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Bildungsprämie

17.07.2008

Die Bundesregierung hat am 23. April 2008 die "Konzeption der Bundesregierung zum Lernen im Lebenslauf" verabschiedet. Für ein erfolgreiches Berufsleben ist die kontinuierliche Fortbildung eine entscheidende Voraussetzung und Lebenslanges Lernen eine entscheidende Perspektive im eigenen Leben.
Um die Bereitschaft zur Weiterbildung zu fördern, unterstützt die Bundesregierung ab Herbst 2008 auch finanziell individuelle Weiterbildungsanstrengungen. Bildungsinteressierten stehen vor allem drei Maßnahmebündel zur Verfügung. 

  1. Die Weiterbildungsprämie
    Einen Prämiengutschein von maximal 154 Euro bekommt, wessen zu versteuerndes jährliches Einkommen 17.900 Euro (bzw. 35.800 Euro für Verheiratete) nicht übersteigt. Die Prämie kann einmal im Jahr eingesetzt werden, um maximal 50 Prozent der Seminarkosten oberhalb einer Bagatellgrenze von 30 Euro zu finanzieren. Voraussichtlich ab 01.10.2008 werden die Prämiengutscheine bei ausgewählten, bislang aber noch nicht festgelegten, Beratungsstellen erhältlich sein. Die Weiterbildungsprämie ist dazu geeignet, bereits Jüngere für eine berufliche Weiterbildungsmaßnahme zu gewinnen. Generell sollen so aber für Menschen jeden Alters kleinere Maßnahmen der Weiterbildung attraktiv werden. Die Bildungsprämie zielt außerdem auf eine längere produktive Beschäftigungsbiographie. Sie ergänzt damit die "Initiative 50plus" der Bundesregierung, die unter anderem die Vergabe von Bildungsgutscheinen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von kleinen und mittleren Unternehmen vorsieht – schon ab dem 45. Lebensjahr! Die Prämie ist vor allem für diejenigen attraktiv, die eine Weiterbildung steuerlich nicht absetzen können, weil ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen zu niedrig ist oder ihre Bildungsaufwendungen unterhalb des Pauschbetrages liegen. Wer aus dem laufenden Einkommen oder vorhandenem Vermögen die Kosten beruflicher Weiterbildungsmaßnahmen bestreitet, kann diese bereits seit geraumer Zeit im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend machen.
  2. Das Weiterbildungsdarlehen
    Ein Weiterbildungsdarlehen – analog zu den KfW-Studienkrediten – soll allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unabhängig von der Höhe und der Art ihres Einkommens zur Verfügung stehen. Damit wird auch die Finanzierung kostspieliger Maßnahmen ermöglicht. Das Modell sieht ein zinsgünstiges Darlehen vor, mit dem nach obligatorischer Beratung ohne individuelle Bonitätsprüfung bei moderaten Zinsen Mittel für die Weiterbildung zur Verfügung gestellt werden. Gerade für Weiterbildungsmaßnahmen, die einen zeitlich begrenzten Ortswechsel und damit erhöhte Lebenshaltungskosten bedingen, kann dies ein wertvolles Angebot sein. Auch aufwändigere Maßnahmen werden so finanzierbar. Das Modell soll zum 01.01.2009 starten.
  3. Änderung des Vermögensbildungsgesetzes
    Durch eine Öffnung des Vermögensbildungsgesetzes (VermBG)soll das vorhandene Ansparguthaben auch vor Ablauf der Sperrfrist für Weiterbildungszwecke verwendet werden können, ohne dass damit der Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage verloren geht. Je nach Sparbetrag und Zinssatz stehen bei den geltenden Konditionen des Vermögensbildungsgesetzes nach einem Jahr rund 500 Euro, nach sieben Jahren 3.500 bis 4.000 Euro zur Verfügung. Mit dieser Summe ließen sich auch größere Weiterbildungsmaßnahmen bezahlen.

Derzeit nehmen 43 Prozent der Berufstätigen in Deutschland einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil. Die Bundesregierung möchte diese Quote bis zum Jahr 2015 auf 50 Prozent steigern. Die Finanzierung der Initiativen erfolgt über Bundesmittel sowie durch den Europäischen Sozialfonds. In Kürze sollen die weiteren Regularien näher vorgestellt werden.
Neben der Kampagne zum lebensbegleitenden Lernen und verschiedenen Projekten zur Verbesserung der Bildungsberatung in Deutschland sollen mit der Initiative "Lernen vor Ort" Kommunen unterstützt werden, ein regionales Bildungsmanagement zu etablieren. Außerdem werden mit einer bundesweiten Telefonhotline (Zentrale des BMBF: 01888/57-0) und einem Informationsportal die vorhandenen Instrumente zur Bildungsberatung transparenter und besser zugänglich. Mit der Einführung eines Freiwilligen Technischen Jahres (analog zum Freiwilligen Sozialen Jahr) soll das Interesse für technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge geweckt werden. Schließlich wird ein breit angelegtes Forschungs- und Entwicklungsprogramm für das Lernen im Lebenslauf aufgelegt, dessen Forschungsergebnisse in die Praxis übertragen werden sollen.

Weiterführende Informationen:

 

 

E-Mail: wisswb@uni-hd.de
Letzte Änderung: 20.02.2012
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