Prof. Dr. Johanna Stachel

Johanna Stachel wurde am 3. Dezember 1954 in München geboren. Sie studierte Physik und Chemie an der Universität Mainz sowie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. 1982 wurde sie an der Universität Mainz promoviert und erhielt für ihre Arbeit den Preis der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Anschließend ging sie als Feodor-Lynen-Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an die amerikanische State University of New York (SUNY) at Stony Brook, wo sie 1994 zum Full Professor of Physics ernannt wurde. 1996 konnte die Universität Heidelberg Frau Prof. Stachel mit einer C4-Professur wieder nach Deutschland zurückgewinnen. Von 2003 bis 2005 war sie Dekanin der Fakultät für Physik und Astronomie und ist seitdem Prodekanin. Seit dem 16. April 2012 ist sie Präsidentin der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.
Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Hochenergiekernphysik. Seit Jahren fuehrt sie dabei mit ihrem Heidelberger Team und Forschern der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt (GSI) Experimente durch, unter extremer Energie- und Druckzufuhr den Materiezustand wiederherzustellen und zu charakterisieren, der kurz nach dem Urknall existiert hatte: das sogenannte Quark-Gluon Plasma.
In Anerkennung ihrer wegweisenden Forschungen wurde Prof. Stachel 1999 das Bundesverdienstkreuz und 2001 der Lautenschlägerforschungspreis, einer der höchst dotierten Wissenschaftspreise, verliehen. Nachdem sie bereits seit 1997 beim CERN als wissenschaftliche Sprecherin für eine internationale Kollaboration fungierte, wurde sie infolge auch in das hochrangige „Scientific Policy Committee" berufen. Seit 2000 ist Prof. Stachel ebenfalls Projektleiterin des ALICE TRD und 2006 wurde sie zur Sprecherin des BMBF Forschungsschwerpunkts 201 ALICE ernannt.
Prof. Stachel ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Vereinigungen, wie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Fellow der American Physical Society.