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Bereichsbild

Soziologie

Studienabschluss: Bachelor of Arts
 
Bewerbungspflichtig: 100 %: Ja
  25 %: Nein
Studienbeginn: WS
Regelstudienzeit: 6
Prozentstruktur: 100%; 25%
Sprachnachweise: Keine
Lehrsprache: Deutsch und Englisch

Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

 

Inhalt des Studiums

Studiengang Bachelor

Gegenstand des Bachelor-Studienganges Soziologie ist eine theoretisch und empirisch fundierte Ausbildung. Sie soll den Studierenden die theoretischen und methodischen Grundkenntnisse des Faches unter Berücksichtigung der Anforderungen und Veränderungen der Berufswelt vermitteln, und sie zu wissenschaftlicher Arbeit und zur kritischen Analyse gesellschaftlicher Zustände und darauf bezogener Maßnahmen staatlicher und nicht-staatlicher Art befähigen. Im Zentrum der Ausbildung steht die Untersuchung der strukturellen Bedingungen institutioneller Konfigurationen, wie "Staat", "Markt" und "Zivilgesellschaft" sowie deren Rückwirkung auf das Handeln von Individuen. Der Bachelor- Studiengang soll die Studierenden zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss führen und sie befähigen, Probleme in dem gewählten Berufsfeld selbstständig zu lösen.
Handeln, insbesondere soziales Handeln, deutend zu verstehen und dadurch ursächlich zu erklären, darin besteht nach Max Weber (1864–1920), einem der Gründer des Faches, die Aufgabe der Soziologie. Sie ist keine normative, sondern eine theoretisch-empirische Disziplin, und als solche ist sie nicht in erster Linie Natur- oder Kulturwissenschaft, sondern Handlungswissenschaft. Mit den Naturwissenschaften verbindet sie der Erklärungsanspruch, mit den Kulturwissenschaften, dass seine Erfüllung immer auch Sinndeutung einschließt, weil alles Handeln einen Sinnbezug aufweist, also außer in einem Natur- in einem Kulturzusammenhang steht.

Menschen sehen sich sozialen Gebilden gegenüber, die ihnen bis zu einem gewissen Grade äußerlich und zwanghaft sind. Sie können ihnen aber auch innerlich und erstrebenswert werden. Emile Durkheim (1858–1917), ein anderer Gründer des Faches, bestimmt allgemein soziale Tatsachen durch diese vier Merkmale. Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Soziologie, die Prägekraft von sozialen Gebilden und die Ursachen der Ungleichheit aufzudecken, die sich aus der Stellung des Einzelnen zu ihnen ergibt, und zu prüfen, welche sozialen Formationen (Klassen, Stände etc.) sich daraus entwickeln und in welche Richtung sie sich verändern. Hier folgt die Soziologie einer Fragestellung, wie sie zunächst vor allem von Karl Marx (1818–1883) formuliert wurde. Seit er den ökonomisch bedingten Klassencharakter sozialer Gebilde betonte, wurde dieser Gesichtspunkt auch auf nicht-ökonomische Ordnungen und Organisationen übertragen und in vielfältiger Weise modifiziert.

Soziologie in Heidelberg

In Heidelberg wird dem Forschungsprogramm Max Webers besondere Aufmerksamkeit gewidmet, ohne dass allerdings andere Ansätze vernachlässigt würden. Es gehört vielmehr zu den Lernzielen des Faches, dass die Fähigkeit, verschiedene theoretische Ansätze zu durchschauen und zu beherrschen, mittels Ideenkonkurrenz eingeübt wird. Der verstehenden Soziologie Max Webers kommt aber eine herausgehobene Stellung insofern zu, als am Heidelberger Institut Teile der Max-Weber-Gesamtausgabe ediert werden und als das Institut ein Anziehungspunkt für Max-Weber-Forscher aus dem Ausland, insbesondere aus Japan, ist.

Wichtiger als die Rezeption des Weberschen Werkes und seiner wissenschafts-, sozial- und lebensgeschichtlichen Bezüge ist seine Weiterentwicklung in theoretischer, methodischer und sachlicher Hinsicht. Theoretisch werden die Anregungen, die von den neueren Sprach- und Systemtheorien kommen, eingearbeitet, methodisch die neueren hermeneutischen Ansätze berücksichtigt, sachlich geht es darum, die vergleichende Religionssoziologie zu einer vergleichenden Kultursoziologie von Gegenwartsgesellschaften zu erweitern. Dies schließt insbesondere auch die vergleichende Untersuchung von Organisationskulturen ein. Überhaupt ist ein weiteres wichtiges Lernziel, den vergleichenden Blick zu schulen. Soziologie ist in erheblichem Maße eine vergleichende Wissenschaft.

Daneben werden die Grundlagen des Faches in ihrer ganzen Breite vermittelt. Dies betrifft die Schwerpunkte Person und soziales System (Interaktion und Sozialisation), Struktur und Wandel sozialer Systeme (Markt und Organisation, Bürokratie, Profession, Demokratie) und den Vergleich von Gegenwartsgesellschaften, wobei die Umbruchsphase Deutschlands in der Folge des Zweiten Weltkriegs und die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland ebenso berücksichtigt werden wie der europäische Einigungsprozess. Diese Schwerpunkte werden teilweise vertieft, auch unter berufspraktischen Aspekten. Hinzu tritt die forschungspraktische Ausbildung in den Methoden der quantitativen empirischen Sozialforschung, also in der computergestützten Analyse von Massendaten, ohne die heute kausale Zurechnungen nicht mehr denkbar sind. Durch die Verbindung von quantitativen und qualitativen Methoden wird eine umfassende Methodenausbildung angestrebt. Dies ist das dritte wichtige Lernziel, dem Forschung und Lehre dienen.

Darüber hinaus werden folgende Gebiete in Forschung und Lehre besonders gepflegt. Im Bereich der Medizinsoziologie stehen die –international vergleichend behandelte – Thematik der Struktur des Gesundheitswesens sowie die Thematik der Behandlung und der Bewältigung von (vor allem chronischen) Krankheiten im Zentrum des Interesses. Organisationssoziologische Studien befassen sich mit konkreten Mechanismen der Ausübung von Herrschaft und Macht sowie mit der Frage, wie die spezifischen Organisationen der Industriegesellschaft den gesellschaftlichen Wandel prägen. Die gesellschaftlichen Formen der Entwicklung der Wissenschaften und der Technik werden besonders berücksichtigt. Weitere Forschungen gelten der Theorie und Empirie des Wohlfahrtsstaates, insbesondere der vergleichenden Sozialpolitikforschung auf den Gebieten »Alterssicherung« und »Armut«. Behandelt werden ebenfalls der zunehmende und sich wandelnde Einfluss der Älteren auf die Gesellschaft sowie die Probleme der Pflegebedürftigkeit und des Wohnens im Alter. Im Rahmen der Bevölkerungssoziologie wird untersucht, wie die Geburtenentwicklung auf den Arbeitsmarkt, auf die soziale Sicherung, auf den Wertewandel und auf gesellschaftliche Konfliktpotentiale einwirkt oder wie Heiratsmuster über Chancengleichheit, über gesellschaftliche Offenheit und soziale Abgrenzung und über außerberufliche Mobilitätsmuster informieren.

 

Aufbau des Studiums Studiengang Bachelor

Das Studium ist aufgebaut nach folgenden Pflicht-, Wahlplicht- und Wahlmodulen, deren erfolgreiche Teilnahme bescheinigt und benotet wird:

Pflichtmodule

  • Grundlagen der Soziologie
  • Vergleichende Sozialstrukturanalyse
  • Soziologische Theorie
  • Wirtschafts- und Sozialstatistik
  • Methoden der empirischen Sozialforschung und Statistik
  • Grundlagen der soziologischen Institutionenanalyse
  • Interdisziplinäre Institutionenanalyse
  • Schlüsselqualifikation, Informationskompetenz
  • Berufsorientierende Qualifikation
  • BA-Arbeit

Wahlplichtmodule

  • Analysen institutioneller Komplexe I: Wirtschaft, Markt und Organisation
  • Analysen institutioneller Komplexe II: Zivilgesellschaft und Assoziationen
  • Analysen institutioneller Komplexe III: Staat und öffentliche Verwaltung

Wahlmodule

Soziologisches Wahlmodul: frei wählbare Veranstaltungen im Umfang von 18 LP aus dem Lehrangebot der Soziologie
Interdisziplinäres Wahlmodul: frei wählbare Veranstaltungen im Umfang von 36 LP (mind. 20 LP aus den Bereichen Politische Ökonomik oder Politische Wissenschaft)
Weitere Informationen auf der Seite des Institus.

 

Forschungsschwerpunkte

I. Max Weber Forschung - Soziologische Theorie – Institutionentheorie

Leitung: Prof. Dr. Thomas Schwinn.
Schwerpunkte: Das Weber-Paradigma, Vielfalt der Moderne, Max Webers Religionssoziologie, Institutionentheorie.

II. Organisationssoziologie, Internationale Management- und Karriereforschung

Leitung: Prof. Dr. Markus Pohlmann.
Schwerpunkte: Wandlungsdynamiken des Kapitalismus im internationalen Vergleich, Organisation und Management, Industrielle Beziehungen, Organisationsforschung und Human Ressource Management, Praxisschwerpunkt Organisations- und Personalentwicklung.

III. Dritter Sektor, Internationalisierung der Zivilgesellschaft

Leitung: Prof. Dr. Helmut Anheier, Dr. Steffen Sigmund.
Schwerpunkte: Internationale Zivilgesellschaft - Publikationsreihen und Zeitschriftenherausgeberschaften, Nonprofit-Institutionen im System nationaler Gesamtrechnungen, Wirkung und Wirkungsmessung von Stiftungen und Nonprofit-Organisationen.

IV. Vergleichende Wohlfahrtsstaats- und Sozialpolitikforschung sowie europäische Sozialpolitik

Leitung: Prof. Dr. Jürgen Kohl.
Schwerpunkte: Vergleichende Analyse von Wohlfahrtsstaaten, Vergleichende Analyse von Alterssicherungssystemen, Vergleichende Armutsforschung, Einstellungen zum Wohlfahrtsstaat, Europäische Sozialpolitik.

V. Familien-, bevölkerungs- und alter(n)ssoziologische Studien

Leitung: Prof. Dr. Thomas Klein.
Schwerpunkte: Studien zur Partnerwahl und zur Beziehungsstabilität, Studien zur Fertilität und zur Kindheit, Studien zur Mortalität und Morbidität sowie zu den Lebensbedingungen im Alter.

VI. Kriminalsoziologische Studien

Leitung: Prof. Dr. Dieter Hermann.
Schwerpunkte: Studien zur Erklärung von Kriminalität, Studien zur Kriminalprävention, Methodische Studien, Studien zur Lebensstilforschung.

VII. Global Institutional Development

Leitung: Prof. Dr. Thomas Kern.
Schwerpunkte: Politische Soziologie: Der Einfluss von Think-Tanks auf die Umweltpolitik. Eine kulturvergleichende Studie am Beispiel Deutschland, Japan und Südkorea, Religiöse Transformationsprozesse in der Globalisierung: Was macht Megakirchen attraktiv?, Theoretische und empirische Grundlagen der Zivilgesellschaftforschung: "Die Grenzen der Zivilgesellschaft", Aggressive Mimikry als evolutionäre Organisationsstrategie sozialer Bewegungen: Eine Untersuchung des "Crisis Pregnancy Center Movement" in den USA.

Besonderheiten

Institutskolloqium
Wöchentliches Promotionskolloqium
Graduiertenkolleg „Grenzen der Zivilgesellschaft“

 

Formalia

Zulassung

Bachelor of Arts, 100 %: Es besteht eine hochschuleigene Zulassungsbeschränkung (NC); hier finden Sie die geltende Auswahlsatzung. Die Bewerbung erfolgt online.

Bachelor of Arts, 25 %: Die Zulassungsbeschränkung wird für das WiSe 09/10 ausgesetzt;  Informationen zur Immatrikulation finden Sie hier.

Ausländische Studienbewerber:

Für ausländische Studienbewerber gelten besondere Regelungen. Informationen erhalten Sie beim Akademischen Auslandsamt der Universität Heidelberg (Seminarstraße 2). Jeweils im Sommersemester wird für ausländische Studienbewerber ein Propädeutisches Vorsemester angeboten.

Fächerkombinationen

Die möglichen Fächerkombinationen ergeben sich aus dem Fächerkatalog.

Studien- und Prüfungsordnungen

Prüfungsordnung Bachelor (vom 16.12.2010)
Alte Prüfungsordnung Bachelor (vom 22.06.2006)

Prüfungsausschuss

Zuständig für Anrechnungs-, Anerkennungs- und Prüfungsfragen ist der jeweilige Prüfungsausschuss, bzw. das Prüfungsamt. Nähere Informationen erhalten Sie bei der betreffenden Fachstudienberatung.

Masterstudiengang

Die Universität Heidelberg bietet den konsekutiven Masterstudiengang Soziologie an.

Gebühren

Für ein Studium an der Universität Heidelberg fallen zu Beginn jedes Semesters Gebühren an.

 

Fachstudienberatung

Dr. Stefan Bär
Di. 11.00-13.00 Uhr
Bergheimer Straße 58, Zi 00.024
Tel.: +49 (0)6221-54-3613
E-Mail: stefan.baer@soziologie.uni-heidelberg.de

 

Kontakt

Max-Weber-Institut für Soziologie
Bergheimer Str. 58
D-69115 Heidelberg

Sekretariat

2. OG, Raum 02.020
Tel.: +49 (0)6221-54-3614
Fax: +49 (0)6221-54-2996
E-Mail: lydia.ponier@soziologie.uni-heidelberg.de
Internet: www.soz.uni-heidelberg.de/
Lageplan

Fachschaft

Bergheimer Straße 58
3. OG
E-Mail: fs.soz@uni-hd.de

E-Mail: Seitenbearbeiter
Letzte Änderung: 28.03.2013