Volkswirtschaftslehre
Inhalt des Studiums
Aufbau des Studiums
Schwerpunkte der Forschung/Lehre
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| Studienabschluss: | Diplom (Zulassungsstop für erste Semester) |
Magister (Zulassungsstop für erste Semester) |
| Bewerbungspflichtig: | Nein | Nein |
| Studienbeginn: | WS u. SS | WS u. SS |
| Regelstudienzeit: | 8 | 9 |
| Sprachnachweise: | Keine | |
| Lehrsprache: | Deutsch |
Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Inhalt des Studiums
Die Volkswirtschaftslehre zählt zu den Sozialwissenschaften. Sie hat ihren Ursprung in der Moralphilosophie der Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Diese beschäftigte sich mit den Gründen für Reichtum und Armut, hohe und niedrige Preise und Löhne sowie mit der Frage nach der Entstehung von materiellem Wohlstand in einem Volk. Anknüpfend an diese Fragen steht in der modernen Volkswirtschaftslehre die Funktionsweise von Wirtschaftssystemen im Mittelpunkt, die die Vielzahl individueller wirtschaftlicher Handlungen koordinieren.
Grundsätzlich lassen sich zwei gegensätzliche Koordinationsalternativen unterscheiden, die das Spektrum vielfältiger Zwischenformen begrenzen. Auf der einen Seite steht die zentral gelenkte Wirtschaft, bei der alle wirtschaftlichen Handlungen durch einen zentral entworfenen Plan aufeinander abgestimmt werden. Auf der anderen Seite steht die Marktwirtschaft als dezentraler Mechanismus, der sich im Ideal durch die Abstimmung der unabhängig voneinander entwickelten, individuellen Wirtschaftspläne »wie durch eine unsichtbare Hand« auszeichnet. Die zentrale Koordinationsrolle spielt hier der Preismechanismus, der alle Marktteilnehmer mit den relevanten Informationen versorgt und Angebot und Nachfrage in Einklang bringt.
Das Ziel volkswirtschaftlicher Analysen besteht zum einen darin, zu beschreiben und zu erklären, wie Volkswirtschaften und deren Teile sich entwickeln, und zum anderen in der Beantwortung der normativen Frage, wie sie sich tatsächlich entwickeln sollten. Unstrittig ist dabei, dass gute Entwicklung einen wirtschaftlichen Umgang mit knappen Ressourcen voraussetzt. Offen ist jedoch, welche konkreten Güter und Dienstleistungen bereitgestellt und wie Einkommen und Vermögen gerecht verteilt werden sollten. Im Gegensatz zu vielen anderen Sozialwissenschaften beschreibt die Volkswirtschaftslehre dabei das Verhalten von Menschen vorwiegend als das Ergebnis rationaler Abwägungsprozesse. Der Mensch wird hier in der Regel als »homo oeconomicus« betrachtet, ein rational seinen Nutzen maximierendes Wirtschaftssubjekt.
Da Wirtschaftssysteme zu komplex sind, um sie in all ihren realen Details zu erfassen, haben sich innerhalb der Volkswirtschaftslehre zwei Betrachtungsweisen mit unterschiedlichem Abstraktionsniveau herausgebildet. Die einzelnen Fächer der Volkswirtschaftslehre untersuchen die mit diesen Systemen und Abläufen verbundenen Probleme und stellen methodische und analytische Werkzeuge zu ihrer Lösung bereit.
Die Makroökonomik weist das höchste Aggregationsniveau auf. Sie konzentriert sich auf die übergreifenden Zusammenhänge in Wirtschaftssystemen und stützt ihre Untersuchungen auf Größen, die von vorneherein nur gesamtwirtschaftlich erfasst werden können. Solche Größen sind z.B. Beschäftigungsniveau, Inflation, Volkseinkommen, Wirtschaftswachstum, Zinsniveau, Geldvolumen, Zahlungsbilanzen und Wechselkurse. Das Ziel der Makroökonomik besteht darin, die Zusammenhänge zwischen diesen gesamtwirtschaftlichen Größen zu beschreiben und den Einfluss staatlicher Wirtschaftspolitik auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aufzuzeigen.
Die Mikroökonomik betrachtet detailliert das Zusammenspiel der Grundeinheiten eines Wirtschaftssystems. Als Grundeinheiten werden die einzelnen Wirtschaftssubjekte aufgefasst, d.h. die privaten Haushalte und Unternehmen, aber auch der Staat als wirtschaftlicher Akteur. Die Mikroökonomik entwirft damit das Modell eines Interaktionssystems, das sich als Argumentationsgerüst sowohl für die Analyse der einzelwirtschaftlichen Abläufe in einem Wirtschaftssystem als Ganzem als auch in einzelnen seiner Teilsegmente eignet.
Die wirtschaftswissenschaftliche Disziplin der Betriebswirtschaftslehre ist als eine Disziplin einzuordnen, die sich mit dem »Innenleben« des wirtschaftlichen Akteurs »Unternehmen« und seinen Erscheinungsformen nach außen befasst und die die Analysen der Mikroökonomik ergänzt.
Aufbau des Studiums
Im Grundstudium (1.–3. Semester) stehen die mikroökonomischen und makroökonomischen Fundamente der Volkswirtschaftslehre im Mittelpunkt und werden in der »Einführung in die Wirtschaftswissenschaften« vermittelt. Die dazugehörige Prüfung stellt zugleich die Orientierungsprüfung für das Fach Volkswirtschaftslehre dar, die darüber Aufschluss geben soll, ob der Studierende für dieses Fach geeignet ist und sein Studium fortsetzen kann.
Weiterhin werden betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse über leistungs- und finanzwirtschaftliche Prozesse in Unternehmungen und ihre Abbildung in den zugehörigen Rechenwerken behandelt (Betriebliches Rechnungswesen).
Einen weiteren Schwerpunkt des Grundstudiums bilden Veranstaltungen in Mathematik, Statistik und EDV. Hinreichende Kenntnisse in diesen formalen Fächern sind unabdingbare Voraussetzung für wirtschaftswissenschaftliche Analysen. Die Vermittlung rechtswissenschaftlicher Grundlagen (Privates und Öffentliches Recht) rundet das Grundstudium der Volkswirtschaftslehre ab.
Im Hauptstudium (4.–8. Semester) werden sieben Studienschwerpunkte gelegt. Sie umfassen grundsätzlich die volkswirtschaftlichen Pflichtfächer Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft, welche durch das 4. Fach Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, sowie zwei Vertiefungsfächer und ein Wahlpflichtfach komplettiert werden. Wird ein betriebswirtschaftliches Wahlpflichtfach gewählt, kann statt des 4. Faches Allgemeine Betriebswirtschaftslehre ein drittes Vertiefungsfach gewählt werden.
Im Pflichtfach Wirtschaftstheorie steht die theoretische Durchdringung des Zusammenspiels der einzelnen Wirtschaftsakteure auf mikro- und makroökonomischer Ebene im Vordergrund. Die beiden wirtschaftstheoretischen Gebiete befassen sich mit grundsätzlichen Fragen wie den Voraussetzungen für Marktgleichgewichte (Allgemeine Gleichgewichtstheorie) sowie den Problemen auch nichtkompetitiver Konkurrenz (Spieltheorie).
Im Pflichtfach Wirtschaftspolitik werden die Einflussmöglichkeiten der wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger auf den Wirtschaftsablauf behandelt, vor allem hinsichtlich der Fragen des Wachstums, der Konjunktur und der Stabilisierung einer Volkswirtschaft. Ein zweites Teilgebiet befasst sich mit Fragen der empirischen Wirtschaftsforschung, beispielsweise der Evaluierung wirtschaftspolitischer Maßnahmen wie z.B. aktive Arbeitsmarktmaßnahmen bezüglich ihrer Wirksamkeit.
Das Pflichtfach Finanzwissenschaft beschäftigt sich mit Theorie und Praxis der Besteuerung, mit den Staatsausgaben und der Staatsverschuldung unter Effizienz- und Verteilungsgesichtspunkten. Neben der wirtschaftstheoretischen und wirtschaftspolitischen Rechtfertigung für fiskalische Eingriffe des Staates bilden die Darstellung und Analyse der Vorzüge und Schwächen bestehender Steuersysteme, aber auch der theoretische Entwurf überlegener Steuersysteme finanzwissenschaftliche Themenschwerpunkte.
Im 4. Fach Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, in dem aus einem umfangreichen Veranstaltungskatalog gewählt werden kann, stehen Fragen der betrieblichen Organisation und Planung, der Gestaltung von Produktionsprozessen – auch unter umweltökonomischen Gesichtspunkten –, von Absatzpolitik und Marketingstrategie, aber auch finanzwirtschaftliche Fragen nach der Ausgestaltung der Investitions- und Finanzierungspolitik von Unternehmen oder der Rolle von Kapitalmärkten undBanken im Vordergrund.
In ihren Vertiefungsfächern und dem Wahlpflichtfach können Studierende auf bestimmten Gebieten der Volks- oder Betriebswirtschaftslehre Spezialkenntnisse erwerben oder ihr ökonomisches Wissen durch Kenntnisse aus Gebieten anderer Fächer ergänzen.
Das Wahlpflichtfach kann aus dem folgenden Katalog von volks- und betriebswirtschaftlichen Fächern gewählt werden: Entwicklungsökonomie, Entwicklungspolitik und internationale Zusammenarbeit, Internationale Wirtschaftspolitik, Ökonometrie, Spezielle Steuerlehre, Staatswissenschaften, Theoretische Statistik, Umweltökonomik, Wirtschaftsgeschichte, Wirtschaftsinformatik und Wirtschafts- und Sozialstatistik. Alternativ zu den wirtschaftswissenschaftlichen Fächern kann auch ein anderes Fach, wie z.B. Geographie, Mathematik, Philosophie, Politikwissenschaft, Psychologie, Rechtswissenschaften oder Soziologie, gewählt werden. Voraussetzung für die Wahl eines nicht-wirtschaftswissenschaftlichen Faches ist aber immer, dass der sinnvolle Zusammenhang mit dem Studium der Wirtschaftswissenschaft durch den Prüfungsausschuss anerkannt wird.
Für die Wahl der Vertiefungsfächer wird der obige Katalog der volks- und betriebswirtschaftlichen Fächer noch ergänzt durch die Fächer: Außenwirtschaft, Dynamische Wirtschaftstheorie, Finanzmärkte und Makroökonomie, Gesundheitsökonomie, Strategisches Denken und Wettbewerbspolitik.
Durch eine Kooperationsvereinbarung mit der volkswirtschaftlichen Fakultät der Universität Mannheim können die Studierenden außerdem auch die Vertiefungs- und Wahlpflichtfächer wählen, die von der Mannheimer Fakultät angeboten werden.
Forschungsschwerpunkte
An der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Heidelberg stehen Lehre und Forschung in einem engen wechselseitigen Zusammenhang. Neue Fragestellungen, Fortschritte methodischer Verfahren und jüngste theoretische und empirische Resultate wirtschaftswissenschaftlicher Forschung müssen ständig in die Lehre eingehen, um eine zeitgemäße Ausbildung zu gewährleisten. Die Mitglieder der Fakultät der Universität Heidelberg betrachten die aktive Teilnahme am Wissenschaftsprozess als unabdingbare Voraussetzung für die Umsetzung von Forschungsergebnissen in der Lehre. Dadurch wird es möglich, konkrete Lerninhalte ständig an aktuelle Entwicklungen anzupassen.
Die Fakultät ist in vielfältiger Weise in den internationalen Wissenschaftsprozess eingebunden. Auf eine einzigartige Weise für die deutsche Forschungslandschaft ist es in Heidelberg gelungen, den aktuellen Themenkomplex der Umweltprobleme zu einem interdisziplinären Schwerpunkt der Forschung mit der Ökonomie als wissenschaftlicher Leitdisziplin zu machen. Von dem 1997 gegründeten Interdisziplinären Institut für Umweltökonomik als Kern des Schwerpunkts spannt sich ein Netz von Forschungskooperationen, das nicht nur die gesamte Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, sondern auch zahlreiche andere natur- und geisteswissenschaftliche Fakultäten der Universität Heidelberg sowie darüber hinaus Wissenschaftler aus anderen Ländern einbezieht.
Im Bereich der Entwicklungsökonomik weist Heidelberg ebenfalls einen international anerkannten Schwerpunkt in Forschung und Lehre auf. Er erhält durch die personelle Verflechtung zwischen der Wirtschaftswissenschaft und dem Südasien-Institut, das eine regionale Spezialisierungsmöglichkeit auf interdisziplinärer Basis bietet, seinen besonderen Reiz.
Einen quantitativen Schwerpunkt in Forschung und Lehre setzen Experimente zur Simulation komplexer Wirtschaftsabläufe und aktuelle Studien zu neueren Entwicklungen in der Wirtschaftsinformatik. Abgerundet wird dieser Schwerpunkt durch die Angewandte Ökonometrie, in der die Behandlung aktueller Themen des Arbeitsmarkts und der Bevölkerungsstruktur und -entwicklung die empirische Brücke zur umwelt- und entwicklungsökonomischen Forschung schlägt.
International führend ist die Wirtschaftswissenschaft auch im Bereich der wirtschaftstheoretischen Forschung auf dem Gebiet der philosophischen Grundlagen volkswirtschaftlicher Theorie. Und nicht zuletzt findet die wirtschaftspolitische Forschung, etwa zur konkreten Ausgestaltung von Steuersystemen, zu Fragen der Europäischen Integration, zu ordnungspolitischen Reformen in den Entwicklungs- und Schwellenländern oder zur Wirksamkeit industrie- und wettbewerbspolitischer Reformen auf Güter- und Arbeitsmärkten, nicht nur in Wissenschaftskreisen, sondern auch in der Praxis der Politikberatung breite Anerkennung. Ein weiterer neuer Forschungsschwerpunkt der Wirtschaftswissenschaft liegt im Bereich der Finanzmärkte.
Formalia
Zulassung
Es besteht ein Zulassungsstop in den ersten Semestern. Eine Immatrikualtion in höhere Fachsemester ist ohne vorherige Bewerbung möglich. Informationen zur Immatrikulation finden Sie hier.
Für ausländische Studienbewerber gelten besondere Regelungen. Informationen erhalten Sie beim Akademischen Auslandsamt der Universität Heidelberg (Seminarstraße 2).
Fächerkombinationen
Die möglichen Fächerkombinationen ergeben sich aus dem Fächerkatalog.
Studien- und Prüfungsordnungen
Zwischenprüfungsordnung: Magister
Prüfungsordnung: Magister
Prüfungsordnung: Diplom
Studienordnung: Diplom
Prüfungsausschuss
Zuständig für Anrechnungs-, Anerkennungs- und Prüfungsfragen ist der jeweilige Prüfungsausschuss, bzw. das Prüfungsamt. Nähere Informationen erhalten Sie bei der betreffenden Fachstudienberatung.
Studiengebühren
Die allgemeinen Studiengebühren betragen 500,00 € pro Semester. Zusätzlich ist ein Beitrag für das Studentenwerk und ein Verwaltungskostenbeitrag zu bezahlen.
Fachstudienberatung
Marcus Padberg
Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften
Bergheimerstr. 58
69115 Heidelberg
Mo. 13:00-15:00 und Do 10:30 Uhr-12:30 Uhr
Tel.: +49 (0)6221-54-2904
E-Mail: marcus.padberg@awi.uni-heidelberg.de
Kontakt
Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften
Bergheimerstr. 58
69115 Heidelberg
Sekretariat
Tel.: +49-6221-54-2915
Fax: +49-6221-54-2959
E-Mail: jutta.bramm@awi.uni-heidelberg.de
Internet: www.awi.uni-heidelberg.de/
Fachschaft
Zentrales Fachschaftsbüro
Fachschaft VWL Heidelberg
Albert Überle-Str. 3-5
D-69120 Heidelberg
Tel.: +49 (0)6221-54-2900
E-Mail: fs@vwl-heidelberg.de
Internet: www.vwl-heidelberg.de/