Film zur Ausstellung

Das hier zu sehende Video ist 15 Minuten lang und zeigt Szenen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit in Heidelberg. Die Aufnahmen stammen aus vier US-amerikanischen Kurzfilmen.  

TRIGGER WARNUNG: In einigen Sequenzen sind tote Menschen zu sehen. 

Die Filme sind in voller Länge und teilweise vertont auf der Website des United States Holocaust Memorial Museum, Washington D.C. über die „Collections search“ unter Angabe der RG-Nummer (Film 1: RG603038, Film 2: RG603576, Film 3: RG602795, Film 4: RG603592) frei zugänglich. Sie sind dort mit Genehmigung der National Archives & Records Administration bereitgestellt. 

“In the Wake of War in Germany” - 23. April 1945

Es handelt sich um US-amerikanische Propagandaaufnahmen aus den letzten Kriegs- und ersten Besatzungswochen in Westdeutschland von März/April 1945. Zu sehen sind zunächst Szenen aus Duisburg, Limburg, Osnabrück und Münster: zerstörte Straßenzüge mit US-Soldaten, toten Zivilisten, deutschen Kriegsgefangenen, plündernden Menschen sowie ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und befreiten Kriegsgefangenen. Die Aufnahmen aus Heidelberg zeigen US-Soldaten auf dem Schloss und Universitätsplatz mit der Ehrentafel für die USameri kanischen Spender der 1930/31 errichteten Neuen Universität. 

“Russian DP Camp” - 3. Mai 1945

Zu sehen sind Szenen aus der Heidelberger Grenadierkaserne am Kirchheimer Weg, die als Lager für ehemalige sowjetische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter genutzt wurde: Luftaufnahmen des Geländes, die Feierlichkeiten zum 1. Mai mit Tanz und Ansprachen durch sowjetische Armeeangehörige, marschierende junge Männer, die für ihren Dienst in der Roten Armee üben, kleine Kinder, eine Essenausgabe, der Frontverlauf der letzten Kriegs tage als großformatige Karte sowie Frauen beim improvisierten Kochen und Bügeln im Freien. 

“Patton’s Funeral” - Dezember 1945

Es handelt sich um Aufnahmen von den Trauerfeierlichkeiten für den US-amerikanischen General George S. Patton. Dieser war am 21. Dezember 1945 nach einem Autounfall im Heidelberger Militärhospital verstorben. Eine Militärparade führte seinen Leichnam unter großem Interesse der Bevölkerung durch die Stadt zum alten Hauptbahnhof (heute Carré). Von dort wurde er per Eisenbahn nach Luxemburg transportiert, wo er auf dem späteren Luxembourg American Cemetery and Memorial bestattet wurde. 

“DP children in American Homes in Germany” - 20. August 1948

Zu sehen sind Kinder in für US-amerikanische Familien beschlagnahmten Häusern in Heidelberg. Wahrscheinlich handelte es sich um verwaiste Kinder von Zwangsarbeiterinnen aus Ost(mittel)europa. Die ersten Sequenzen zeigen zwei Mädchen und zwei Jungen im Haus des US-amerikanischen Militärgeistlichen Anderson. Der Ehemann spricht mit den Kindern ein Gebet am Esstisch, seine Frau sitzt mit einem Mädchen am Klavier. In einem anderen Haus spielen fünf Mädchen Karten. Die Ehefrau von Major G. L. Campbell besucht mit zwei Mädchen das damals nur für US-Amerikaner zugängliche Thermalbad in Bergheim.