dr. Gudrun-Christine Schimpf

 

Porträtfoto von Fabienne Wallenwein
Dr. Fabienne Wallenwein