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Misserfolge in Prüfungen lassen sich vermeiden

Schweißtreibende Blockaden oder bleierne Antriebslosigkeit müssen nicht sein: Seit diesem Semester gibt es an der Uni ein „Coaching für Studierende von Studierenden“.

Hemmungen vor einem vollbesetzten Hörsaal zu sprechen oder die Angst in einer Prüfungssituation zu versagen gehören für die meisten zum Studium dazu. Wenn die Probleme allerdings überhand nehmen, kann sogar der Studienabschluss bedroht sein.


"Bevor aus kleinen Problemen große Probleme werden", haben sie sich denn auch auf die Fahnen und auf ihre Aushänge geschrieben, die in den Instituten der Universität pinnen. "Das Coaching richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen mit Lern- und Leistungsproblemen. Da geht es häufig um Zeitmanagement, Arbeitstechniken, Stressbewältigung", erklärt Diplom-Psychologin Miriam Stein. Sie leitet das Projekt, das vor zwei Jahren vom Psychologischen Institut der Uni Heidelberg und der Psychotherapeutischen Beratungsstelle des Studentenwerks ins Leben gerufen wurde.

Zurzeit bieten 34 Psychologiestudenten aus höheren Semestern ein Coaching von bis zu zehn Einzelgesprächen an. "Dafür werden sie über zwei Semester geschult und können sich in der Supervision austauschen", erläutert Miriam Stein, die alle Trainer berät und unterstützt. Die Gespräche zwischen Klient und Coach sind selbstverständlich vertraulich – und kostenfrei.
Treffpunkt ist das Germanistische Seminar.

  Coaching. Foto: M. Mohl

"Als es auf das Examen zuging, habe ich einfach gemerkt, ich muss rausfinden, wie ich die Effektivität beim Lernen erhöhen kann", erzählt Steffen M. aus Heidelberg, der das Coaching seit November in Anspruch nimmt. Unter Anleitung experimentiert er vor allem mit Lesetechniken, um mit den Stapeln an Prüfungsliteratur fertig zu werden. "Aber es ist gar nicht so einfach, seine Gewohnheiten umzustellen – man fällt leicht in gewohnte Strukturen zurück."

Um den individuellen Zielen einer Einzelberatung näher zu kommen, stellen die Trainer ihren Klienten nicht selten die "Wunderfrage": Wenn ein Wunder geschehen würde, wie sähe Deine Welt dann aus? Diese Vision liefert häufig Ansätze für erste Veränderungen. "Studienschwierigkeiten und private Probleme vermischen sich oft. Misserfolge in Prüfungen können Ausdruck ganz anderer Konflikte sein", weiß Psychologin Stein. Schwer belastete Klienten verweisen die Coaches deshalb an weiterführende psychologische Angebote.

Im Idealfall findet der Klient unter den Techniken und Möglichkeiten der Problembewältigung die Methode, die zu ihm passt. Im gemeinsamen Gespräch können die Erfahrungen, Fortschritte oder Niederlagen zwischen den Sitzungen hinterfragt und Konsequenzen daraus gezogen werden. Bis zum nächsten Treffen kann der Klient dann testen, ob eine veränderte Strategie besser klappt.

Nikola Hahn, Copyright Rhein-Neckar-Zeitung

Kontakt:

Dipl.-Psych. Miriam Stein
Hauptstraße 47-51
69117 Heidelberg
Raum A106
E-Mail: miriam.stein@psychologie.uni-heidelberg.de
Tel. 06221/547351
Fax: 06221/547348

Sprechstunde: Donnerstag, 10 bis 12 Uhr

 

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