Leonard McCombe – Nach dem Krieg Polen

Während eines Aufenthaltes in Berlin 1945 erhielt Leonard McCombe die Gelegenheit, Mitglieder der United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) auf einer Mission nach Polen zu begleiten. Im Anflug auf Warschau bot sich ihm der Anblick eines Ortes, den die Deutschen systematisch dem Erdboden gleichgemacht hatten. Viele Menschen hausten in Erdlöchern, doch McCombe zeigt in seinen Bildern auch den unbedingten Willen der Polen, die Hauptstadt ihrer Nation wiederaufzubauen. Polen ist in besonderer Weise von den Grenzverschiebungen am Ende des Zweiten Weltkrieges betroffen. Hundertausende verließen mit Hausrat und Nutztieren die der Sowjetunion zugeschlagenen Gebiete in Richtung Westen, nach Ostpreußen und Pommern. Auf den Straßen außerhalb von Warschau hielt Leonard McCombe auch diesen Exodus mit seiner Kamera fest.  

Vater und Tochter

"Ein Vater und sein Töchterchen im Eingang zum Keller, der ihnen allein als Wohnung geblieben ist."
ATLANTIS, JULI 1946

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Mann mit Kind schaut aus einem Loch in der Straße

Geigen in Warschau

Eine Gruppe Musiker steht in der Nachkriegszeit vor einer zerstörten Häuserfassade

Zu Fuß

„Diese ... Frauen sind viele Meilen gelaufen, um den Menschen in der hungrigen Stadt ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu verkaufen.“

ATLANTIS, JUNI 1946

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Historisches Foto: Barfuß gehende Frau mit Rucksack auf einem städtischen Platz

Flüchtlinge mit ihren Haustieren

„Man zündet ein Lagerfeuer an, brät seine Kartoffeln und versorgt vor allem die kostbaren geretteten Haustiere, mit denen man neu beginnen wird auf dem von der Regierung zugewiesenem Land, wo einst preußi­sche Junker schalteten und walteten.“

BILL RICHARDSON UND LEONARD MCCOMBE, MENSCHEN ERLEIDEN GESCHICHTE

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Ein Gruppe von Flüchtlingen mit ihren Haustieren in der Nachkriegszeit

Tod auf der Straße

"Dieser Mann hatte versucht, nach Warschau zu gelangen, aber Hunger und Entbehrungen brachten ihn um. Andere Reisende auf der Straße gehen an ihm vorbei, denn solche Anblicke sind im heutigen Polen üblich, wo Tausende kaum Nahrung oder ein Dach über dem Kopf haben."
ILLUSTRATED, JUNI 1946

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Reisende gehen auf der Straße an einem Leichnam vorüber

Mädchen mit Eimer

"Diese Nacht in halb geträumten, halb durchwachten Stunden aber stieg das kleine Mädchen aus dem Bild heraus. ...Es schob die Ärmel seines viel zu grossen Mantels zurück, die die Hände ganz zu deckten, und hob den schweren Eimer, der noch auf dem Bilde war, kehrte sich und
trippelte davon dem Ende des Bahnsteigs zu, wo Wiesen schimmerten ... sie war ein Kind ohne Vergangenheit und Zukunft und blickte verlegen zur Seite."

ATLANTIS, JULI 1946

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Ein junges Mädchen steht barfuß mit vollem Wassereimer auf einem Bahnsteig und blickt den Fotografen ernst an.