HAIreconnect  Wissenschaftliche Brücken zwischen Thailand und Heidelberg: Sukanya Dej-adisai zu Gast mit HAIreconnect

Mit Unterstützung des HAIreconnect-Programms ist die Pharmakologin Assoc. Prof. Dr. Sukanya Dej-adisai im Mai 2025 für zehn Tage aus Thailand an den Neckar gereist, um Kontakte wiederzubeleben und gemeinsame Forschungsvorhaben anzustoßen. Die Wissenschaftlerin von der thailändischen Prince of Songkla Universität besuchte insbesondere das Heidelberger Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie (IPMB), an dem sie von 2001 bis 2006 promoviert wurde. Für den Research Alumni Newsletter berichtet sie von ihrem Aufenthalt in Heidelberg.

 

Sukanya Dej-adisai

Mein Aufenthalt in Heidelberg hat nicht nur meine wissenschaftlichen Fähigkeiten gestärkt, sondern mir auch die Möglichkeit gegeben, mein internationales Forschungsnetzwerk auszubauen – ein entscheidender Faktor für die nachhaltige akademische Entwicklung.

Sukanya Dej-adisai

Warum haben Sie sich für HAIreconnect beworben? 

Ich habe mich beworben, um in meine zweite Heimat zurückzukehren – um Freund:innen und Professor:innen wiederzusehen, meinen ehemaligen Doktorvater Prof. Dr. Michael Wink zur Forschung zu konsultieren und zukünftige Kooperationsmöglichkeiten, einschließlich Studierenden- und Personalaustausch zwischen unseren Universitäten, zu erkunden. Bereits 2015 hatte mir Prof. Wink die Bewerbung für das Programm empfohlen, als ich den Wunsch äußerte, ihn zu besuchen, seinen Rat zu meiner Forschung einzuholen und eine weiterführende akademische Zusammenarbeit anzustreben.

Welche Aktivitäten haben Sie während Ihres Aufenthalts in Heidelberg unternommen? 

Neben Michael Wink habe ich auch meine langjährige Freundin aus der Promotionszeit, Astrid Backhaus, und ihren Ehemann, Prof. Dr. Jürgen Backhaus, wiedergesehen und durfte bei ihnen wohnen. Zudem traf ich eine Kollegin aus meiner Doktorandenzeit, Dr. Katja Sesterhenn, die derzeit für Merck in Darmstadt arbeitet. Und natürlich habe ich das Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie besucht, an dem ich promoviert worden bin. Hier habe ich auch eine meiner ehemaligen Bachelor-Studentinnen von der Prince of Songkla University in Thailand getroffen, die inzwischen einen Masterstudiengang in Deutschland absolviert. Außerdem habe ich einen Abstecher nach Saarbrücken gemacht, um Prof. Dr. Rolf Müller, Direktor des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), zu treffen. Ansonsten habe ich die Tage in Heidelberg genutzt, um durch die Stadt zu spazieren und mich an meine Studienzeit vor zwanzig Jahren hier zu erinnern.

Inwieweit hat sich Ihre wissenschaftliche Arbeit von dem Aufenthalt profitiert? 

Aufgrund der relativ kurzen Dauer des HAIreconnect-Aufenthalts haben sich die Aktivitäten hauptsächlich auf die Diskussion bereits erzielter Ergebnisse konzentriert sowie auf die Planung künftiger Forschungsarbeiten. Ich habe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen und Einrichtungen getroffen, was Türen für interdisziplinäre Projekte geöffnet hat. Zum Beispiel haben wir mögliche gemeinsame Förderanträge und Austauschprogramme für Studierende diskutiert. Gleichzeitig konnte ich durch die persönlichen Gespräche bestehende Partnerschaften stärken und gemeinsame zukünftige Aktivitäten in den Blick nehmen. Insbesondere meine Forschung im Bereich Heilpflanzen und Wirkstofffindung aus Naturstoffen wird hiervon profitieren. Ich hoffe, langfristige Kooperationen mit Heidelberger Institutionen aufzubauen und gemeinsame Forschungsprojekte sowie internationale Veröffentlichungen zu realisieren.

Was war für Sie der größte Mehrwert Ihres Aufenthalts? 

Der wertvollste Aspekt meines Aufenthalts war der Austausch von Wissen und Erfahrungen mit internationalen Forschenden. Das hat nicht nur meinen wissenschaftlichen Horizont erweitert, sondern auch mein Verständnis für die internationale Forschungspraxis vertieft. Zudem konnte ich meine Kommunikationsfähigkeiten verbessern und ein akademisches Netzwerk aufbauen – beides wichtige Grundlagen für die langfristige Entwicklung meiner Forschung.

Ich möchte meine Dankbarkeit für die Möglichkeit zur Teilnahme am HAIreconnect-Programm zum Ausdruck bringen. Es hat mir geholfen, meine Forschung voranzutreiben und akademische Kooperationen mit renommierten Institutionen zu etablieren.

Sukanya Dej-adisai

Mit welchen Herausforderungen oder Schwierigkeiten waren Sie konfrontiert? 

Die kürzere Projektlaufzeit stellte die größte Herausforderung dar. Sie machte es notwendig, die Forschungstätigkeiten konzise zu halten und den Fokus stark auf die Diskussion zu legen. Zusätzlich war die Kombination aus begrenzter finanzieller Unterstützung und hohen Lebenshaltungskosten in Heidelberg schwierig. 

Wie könnte das HAIreconnect-Programm weiter verbessert werden? 

Das Programm ist eine gut strukturierte Initiative, die eine wertvolle Gelegenheit zur Wiederaufnahme akademischer Kooperationen innerhalb des Heidelberger Netzwerks bietet. Ich möchte jedoch anregen, die Förderung – insbesondere für Reisekosten – zu erhöhen, da die derzeitige Unterstützung unzureichend ist. Dies gilt besonders für Alumni aus einkommensschwachen Ländern, die sich die Kosten sonst nicht leisten könnten. Eine Verbesserung in diesem Bereich würde die Zugänglichkeit des Programms deutlich erhöhen und Forschenden aus mehr Ländern eine Teilnahme ermöglichen.

Anmerkung HAI: HAIreconnect ist ein Mobilitätszuschuss und kein Vollstipendium. Ermöglicht wird er durch Spenden aus dem Alumni-Netzwerk und folgt der Idee „von HAI-Mitgliedern für HAI-Mitglieder“. Da der Zuschuss für eine vollumfängliche Finanzierung eines Aufenthaltes (vor allem aus Übersee) nicht ausreicht, kann er mit einer anderweitigen Förderung kombiniert werden. Wie die Erfahrung gezeigt hat, ist HAIreconnect oftmals der ausschlaggebende Zuschuss zur Umsetzung eines Forschungsaufenthaltes am Neckar. HAI dankt in diesem Kontext allen Spenderinnen und Spendern, die das HAIreconnect-Programm finanzieren.

ÜBER HAIRECONNECT

Mit HAIreconnect erhalten ehemalige Gastwissenschaftler:innen einen Zuschuss für einen mehrtägigen Aufenthalt in Heidelberg. Dieser kann genutzt werden, um Möglichkeiten in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit auszuloten, neue Forschungsprojekte anzustoßen oder bestehenden im persönlichen Austausch neuen Input zu geben. Das wissenschaftliche Vorhaben sollte durch den Aufenthalt am Neckar maßgeblich vorangebracht werden.