Energie und Nachaltigkeit Klimaneutrale Wärme INF

Im novellierten Klimaschutzgesetz Baden-Württembergs vom 6. Oktober 2021 hat sich das Land das Ziel gesetzt, bereits 2040 und damit 5 bis 10 Jahre früher als der Bund beziehungsweise die EU, Klimaneutralität zu erreichen.

Die Landesverwaltung Baden-Württemberg soll sogar schon 2030 Netto-Treibhausgasneutralität erreichen. Durch den im Juni 2022 erlassenen Wärme-Erlass wurde ein Maßnahmenpaket verabschiedet, welches die Wärmeversorgung der Landeseigenen Liegenschaften regelt und notwendige Sofortmaßnahmen beauftragt. 

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Durch Transformationskonzepte und Dekarbonisierungsfahrpläne soll die Umstellung auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung schnellstmöglich vorangetrieben werden. Für die Heizkraftwerke der Universitäten sollen Machbarkeitsstudien in enger Abstimmung mit den jeweiligen Universitäten und Kliniken angefertigt werden, um die Transformation in Richtung einer klimaneutralen Wärmeversorgung zu untersuchen.

Für den Campus im Neuenheimer Feld wurde die Anfertigung einer Machbarkeitsstudie zur Umstellung der Wärmeversorgung vom Energieträger Erdgas auf eine regenerative und erneuerbare Wärmeversorgung im Dezember 2022 in Auftrag gegeben und in 2024 zum Abschluss gebracht. 

In einem umfangreichen Variantenvergleich wurden verschiedene Versorgungskonzept unter Berücksichtigung unterschiedlicher Energieträger und Wärmeerzeuger untersucht und gegenübergestellt. Neben dem Einsatz von Großwärmepumpen welche bspw. den Neckar als Wärmequelle nutzen wurden auch Versorgungskonzepte unter Berücksichtigung von Tiefengeothermie, Power-to-Heat-Anlagen sowie dem Einsatz von grünem H2 untersucht. Das vielversprechendste Versorgungskonzept sieht eine Deckung des Wärmebedarfs des Campus mit den Wärmeerzeugern Tiefengeothermie und einer Simultanwärmepumpe in der Grund- und Mittellast sowie dem Einsatz von H2-Kesseln zur Spitzenlastabdeckung vor. Um einen möglichst effizienten Anlagenbetrieb zu gewährleisten setzt das Vorzugskonzept eine Temperaturabsenkung im bestehenden Fernwärmenetz des Campus von 170 °C auf unter 110°C im Vorlauf voraus. 

Die Machbarkeitsstudie berücksichtigt zentrale energetische Aspekte aus den Entwicklungsentwürfen des Masterplanverfahrens Im Neuenheimer Feld/Neckarbogen sowie die auf dem Campus bestehenden und etablierten unterirdischen Infrastrukturen um eine nachthaltige, wirtschaftliche und flächeneffiziente Lösung zu garantieren. Die infrastrukturelle, technische und digitale Leistungsfähigkeit des Neuenheimer Feldes muss auch zukünftig gewährleistet sein und Raum für unvorhersehbare technische Entwicklungen zu bieten.