Sie trugen die damals als solche geltenden Insignien der Universität: Zepter und Siegel, Privilegien und Statutenbücher sowie – auf samtbezogenen Kisten – die Schlüssel für Bibliothek, Archiv und Karzer. Die emotionalen Grundlagen für den in früheren Zeiten selbstverständlichen Gebrauch von Universitäts-Insignien bei herausragenden feierlichen Anlässen sind über die Jahrhunderte hin bekanntlich verflacht. Als Insignien übrig blieben auch in Heidelberg im Grunde nur die beiden Zepter.
Mit einer Gesamtlänge von 132 Zentimetern (Bekrönung: 29,5 Zentimeter) ist das Zepter der Artistenfakultät rund 12,5 Zentimeter kürzer als das Universitätszepter (Bekrönung: 27,3 Zentimeter). Bei beiden sind Aufbau und Gestaltung durch eine mehrgliedrige Symbolik gekennzeichnet. Unter anderem zeigt das Zepter der Artisten am oberen Knauf des Griffstücks das Wappen des Papstes (zwei gekreuzte Schlüssel auf rotem Grund) und am großen Knauf des Schaftes das Wappen des Bistums Worms (goldener Schlüssel auf rotem Grund). Auf demselben Knauf ist ferner eine Figur (schwarze Kappe, in den Händen ein aufgeschlagenes Buch) zu erkennen, die einen Professor der Fakultät darstellen soll. An der Konsole der Bekrönung sind drei emaillierte Wappenschilde angebracht: das Wappen von Bayern (blau/silberne Rauten), das kurpfälzische Wappen (goldener Löwe auf schwarzem Grund) und der Reichsapfel. Die Statuette in der Bekrönung zeigt die Heilige Katharina mit Krone, Rad und Schwert.
Das andere, das Universitätszepter zeigt einen ganz ähnlichen Aufbau. Die Knäufe haben alle Würfelform, auf den vier Seiten finden sich vier Rhomben mit emaillierten Schmuckmotiven. Wieder, wie beim älteren Zepter, sind verschiedentlich die bayrischen und kurpfälzischen Wappensymbole erkennbar: das Wappen des Wormser Bistums sowie am obersten Knauf auch das päpstliche Wappen. Im Tabernakel der Bekrönung sitzt das Jesuskind (mit Nimbus) auf einem Thron und hält ein aufgeschlagenes Buch in Händen. Um Jesus herum und ihm zugewendet sitzen vier Männer, ebenfalls mit Büchern. Mit dieser Darstellung ist nach herrschender Meinung die Tempelszene gemeint – der zwölfjährige Jesus unterrichtet die jüdischen Schriftgelehrten im Tempel.