Nachruf Trauer um Alumna Annelene J. Amirana
Die Universität Heidelberg trauert um ihre Alumna Dr. Annelene J. Amirana: Die Medizinerin, die gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Mahomed T. Amirana das Amirana-Stipendium zur Unterstützung von Heidelberger Studierenden und Promovierenden der Medizin und Zahnmedizin aus Ländern des Globalen Südens ins Leben gerufen hat, ist im Alter von 94 Jahren verstorben. „Die Universität verliert mit Annelene Amirana eine engagagierte Alumna, die sich gemeinsam mit ihrem Mann in den letzten Jahren beispielhaft für angehende Mediziner:innen aus dem Globalen Süden eingesetzt hat. Ihre Großzügigkeit hat das Leben einer ganzen Reihe von jungen Menschen positiv beeinflusst“, betont HAI-Leiterin Silke Rodenberg.
Annelene und der mittlerweile 95-jährige Mahomed Amirana lernten sich in den 1950er-Jahren während ihres gemeinsamen Medizinstudiums an der Universität Heidelberg kennen. Aus Dankbarkeit dafür, dass Mahomeds Studium in Heidelberg, das sein Leben entscheidend prägte, durch ein Stipendium ermöglicht worden war, richteten die beiden mit einer großzügigen Spende einen Stipendienfonds ein. Mit diesem werden seit 2016 Heidelberger Studierende und Promovierende der (Zahn-)Medizin unterstützt, die aus Ländern des Globalen Südens stammen und sich in einer finanziell schwierigen Situation befinden. Bis Ende 2025 konnten aus dem Fonds, den das Ehepaar wie auch andere Ehemalige der Universität Heidelberg regelmäßig mit weiteren Spenden befüllten, bereits 44 Studierende aus 24 Ländern gefördert werden, die sich so ganz auf ihre wissenschaftliche Arbeit konzentrieren konnten.
Annelene stammte aus Schlesien und kam 1954 zum Medizinstudium nach Heidelberg. Dort lernte sie ihren Kommilitonen Mahomed kennen und lieben, der ursprünglich aus einem kleinen Ort im indischen Bundesstaat Gujarat stammt und bereits ein Jahr zuvor sein Medizinstudium an der Ruperto Carola begonnen hatte. Beim gemeinsamen Studium übernahm er im Physiklabor die Experimente für sie und ihre Freundin mit, während sie die Berichte für alle Versuche schrieb: „Ich war besser bei den Versuchen und sie konnte besser schreiben“, erinnerte sich Mahomed. Nach dem Ende des Studiums 1958 ging er in die USA, da es dort einfacher war, eine Stelle im Krankenhaus zu finden, und schickte seiner Freundin jeden Monat 50 Dollar nach Deutschland, damit sie für ein Flugticket sparen konnte. Ein Jahr später folgte ihm Annelene nach ihrem Examen in die USA, wo die beiden rasch heirateten. Während Mahomed Chirurg wurde und sich auf Erkrankungen der Lunge spezialisierte, wurde Annelene Anästhesistin. Die beiden bekamen zwei Söhne, eine Tochter und mehrere Enkelkinder.
„Ich verdanke Heidelberg alles. Ich hätte sonst nie meine Frau kennengelernt und wäre nie Arzt geworden“, erklärte Mahomed Amirana bei der Gründung des Stipendienfonds das gemeinsame Engagement des Ehepaares, das 66 Jahre miteinander verheiratet war, für die Ruperto Carola. „Wir freuen uns, dass wir helfen können“, betonte Annelene damals.


Stimmen von Stipendiat:innen
Diese Förderung ermöglicht es mir, meine Zeit und Energie voll in das Projekt zu investieren, ohne auf Nebentätigkeiten angewiesen zu sein. In dieser prägenden Phase meines Werdegangs ist das Stipendium weit mehr als eine finanzielle Unterstützung – es ist eine wertvolle Weichenstellung für meine medizinisch-wissenschaftliche Zukunft.
Shokhrukh Sultanov, Usbekistan 2025
Mit der wirtschaftlichen Unsicherheit in der ganzen Welt verliert man die eigene finanzielle Sicherheit und wird mit der Frage konfrontiert, ob man überhaupt weiter studieren kann. [...] Durch das Amirana-Stipendium konnte ich mein Studium wie geplant weiterführen, ohne einen zweiten Job aufnehmen zu müssen und konnte für mein Studium mein Bestes geben, ohne mir jeden Tag große Sorgen über Geld zu machen.
Ana Julia Holler, Brasilien, 2021