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Sprache der Akha: Wider das Vergessen

27. März 2014: Universitätsarchiv Heidelberg und Max-Planck-Institut für Psycholinguistik erschließen Tonträger, Wortlisten und Bilder des Ethnologen Friedhelm Scholz


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Die Sprache der Akha soll vor dem Vergessen bewahrt werden: von links Dr. Volker Thewalt und Sabrina Zinke (beide Universitätsarchiv Heidelberg), rechts Jeroen Geerts vom Max-Planck-Institut (MPI) für Psycholinguistik in Nijmegen. Foto: Michael Schwarz

Das Universitätsarchiv Heidelberg übergab jetzt Tonbänder und Audiokassetten der langjährigen Forschung des Heidelberger Ethnologen Dr. Friedhelm Scholz zur Sprache der Akha an das Max-Planck-Institut (MPI) für Psycholinguistik in Nijmegen. Scholz, im Jahr 2000 verstorben, forschte zwischen 1964 und 1993 am Südasien-Institut der Universität Heidelberg. Am MPI will ein Spezialist für nord-thailändische Sprachen die Tonbänder digitalisieren und bearbeiten. Wortlisten, Erzählungen und und eine Vielzahl von Fotos der Arbeiten zu den Akha aus dem Nachlass von Friedhelm Scholz werden im Universitätsarchiv erschlossen.

Die Zusammenarbeit mit dem Spracharchiv des MPI, das sich der Sammlung bedrohter Sprachen widmet, ist für beide Seiten von Vorteil. Das MPI erhält dadurch wertvolles zusätzliches Tonmaterial zur Sprache der Akha, das Universitätsarchiv Heidelberg im Gegenzug die digitalisierten Tondokumente für seine Sammlung im Nachlass von Friedhelm Scholz. Der Heidelberger Ethnologe hatte sich jahrzehntelang der Erforschung und Dokumentation dieser nord-thailändischen Sprache gewidmet.

Die Digitalisate kann das Universitätsarchiv dann sehr einfach interessierten Forschern verfügbar machen. Neben tausenden von Karteikarten zur Sprache und den schriftlichen Aufzeichnungen im Nachlass von Friedhelm Scholz beinhaltet der Nachlass hunderte von Rätseln, Märchen und Mythen der Akha. Ohne die Digitalisierung wäre es in Kürze nicht mehr möglich, die Tondokumente im Archiv auszuwerten. Die passenden Abspielgeräte sind kaum mehr verfügbar, die Kassetten und Tonbänder unterliegen einem natürlichen Alterungsprozess, der in naher Zukunft die Nutzung des Materials unmöglich macht.

Die Akha sind eines der zahlreichen Bergvölker Südostasiens. Sie kamen aus der Grenzgegend von Birma und Yunnan nach Südostasien, wo sie heute in Nord-Thailand, Laos und Vietnam siedeln. Die Sprache Akha gehört zur sino-tibetischen Sprachfamilie und kennt nur die mündliche Überlieferung ohne schriftliche Zeugnisse.

Scholz (1928-2000) studierte ab Mitte der 1950er Jahre Ethnologie und Vorgeschichte in Köln, wurde dort 1962 promoviert und arbeitete von 1962 bis 1964 als Assistent am Museum für Völkerkunde und am Schweizer Museum für Volkskunde (Basel). In Heidelberg war er Akademischer Rat am Ethnologischen Institut des Südasien-Instituts.

Das Max-Planck-Institut für Psycholinguistik betreibt in erster Linie Grundlagenforschung der Strukturwissenschaften auf dem Gebiet der Linguistik. Es ist ein weltweit anerkanntes Zentrum der Sprachwissenschaft, das mit seinem internationalen Archiv bedrohter Sprachen auch einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des gemeinsamen Kulturerbes der Menschheit leistet.

Links:
Friedhelm Scholz: http://www.germananthropology.com/short-portrait/friedhelm-scholz/334
MPI/Spracharchiv: http://tla.mpi.nl/
Filmprojekte: http://www.seg-sse.ch/pdf/CatalogueSSE_en.pdf
Link in Thailand mit Hinweis auf das IDW, Institut für den wissenschaftlichen Film:
http://www.sac.or.th/databases/ethnographic_film/main.php?str=detail&id=9

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 17.03.2015
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