Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

„Die Schönheit der Stadt und das Renommee der Universität“

Von Hussein Sweiti

Als ich vor vier Jahren das erste Mal nach Heidelberg kam, im Anschluss an mein Abitur in Jordanien, hatte ich zunächst nur ein Ziel: Ich wollte an einem deutschen Sprachkurs teilnehmen. Doch während meines Aufenthaltes nahmen mich die Schönheit der Stadt und das Renommee der Universität gefangen.

Sweiti

Spontan habe ich mich deshalb entschieden, mich für einen Studienplatz in Medizin zu bewerben. Keine leichte Entscheidung, denn ich musste die Zusagen kanadischer und britischer Universitäten ablehnen. Außerdem musste ich eine neue Sprache erlernen und mich an eine Kultur gewöhnen, die mir nicht vertraut war.

Dank der exzellenten Infrastruktur der Universität Heidelberg fiel mir der Einstieg in das Medizinstudium an einer von Europas besten Fakultäten leicht. So wurde für ausländische Studierende im ersten Semester ein spezieller Anatomie-Kurs abgehalten, der es erleichterte, mit den neuen lateinischen Begriffen klar zu kommen. Außerdem gingen die Professoren besonders auf die Bedürfnisse der ausländischen Studenten ein, die aus allen Ecken der Welt kamen. Und nicht zuletzt sorgte das Studentenwerk mit seinen Angeboten nicht nur für den studentischen Alltag sondern auch dafür, sich kulturell und sozial zu integrieren.

Nach fünf Jahren in Heidelberg versuche ich, eine erste Bilanz meiner Zeit an dieser Universität zu ziehen. Als erstes muss ich sagen, dass ich hier nicht nur die deutsche Sprache und Kultur kennengelernt habe sondern auch im besten Sinne europäische Erfahrungen sammeln konnte. Dank des Sprachlabors der Universität konnte ich zudem meine Kenntnisse in vier anderen Sprachen auf fortgeschrittenem Niveau erweitern. Daneben entdeckte ich mein Interesse an kulturellen Events – und aus dem begeisterten Besucher des InfoCafé International (ICI) wurde ein Organisator vieler kultureller Veranstaltungen.

Was die akademischen Aspekte betrifft: Wenn man in Heidelberg studiert, ist es unmöglich, den Einfluss der deutlichen Forschungsausrichtung der Universität nicht zu spüren. So kann man schon als Student direkte Erfahrungen in der Forschung machen; und mithilfe des Akademischen Auslandsamtes (AAA) an Austauschprogrammen und Praktika in den verschiedensten Ländern der Welt teilnehmen.

Je näher der Abschluss meines Studiums rückt, desto überzeugter bin ich davon, dass kaum ein anderer Ort sowohl meine persönliche Entwicklung als auch meine akademische Ausbildung so stark gefördert hätte wie die Universität Heidelberg.