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Die Seele im Lichte der Relativitätstheorie

Was passiert mit unserer Seele nach dem Tod? Der Heidelberger Professor Markolf Niemz gibt darauf in seinem neuen Buch „Lucy im Licht – Dem Jenseits auf der Spur“ eine verblüffende Antwort. Laut Niemz fliegt die Seele nämlich nach dem Tod mit Lichtgeschwindigkeit in die Ewigkeit.

Diese Theorie ist nicht nur für den unvoreingenommenen Leser spannend zu verfolgen sondern macht Niemz auch zum viel gefragten Gast in Talkshows. Frank Elstner, Sandra Maischberger und Johannes B. Kerner wollen den Physiker in ihren Sendungen haben; bei der Frankfurter Buchmesse Mitte Oktober wird er „Lucy im Licht“ ebenso vorstellen wie bei der Nacht der Wissenschaft in Mannheim. Das Buch ist seit Kurzem auf dem Markt.

 
Dass Niemz ein brillanter Physiker ist, beweist nicht nur der Karl Freudenberg-Preis, den ihm die Akademie der Wissenschaften 1995 verliehen hat. Seit 1999 hat Niemz einen Lehrstuhl für Physik und Medizintechnik an der Universität Heidelberg; in einem Joint Venture mit dem Klinikum und der Hochschule Mannheim hat er die Mannheim Biomedical Engineering Laboratories gegründet. Niemz forscht mit seinem Team über Lasermedizin; sie waren die ersten Forscher, die ultrakurze Laserpulse für die Anwendung in der Zahnheilkunde untersucht haben.

Letztlich seien es seine Forschungen gewesen, die den Anstoß zu "Lucy" gegeben haben, erinnert sich Niemz. Licht und die Lichtgeschwindigkeit haben ihn schon immer fasziniert; bereits in seinem Erstlingswerk "Lucy mit c – Eine Reise durch Raum und Zeit" (2005) nimmt Niemz seine Leser mit auf eine abenteuerliche Reise. "Lucy im Licht" ist aber mehr als eine Fortsetzung. Die pfiffige Lucy, die als Reiseführerin den Leser an die Hand nimmt, geht in dem neuen Buch noch einen Schritt weiter. Warum verbringen wir unser Leben in Raum und Zeit, und welche Konsequenzen hat das für uns im Jenseits, lautet das Thema, bei dem auch Nicht-Physiker an Einsteins Relativitätstheorie nicht mehr vorbeikommen.

Doch keine Angst: Trockene Physik ist Niemz’ Buch nicht, vielmehr eine überaus anregende und ansprechende Lektüre für alle, die einigermaßen offen sind für Spirituelles. "Ich liefere keine Beweise, und ich habe dieses Buch auch nicht in meiner Eigenschaft als Hochschullehrer geschrieben", unterstreicht er im Gespräch. Er wolle auch keine Ersatzreligion anbieten oder auf der Esoterik-Schiene Geld verdienen.

"Lucy im Licht" bewegt sich im Grenzbereich zwischen Naturwissenschaft, Sterbeforschung und Religion; dabei widersprechen die Erkenntnisse der modernen Physik nicht denen der Sterbeforschung – die in Deutschland noch ein Schattendasein fristet. Der renommierte Droemer Verlag hat das Buch sehr ansprechend gestaltet mit vielen farbigen Bildern, Skizzen und Zeichnungen, die es dem Leser erleichtern, Lucys Gedankengänge nachzuvollziehen.

"Ich will niemanden missionieren, aber ich lade alle ein, mit mir zu diskutieren", so der Autor. Damit die zentralen Werte in seinem Buch – Wissen und Liebe – keine leeren Floskeln bleiben, hat Niemz im Mai die Stiftung "Lucys Kinder" gegründet. Mit 100 000 Euro, dem bisherigen Erlös seiner beiden Bücher, setzt sich Niemz für Kinder in Afrika ein. "Was sie am nötigsten brauchen, sind Bildung und eine Familie", so der Autor, der selbst zwei kleine Söhne hat.

Ingeborg Salomon, Copyright Rhein-Neckar-Zeitung

Markolf H. Niemz: Lucy im Licht, 192 Seiten, Droemer Verlag, München 2007, 16,90 Euro. (ISBN 978 3 426 27420 0)

 

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