Alumni Projektwoche Erfolgreiches Kooperationsprojekt zu Global Digital Health und Einsatz von KI

Research-Alumni-Veranstaltung ermöglicht Wissenstransfer und initiiert neue wissenschaftliche Vorhaben

KI-Anwendungen für Diagnostik und Prävention, E-Learning in der medizinischen Ausbildung in Afrika, Apps zur Hautkrebsvorsorge: Mit digitaler globaler Gesundheit und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin hat sich eine innovative Projektwoche für Research Alumni beschäftigt, die im November in Heidelberg und Köln stattgefunden hat. Das interdisziplinäre und internationale Kooperationsprojekt, an dem neben der Universität Heidelberg fünf weitere deutsche Forschungseinrichtungen beteiligt waren, brachte 25 Research Alumni unterschiedlicher Fachrichtungen aus Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern mit aktuellen Wissenschaftler:innen der sechs Partnerinstitutionen zusammen. Ziel des neuartigen Konzepts war es, einen nachhaltigen Wissenstransfer zu ermöglichen und die internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Verbindungen der Research Alumni zu deutschen Forschungseinrichtungen zu stärken. 

Eine Idee, die vollständig aufgegangen ist, wie Jella Friedrich betont, die bei HAI das Research Alumni Netzwerk (RAN) der Universität Heidelberg betreut: „Die Veranstaltung, deren Format, Organisation und fachliche Zusammensetzung für alle Neuland war, hat die Erwartungen der Teilnehmenden und des Projektteams übertroffen. Bereits während der Projektwoche haben Research Alumni und hiesige Wissenschaftler:innen Ansätze für neue, gemeinsame Projekte entwickelt, deren Outcome 2026 bei einem digitalen Follow-Up präsentiert werden soll.“ Damit gelang der geplante Brückenschlag zwischen Research Alumni und derzeitigen Forschenden der beteiligten Einrichtungen hin zu neuen Kooperationen. Zu den Projektpartnern gehören neben der Universität Heidelberg das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie die Universitäten Köln, Münster und Siegen. Die teilnehmenden Research Alumni hatten alle im Rahmen ihrer akademischen Laufbahn einen mindestens dreimonatigen wissenschaftlichen Aufenthalt an einer der sechs Institutionen verbracht.

Workshop Global Digital Health
Workshop Global Digital Health

Die Projektwoche „Global Digital Health – Interdisciplinary Challenges from International Perspectives“ startete am 20. November in Köln und wurde vom 24. bis 26. November beim DKFZ in Heidelberg fortgesetzt. In unterschiedlichen Formaten befassten sich die Teilnehmer:innen mit der gesellschaftlichen, entwicklungsbezogenen und globalen Relevanz digitaler Fortschritte in verschiedenen medizinischen Bereichen und mit den Herausforderungen und Chancen aus einer globalen Perspektive; thematisiert wurden dabei die Bereiche Krankheitsprävention, Diagnostik, medizinische Versorgung und Therapie, biomedizinische Informatik, Alternsforschung, Klimawandel, Gesundheitspolitik und -erziehung sowie ethische und rechtliche Fragen. Das Programm bestand aus Keynote-Vorträgen und Diskussionsrunden verschiedener Art, ergänzt von Laborführungen, Möglichkeiten zum Networking und kulturellen Aktivitäten sowie drei öffentlichen Vorträgen. In Heidelberg wurde eine Lab-Tour auf dem Campus Im Neuenheimer Feld angeboten, die unter anderem an das Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum am Universitätsklinikum führte. In den beiden Heidelberger öffentlichen Vorträgen ging es bei Alumnus Merlin Greuel um die Wirkung kurzer animierter Storytelling-Videos auf das Gesundheitswissen und -verhalten verschiedener Zielgruppen und bei Prof. Dr. Dr. Eva Winkler, um ethische Fragen und Probleme in der medizinischen Forschung und Anwendung, auch im Hinblick auf KI – beide Vorträge sorgten für viele interessierte Nachfragen.

Merlin Greuel
Eva Winkler

Die marokkanische Heidelberg-Alumna Lamees Elhassan interessierten vor allem Diskussionen zur Ungleichheit im Gesundheitswesen und zur Frage, wie Digital Health diese Kluft schließen kann. Solche Themen seien für Teilnehmer:innen aus afrikanischen Ländern ebenso wichtig wie die generellen Zusammenhänge zwischen Politik und Digital Health: „So können wir in unseren Ländern Ideen und Forschungsansätze entwickeln.“ Neben der Wissenserweiterung nutzte sie die Projektwoche zum Networking, da sie im Rahmen ihrer Promotionsplanung auf der Suche nach erfahrenen Wissenschaftler:innen im Bereich Digital Health war und sich auch für eine Mitarbeit in einem entsprechenden Projekt interessierte. Bereits seit 2011 beschäftigt sich Heidelberg-Alumnus Felipe Mejia-Medina aus Kolumbien mit dem Thema Digital Health, mittlerweile als Berater mit Schwerpunkt auf dem Bereich KI: „Diese Projektwoche war also einfach wie für mich gemacht“, freute er sich. Er nehme regelmäßig an Workshops teil, da er wisse, wie wichtig nicht nur Networking sei, sondern auch eine externe Sicht auf die eigene Arbeit, die Aspekte bemerke, die man selbst nicht mehr wahrnehme. Für seine Arbeit brauche es interdisziplinäre Teams, und „bei dieser Projektwoche findet man genau so ein interdisziplinäres Team aus erstaunlichen Menschen, die Unglaubliches leisten“.

2026 wollen die Projektpartner die Diskussionen mit digitalen Veranstaltungen fortsetzen, um nachhaltige Kooperationen zu fördern, die aus der Projektwoche entstanden sind. Der Erfolg des Workshops stärkt auch das Research Alumni Netzwerk von HAI, in dessen Rahmen zuletzt 2018 eine internationale Veranstaltung angeboten werden konnte, wie Jella Friedrich erklärt: „Wir blicken also mit neuen Impulsen für RAN ins Jubiläumsjahr und freuen uns auf ‚30 Jahre HAI‘.“

Gefördert von

Die Förderung der Veranstaltung erfolgte durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mit Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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