Research TandemsCulture Wars: Kämpfe ums kulturelle Erbe

Das Tandemprojekt zielt auf die systematische Konzeption, theoretische Entwicklung und empirische Untersuchung unterschiedlicher Verdunkelungsprozesse von kulturellem Erbe. Wir verstehen ‚Verdunkelung‘ zunächst als nachlassende Validität eines kulturellen Erbes, d.h. als die explizite sprachliche Anerkennung in einer Gruppe, und als nachlassende Faktizität, d.h. schwächere Geltung, die das Erbe für das Handeln der Akteure (generische Personenreferenzen m/w/d stets inkludierend) entfaltet. Mit Hilfe eines vierstufigen dynamischen Aushandlungsprozesses, in dem gesellschaftliche Akteure in (rivalisierenden) Kurationskulturen über Konsekrations- und Symbolisierungsprozesse streiten, untersuchen wir Prozesse kultureller Verdunkelung in drei Gesellschaftsbereichen: Ehe- und Familienrecht, währungspolitisches Erbe sowie literarische Preise. Indem wir Sprechakte und Handlungspraktiken als Mechanismen von Verdunkelungsprozessen in unterschiedlichen Kurationskulturen vergleichend analysieren, wollen wir einen Beitrag zur Erklärung des Gelingens/Sistierens/Scheiterns der jeweiligen Verdunkelungsversuche leisten und gleichzeitig die theoretische Modellentwicklung vorantreiben. Unser Vorhaben greift in der ersten Phase mehrere zentrale Schwerpunkte (Entscheidungsprozesse, Dynamik, Dark Heritage, Konflikt/Identität) der Flagship Initiative "Transforming Cultural Heritage" auf, wird aber in der zweiten Phase auf eine strengere Fokussierung hinarbeiten

Projektverantwortliche

Prof. Ekkehard Felder

Porträt Prof. Dr. Ekkehard Felder

Prof. Dr. Sebastian Harnisch

Prof. Dr. Günter Leypoldt

Porträt Prof. Dr. Günter Leypoldt