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Konzerte

Camerata Carolina

C. Saint-Saëns: Weihnachtsoratorium

  • Wegen der aktuellen Beschränkungen abgesagt. Nachholtermine werden bekanntgegeben.

 

Capella Carolina

C. Orff: Carmina Burana

Konzerte im Sommer in Heidelberg und Prag, genauere Infos folgen.

 

Allgemeine Infos & VVK

 
Vorsingtermine

Capella Carolina

Derzeit könnt ihr ohne Voraussetzungen an unseren Online-Terminen teilnehmen. Meldet euch dazu bitte bei der Chororganisation (Kontakt). Ein Gruppenvorsingen findet statt, wenn Chorsingen wieder erlaubt ist.

 

Camerata Carolina

Einzelvorsingen nach Vereinbarung. Anmeldung telefonisch oder per Mail beim Chorleiter erforderlich.

 
Proben

Capella Carolina

Donnerstags, 20-22 Uhr, derzeit online.


Camerata Carolina

Sobald Präsenzproben erlaubt sind

 

Probenbeginn WiSe 2020/21

  • Capella: 15.10.2020
    Orff: Carmina Burana

  • Camerata: 10.11.2020   Saint-Saëns: Weihnachtsoratorium & Bach: Johannes-Passion

 

 
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Camerata Carolina

Liebe Freunde der Camerata Carolina, trotz der Kontakt-Beschränkungen zur Eindämmung der Corona Pandemie probt die Camerata Carolina virtuell weiter. Einmal die Woche treffen wir uns online, sprechen gemeinsam die Musikstücke für unsere nächsten Konzerte durch und können so weiterhin die Chor-Gemeinschaft erleben, die uns so viel Freude bereitet. Anschließend nimmt jede Sängerin und jeder Sänger die eigene Stimme auf und schickt die Datei an unseren Dirigenten Franz, der dann den fleißigen Cameraten telefonisch ein Feedback gibt. Mit diesem Blog wollen wir Ihnen / Euch einen Einblick in unsere Probenarbeit geben. Geschrieben ist der Blog aus Sicht von Franz Wassermanns Katze Trixi.

Unter Kontakt ist auch angegeben, wie Mann oder Frau sich bei Neigung und Fähigkeit zum Singen anspruchsvoller Werke mit dem Dirigenten in Verbindung setzen kann.

30. Juni 2020

Heute ist die letzte Online-Probe, denn die Cameraten bekommen die großzügige Möglichkeit im Vortragssaal von MLP mit großem Sicherheitsabstand ihre Präsenzproben wieder zu starten. Mit Faceshield, Masken, Hygienekonzept und allem was dazugehört. Ich bin beeindruckt, was da auf die Beine gestellt wurde. Die Online-Proben werde ich vermissen, denn manchmal war der Chor schon dicht dran an der Perfektion der Katzenmusik. Dann konnte ich wunderbar mit einstimmen. Andererseits liegen ganz offenbar Franz' und meine Vorstellungen von einem guten Chorklang weit auseinander. Insofern werde ich den Präsenzproben fern und in meinen Gefilden bleiben, wenn sich der Chorklang immer weiter vom Ideal der Katzenmusik entfernen wird. Ich übernehme dann lieber zu Hause den Sologesang. Damit endet auch meine Berichterstattung von den Online-Proben mit einem kräftigen Solo-Miaaau. Eure Trixi.

23. Juni 2020

Camerata Online-ProbeHeute ist mein großer Auftritt! Es soll ein Foto von der Web-Konferenz gemacht werden, und ich soll als Katze des Dirigenten mit auf’s Bild. Den ganzen Tag bin ich an der Fellpflege, denn ich stelle mir das ja vor, wie in einem James Bond Film. Die Organisation – oder war es der Chor? – trifft sich per Videoschalte und ich auf dem Schoß von Nummer 1: Blofeld - äh Franz. Anwesend sind auch Nummer 2, 3, 4 (wie der aufmerksame Leser weiß, endet hier mein Zahlenraum) und viele weitere Mitglieder, z. B. der Beißer, den ich schon immer mal kennen lernen wollte oder Lotte Lenya aus dem Film Liebesgrüße aus Moskau. Blofeld sagt mit leicht näselnder Stimme: „Nummer 3, Sie haben die Ihnen aufgetragene Aufgabe nicht richtig erfüllt. In Takt soundso wurde das Gis 2 Hertz zu hoch intoniert“. Um die Drohkulisse weiter aufzubauen, werde ich mit einem rohen Filetstück gefüttert… Nun ja, zurück in der Realität wurden die Allmachtsfantasien einer Katze dann doch nicht erfüllt und es wurde wieder eine sehr harmonische und lustige Chorprobe. Seht selbst, wie das Bild geworden ist. Kein Filetstück, aber eine ordentliche Portion Futter gab’s dann auch noch als Belohnung. Mit lieben Grüßen aus Wiesloch, Eure Trixi.

16. Juni 2020

Heute wurde zunächst besprochen in welcher Chorstärke möglicherweise demnächst wieder geprobt werden kann und darf. Dazu bedarf es höherer Mathematik, sage ich euch - Ob Quartett, Doppelquartett, 2 Doppelquartette – ich komme rechnerisch nicht mehr mit, da mein erweiterter Zahlenraum nur bis 4 geht. Reicht auch vollkommen aus, um im 4/4 Takt mit zu miauen. Darüber hinaus wurde natürlich auch geprobt: Das Benediktus aus Dvoraks Messe und Molitva von Franjo Dugan. Ich gehe jetzt erstmal ein Quartett Mäuse fangen und verbleibe mit vielen Grüßen. Eure Trixi.

9. Juni 2020

Heute wurden die Einsendungen der Chormitglieder zum Sanctus aus Dvoraks Messe und zum Mjesecina von Blagoje Bersa besprochen. Letzteres wurde als ausgesprochen haariges Stück beschrieben, was ich als Katze nur gutheißen kann. Besonders haarig scheint das morendo von ppp zu ppppp zu sein. Lasst euch mal überraschen, wie die Sängerinnen und Sänger das hinbekommen werden. Als neues Werk kam heute Zyczenie – Mädchens Wunsch – mit einer Melodie von Frédéric Chopin hinzu, wobei da besonders gut auf die verrückten Rubati des Dirigenten – oder waren es die Rubati des verrückten Dirigenten? – geachtet werden soll. Na, da müssen der polnische Text und die Melodie aber sitzen. Ich verabschiede mich für heute in der Universalsprache der Katzen mit einem einfachen Miau. Eure Trixi.

2. Juni 2020

In der heutigen Probe werden zum ersten Mal Gesangsübungen gemacht. Franz singt vor, die Chormitglieder singen (ohne Mikro) nach. Unter anderem drehen sich die Übungen um den Vokalausgleich von A zu U. Mehrere Dinge sind mir nicht ganz klar: Was die Wohnungsnachbarn der SängerInnen zu deren Vokalausgleich sagen, wie Franz allein vom Zuschauen den Vokalausgleich beurteilen kann und welchen tieferen Sinn die Übung überhaupt hat. Nachdem Franz die richtige Mundstellung erläutert und später zum Sanctus (na, welche Vokale tauchen da wohl besonders häufig auf?) aus Dvoraks D-Dur Messe überleitet, klären sich immerhin die beiden letzteren Punkte. Ich singe fleißig mit, wobei ich als Katze beim Vokalausgleich von A nach U von Natur aus natürlich Vorteile genieße. Gelobt werde ich dennoch nicht.  

Über das Singen hinaus lerne ich ganz nebenbei, dass es wohl gerade Melone irgendwo im Angebot geben muss, da gefühlte 50% der SängerInnen diese während der Probe verputzen. Auch sonst dreht sich viel ums Kochen und Essen bei der gemeinsamen Unterhaltung nach der Probe. Hört sich lecker an, ich hoffe es fällt mal was für mich ab. Bis zur nächsten Probe, Eure Katze Trixi.

 


 

Capella Carolina

Liebe Freunde und Chorbegeisterte der Capella Carolina,

wir alle wissen um die gegenwärtige Situation rund um Corona. Wir lassen uns aber nicht von der Kunst des Singens abhalten und so finden unsere Chorproben weiterhin wöchentlich online statt. Alles geht also weiter, um uns schon jetzt für die nächsten geplanten Auftritte Januar nächsten Jahres vorzubereiten und unsere Kooperation mit dem Chor und Orchester des Collegium Paedagogicum der Karls-Universität zu Prag zu stärken.

Wem dies zu früh erscheint, sei gesagt: „Die lange Bank ist des Teufels liebstes Möbelstück.“ Denn was wir uns vorgenommen haben, ist durchaus anspruchsvoll: Carl Orffs monumentale Carmina Burana.

Das auf unserer Ausgabe abgebildete Rad der Fortuna, der Orff den ersten und letzten Teil widmete, mag so für unsere Situation stehen: Nach zahlreichen Erfolgen in den letzten Jahren und einer fruchtbaren Kooperation mit Prag möchte uns die Fortuna in ihrer unberechenbaren Art nun niederschmettern.

Doch wir lassen uns nicht vom Rad der Fortuna überrollen und können der Gesamtsituation tatsächlich etwas Positives abgewinnen! Dadurch, dass die Proben dieses Semester online stattfinden, freuen wir uns sehr, auch die Gesichter eigentlich bereits weitergezogener Mitsingender wieder in unserer Chorgemeinschaft begrüßen zu können – teils aus vom Heidelberger Boden so fern gelegenen Orten wie Prag oder Venedig. Und tatsächlich dürfen wir auch dieses Semester trotz der widrigen Umstände wieder Neuankömmlinge herzlich willkommen heißen.
So kommen insgesamt schon 70 aktiv Mitsingende für dieses Semester zusammen.

Auch wenn wir nicht mit Trixi aufwarten können, wird Euer Capella-Schreiberteam keine Fortuna-Allüren zeigen und sich zuverlässig darum kümmern, dass Ihr stets auf dem Laufenden bleibt!

SEMESTER-ENDE … NOCH NICHT GANZ! | 09. Juli 2020 

Heute war die letzte Online-Probe für dieses Semester und wir sind ganz nach dem geplanten Verlauf mit allen Stücken für die Carmina Burana durch. Zur Abrundung haben wir in diesem Treffen zuletzt noch einmal die Stücke von Nr. 20 Veni, veni, venias bis Nr. 25. O Fortuna einmal komplett und ohne Unterbrechungen zusammen durchgesungen. Und auch die Planung der Aufteilung, wer die Kinderchor-Teile singen wird – Frauenstimmen ohne Tremolo – steht. 

Natürlich wird es nächstes Semester interessant, wenn wir das erste Mal in großer Runde alle Stimmen zugleich üben werden. Denn letztendlich kann man nicht leugnen, dass chorisches Singen doch etwas anderes ist, als zuhause sozusagen "allein" mit einer CD-Aufnahme zu proben. Alles in allem sollten wir aber durch die wirklich fantastische Krisenbewältigung, die die Organisation unseres Chores trotz aller widrigen Umstände dieses Semester bewiesen hat, sehr weit gekommen sein. Dank der wirklich zusammenbringenden und auch sängerisch unterstützenden Treffen und den zur Verfügung gestellten Tutorials könnten wir uns sehr gut vorstellen, dass die hoffentlich im nächsten Semester kommende erste Probe als reales Treffen nur schön werden und klingen kann! 
Und wir erwarten natürlich auch gerade zum Wintersemester wieder Neuankömmlinge im Chor. Wobei deren Auswahl nicht so streng ausfallen wird, wie Franz seine Sopran-Solistinnen oft auszuwählen pflegt – indem sie die Nr. 23 Dulcissime vorsingen. 

Da wir zum Glück jedoch alle nie genug voneinander und der Musik bekommen können, wird dies nicht der letzte C(h)orona-Blog-Eintrag der Capella Carolina für dieses Semester gewesen sein und wir werden Euch selbstverständlich auch in den nächsten paar Wochen noch immer über das weitere Geschehen auf dem Laufenden halten! Es kommen noch ein Online-Chorhock, Einblicke hinter die Online-Kulissen der Tutorials, etc. auf Euch zu. Also bis dann! 

REINRUFEN AUF NACHFRAGE | 02. Juli 2020

Gleich zu Beginn der Probe ist es Franz herausgerutscht: Manchmal vermisst er inzwischen doch die unaufgefordert eingeworfenen Zwischenbemerkungen aus seinem "Publikum" – genauer: uns – die in den Proben normalerweise vorkommen. Doch nichts leichter als das! Für seinen Dirigenten tut so ein Chor doch alles und die nächste Gelegenheit kam schneller als gedacht:

Nach einer rhetorischen Frage von Franz, was den Unterschied zwischen Dirigenten und Terroristen denn ausmache (gemeint war natürlich, dass man mit Terroristen verhandeln könne) kam sogleich der erste Einwurf: "Ich dachte Du meinst 'Terroristen haben Sympathisanten'" von einem unserer Mitsänger – selbst auch Dirigent versteht sich.

Wir tun also alles, was wir können und noch mehr. Ungeachtet der Situation halten wir, die Chöre der Carolina, zusammen – was man mittlerweile nicht mehr von allen Chören behaupten kann.

Und so bahnen sich bereits jetzt Pläne zum Wettmachen der durch Corona erfahrenen Versäumnisse an. Mittlerweile hätten unsere Konzerte mit Haydns Schöpfung bereits stattfinden sollen. Dies werden wir im nächsten Jahr nachholen und sowohl in Mannheim als auch in unserem schönen Heidelberg konzertieren. Bis dahin bleibt nur zu hoffen, dass die Zeit so schnell vergeht, wie sie es zu tun scheint, wenn alle konsequent auf ihrem Atem singen, was wir selbstverständlich tun – besonders in den ersten Takten des Veni veni venias, das als doppelchöriger Teil eine besondere Herausforderung darstellt.

Mit dem kommenden Ende dieses Semesters haben wir inzwischen fast alle Stücke behandelt und gemeinsam gesungen. Das wird uns zum ersten Mal klar, als die Erläuterungen zu dem Punkt voranschreiten, an dem Franz erklärt, wie Anfang und Ende der Carmina Burana ihre Zirkelstruktur bilden. O Fortuna, O Fortuna.

GEBURTSTAGSKANON | 25. Juni 2020

Heute war ein ganz besonderer Tag, zu dessen Anlass alle Mitglieder der Capella Carolina zum ersten – jedoch wohl auch zum letzten – Mal zusammen über die Onlineverbindung gleichzeitig hörbar gesungen haben! Zu Linas Geburtstag wurde in der diesmaligen Probe das Ständchen "Viel Glück und viel Segen" gebracht. Entsprechend der Natur des Geburtstagskanons mehrstimmig, wobei wir hierbei wohl von einer sehr – sehr – modernen Interpretation sprechen müssen; mit so vielen Stimmen, die über alle Mikrofone zu hören waren. Wenn sich doch zwei Stimmen synchronisiert hatten, so doch wohl eher durch Zufall. Alles in allem ist es wohl keine so gute Idee, online laut miteinander zu singen; allein die versetzten Übertragungszeiten machen es uns unmöglich. So oder so, unsere Mühen wurden mit einem strahlenden Geburtstagskind belohnt und alle hatten doch ihren Spaß dabei. Nur, bitte nicht noch einmal.

Dann ging es weiter wie gehabt. Einsingen, Nachbesprechen der Hausaufgabe und die Einführung in den als nächstes anzugehenden Teil der Carmina Burana, nämlich Blanziflor et Helena. Diese musikalische Interpretation und Anspielung auf die Ilias einerseits und den Hit der Mittelalterliteratur Floire et Blanchefleur (sogar in höfischer und volkssprachlicher Fassung!) andererseits folgt auf das Dulcissime, aus dem die Albträume eines jeden Soprans gesponnen sind. Diese werden durch Blanziflor et Helena von Liebesträumen, die Venus hier beschert, verdrängt.

Nun ist es ja aber kein Geheimnis, dass in vielen Teilen nicht nur der Sopran seine Stimmbandbreite bis in ungeahnte Höhen ausweitet. Franz gibt jedoch die besten Ratschläge zu diesem Thema, damit die Tenöre als Ritter des hohen C auch noch obendrein in den (Ton)Springturnieren brillieren können.

ERINNERUNGEN AN 1998 | 18. Juni 2020

„Es kommt der Tag, an dem wird alles offenkundig.“ So beginnt Franz die Chorprobe und weist so darauf hin, dass gemeinsames Proben im Max-Weber-Haus rascher wieder möglich sein könnte, als man allgemein erwartet.

Auch eine Überraschung hat Franz für uns parat: Eine der heutigen Mitsingenden hat tatsächlich schon 1998 in den Reihen der Capella Carolina die Carmina Burana mitaufgeführt. Es gibt auch Aufnahmen davon, die wir zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt bekommen werden.

In dieser Woche begannen wir die Probe mit dem über die Woche zu übenden Teil Floret Silva – sozusagen eine Nachbesprechung und nochmaliges, gemeinschaftliches Üben unserer Hausaufgabe. Besonders hilfreich ist hier, eine Aufnahme zuhause simultan einzuspielen: So können wir uns zwar nicht gemeinsam und gleichzeitig singen hören, aber jeder einzelne bekommt zur selben Zeit einen virtuellen Chor in guter Klangqualität an seine Seite gestellt. Natürlich ist an diesem Aufnahmen nicht immer alles perfekt. An manchen Stellen ist der fremde Chor zu schnell, an anderen nicht flexibel genug – und an manchen Stellen wagt er es zu atmen. Das wird Franz uns nicht durchgehen lassen, wie er uns versichert. Um schlechten Gewohnheiten vorzubeugen und unseren ganz eigenen Klang zu entwickeln, ziehen wir dann die eigenen Aufnahmen zu Rate.

Weiter geht es dann mit inhaltlichen Ausführungen und Erläuterungen zum Teil dieser Woche: Were diu werlt alle min. Zwar wird uns die Textübersetzung online zur Verfügung gestellt, aber der Fundus an historischem und literarischem Wissen unseres Chorleiters scheint unerschöpflich zu sein.

Ein bekannter und beliebter Topos aus dem Minnesang ist hier präsent: „Ich gebe Krone und Land für die von mir verehrte Dame“, wie Franz es sehr elegant ausdrückt und kurz darauf jede Vorstellung von Romanze zerstört: Damals schienen solche Deklarationen schlicht zum guten Ton zu gehören, und auf Krone und Land verzichtete damals kaum jemand freiwillig. Die bezeichnete Dame ist hier Eleonore von Aquitanien, die, jeweils durch Heirat, erst die Königin von Frankreich und dann von England war, was sehr an die schöne Helena von Sparta bzw. Troia erinnert. Auch hier führte die Eheschließung zwischen Eleonore und Heinrich II von England zum Krieg zwischen den beiden Nationen. Daran wollen wir im 21. Jahrhundert mit Orffs jubelmusikalischer Interpretation gar nicht denken.

Nachdem wir nun also genau wissen, was wir eigentlich singen sollen, geht es darum, tatsächlich zu singen. Und wenn Franz uns dann an seinem Flügel durch die Kamera vorspielt und -singt, fühlt man sich wie in eine reale Probe zurück- (und hoffentlich bald vor-) versetzt.

DURSTIGE KARPFEN | 11. Juni 2020

Widmen wir uns einmal dem Aufwärmen. Da ein Video-Tutorial zum Einsingen zur Verfügung steht, kommen alle mit geölten Stimmen in die Probe. Gemeinschaftlich machen wir dann dennoch ein paar Übungen zusammen. Schultern kreisen, Oberkörper dehnen. Soweit das eben zu erkennen ist, wenn man aufsteht und die Laptopkamera es nicht mehr vermag, einen optimal einzufangen.

Dabei können wir aus eigener Erfahrung sagen, dass Gähnen – im Zwecke des Einsingens natürlich – auch über eine Kamera ansteckend sein kann. Und wir sind uns alle einig, dass Franz recht hat: Wenn alle beim Singen ihr Mikrofon stummgeschaltet haben, sieht die Capella Carolina aus „wie viele Karpfen, die Durst haben“.

Und auch der Rest der Unterhaltungen findet stumm statt. Es können sich in einem Video Chat nun einmal nicht mehrere simultan zu Worte melden, aber eine Mischung aus kollektivem Nicken, Daumen hoch, verschiedensten Gesichtsausdrücken und ab und zu eine Wortmeldung funktioniert erstaunlich gut.

Wie Sopran und Alt im Floret Silva ihren davon gerittenen Liebsten herbeisehnen, während der Wald grünt, vermissen wir in diesem Sommer das gemeinsame Singen mit unseren Mitstreitern im Max-Weber-Haus. Aber es liegt nicht in der Natur der Capella Carolina, klein beizugeben und das Schicksal so anzunehmen, wie es ihr zuteilwird. Wir machen das Beste aus dem, was wir vorfinden – und dieses Projekt könnte durchaus eines unserer Besten werden.

ÜBUNG MACHT DEN MEISTER | 04. Juni 2020

Wie läuft das Ganze denn nun ab? Unsere Proben finden wie gewohnt wöchentlich statt und wir treffen uns per Video-Chat. Es wäre jedoch rein technisch unmöglich und auch für das musizierende Ohr nicht gerade angenehm, würden alle gleichzeitig singen.

Unsere Lösung: Vor und zwischen den Proben können sich alle mit online zur Verfügung gestellten Video-Tutorials einsingen und die jeweiligen Stimmen einstudieren. Während der Treffen absolvieren wir gemeinsam verschiedenste Aufwärmübungen. Danach geht es mit dem Hauptprogramm weiter. Die Aussprache der lateinischen und mittelhochdeutschen Texte wird geklärt, Franz gibt uns verschiedene Tipps zum chorischen Singen und erläutert verschiedene Textinhalte. Gut gerüstet singen wir stummgeschaltet, jeder für sich und dennoch irgendwie gemeinsam, begleitet von eingespielten Tonaufnahmen.

Wir proben also fleißig! Und ganz nach dem Motto ‚Übung macht den Meister‘ spielt sich nicht nur der Umgang mit der Technik, sondern auch das Singen langsam aber sicher ein. So wird durch die musikalischen Feinheiten, die Franz uns näherbringt, immer deutlicher, was für einen groben Fehler Stravinsky beging, als er Orff als musikalischen Neandertaler bezeichnete.

Wie Franz gern betont, schrieb Orff die Carmina Burana für ein Orchester und einen Chor, und nicht für ein Orchester, das mit gelegentlichen Einwürfen von einem Chor begleitet wird. Umso wichtiger ist es, dass alle Singenden nicht nur die mittelhochdeutschen und lateinischen Texte beherrschen: Wir üben alle – ungeachtet einer zukünftigen Einteilung – sowohl den großen als auch den kleinen und den Kinderchor ein.

Auch wenn wir uns gerne wieder wie in früheren Zeiten treffen würden: Was auf keinen Fall fehlt ist der Spaß und die Gemeinschaft, die uns auch zu dem machen, was wir sind.

 
Verantwortlich: E-Mail
Letzte Änderung: 20.07.2020
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