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Bereichsbild

Semitistik

Studienabschluss: Master of Arts
Bewerbungspflichtig: Zugangsbeschränkt
Studienbeginn: WS u. SS (s. unten)
Regelstudienzeit: 4
Studienform: Vollzeitstudium
Sprachnachweise: Arabisch und/oder Aramäisch
Lehrsprache: Deutsch
Sonstiges: Postgradualer Studiengang (konsekutiv)

Philosophische Fakultät

 

Inhalt des Studiums

Die Semitistik befasst sich mit den semitischen Sprachen und Kulturen vom Beginn ihrer schriftlichen Überlieferung um 2600 v.Chr. bis zur Gegenwart. Das Sprachgebiet erstreckt sich über drei Kontinente und reicht vom Atlantik im Westen bis nach Uzbekistan und Afghanistan und vom Mittelmeer bis nach Äthiopien. Zu den etwa 70 Sprachen und zahllosen Dialekten gehören bedeutende Kultursprachen. Erwähnt seien hier nur das Phönizische, auf dessen Schrift auch unser Alphabet zurückgeht, und die mit den monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam eng verbundenen Sprachen Hebräisch, Aramäisch und Arabisch. Das Akkadische wird wegen der Besonderheit seiner Schrift und Kultur zusammen mit den nichtsemitischen Keilschriftsprachen (besonders Sumerisch) vor allem im Fach Assyriologie erforscht, das sich aus der Semitistik heraus als eigenständiges Fach etabliert hat.

Der Forschungsstand in den einzelnen semitischen Sprachen ist immer noch sehr unterschiedlich, obwohl in den letzten Jahrzehnten große Anstrengungen unternommen und zahlreiche Sprachen neu entdeckt wurden. Generell sind die nicht mehr gesprochenen semitischen Sprachen besser erforscht als die noch lebenden. Obwohl in den letzten Jahrzehnten in der Neuaramaistik und in der arabischen Dialektologie erfreulicherweise unsere Kenntnisse bedeutend zugenommen haben, blieben große Gebiete unerforscht. Am wenigsten bekannt sind die neusüdarabischen Sprachen und die kleineren semitischen Sprachen Äthiopiens. Für das Verständnis des Entwicklungsprozesses der semitischen Sprachen sind gerade die in den Randgebieten gesprochenen Sprachen von großer Bedeutung. Ihre Erforschung wird in den nächsten Jahren noch manche Fortschritte auch zum besseren Verständnis der älteren semitischen Sprachen bringen. Auf der anderen Seite ist für die Erforschung der modernen semitischen Sprachen und Dialekte eine fundierte Kenntnis der älteren Sprachformen von großer Bedeutung. Eine Beschränkung auf die alten semitischen Sprachen oder auf eine einzige semitische Sprache ist heute in der Semitistik nicht mehr möglich, wenn Forschung auf höchstem Niveau betrieben werden soll.

Innerhalb des Seminars für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients ist die Semitistik das zentrale Fach, da sie die beiden anderen Fächer des Seminars miteinander verbindet, indem sie eine Brücke schlägt zwischen der Assyriologie (Mitte des 3. bis Mitte des 1. Jahrtausends v.Chr.) und der Islamwissenschaft, die sich mit dem um 600 n.Chr. entstehenden Islam beschäftigt. Für beide Fächer ist eine semitische Sprache von zentraler Bedeutung, und zwar das Akkadische für die Assyriologie und das Arabische für die Islamwissenschaft. Für die Studierenden beider Fächer ist daher die Semitistik ein ideales Nebenfach, das fundierte Sprachkenntnisse vermitteln und den Blick auf die vielfach ähnlichen Kulturen der semitischen Nachbarvölker lenken kann. Andererseits sind die Assyriologie und die Islamwissenschaft auch sinnvolle Nebenfächer für Hauptfachsemitisten.

Eine enge Verbindung besteht natürlich auch zu den anderen Fächern, die die Erforschung des Vorderen Orients hauptsächlich oder teilweise zum Gegenstand haben: Jüdische Studien, Ägyptologie, Vorderasiatische Archäologie, Theologie, Geographie und Ethnologie. Das Interesse an den Problemen des Vorderen Orients und die Tatsache, dass viele Länder des Vorderen Orients beliebte Reiseländer geworden sind, dürften ein stetiges Interesse an den Sprachen dieses Kulturraums garantieren.

Aufbau des Studiums

Der Master-Studiengang erstreckt sich über 4 Semester, und wird mit der (mündlichen) Master-Prüfung und der (im Hauptfach anzufertigenden) Masterarbeit abgeschlossen. Im Master-Studiengang werden die im Bachelor-Studiengang erworbenen Sprach- und Sachkenntnisse durch den Besuch weiterführender Lehrveranstaltungen (Seminare) vertieft und erweitert. Auch die Aneignung semitischer Sprachen wird weitergeführt. Das Arabische und das Aramäische sind dabei zentral. Im Verlauf des Master-Studiengangs sollen die Studierenden zum Ausbau ihrer Kenntnisse einer dieser zwei Sprachen (Begleitfach) bzw. der zwei Sprachen (Hauptfach) Sprachseminare bzw. -kurse besuchen. Zusätzlich zum Spracherwerb muss der Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an Seminaren zu ausgesuchten Themen der Semitistik, zur arabischen und/oder aramäischen Dialektologie und zur Forschung im Fach Semitistik erbracht werden. Diese Veranstaltungen erstrecken sich über das 1., 2. u. 3. Semester. Das 4. Semester ist in der Regel als Prüfungszeitraum (Master-Prüfung und -arbeit) vorgesehen.

Im Begleitfach Semitistik sind keine Vorkenntnisse des Arabischen und des Aramäischen erforderlich; im Hauptfach Semitistik sind Vorkenntnisse (Bachelor-Niveau) des Arabischen und/oder des Aramäischen erforderlich.

Forschungsschwerpunkte

Das Arabische ist die bedeutendste gesprochene Sprache des Vorderen Orients in der Gegenwart. Seine Kenntnis ist auch dann von großem Vorteil, wenn man sich im Orient die Kenntnis anderer Sprachen aneignen, in den Bibliotheken der arabischen Welt arbeiten oder an Ausgrabungen teilnehmen will.

Einen besonderen Schwerpunkt hat in Heidelberg des Aramäische. Es hat seit Sebastian Münster, der in Heidelberg das erste Aramäisch-Lateinische Wörterbuch (erschienen 1527) erstellt hat, eine lange Tradition. Das über 3000 Jahre bezeugte Aramäische gehört zu den ältesten noch gesprochenen Sprachen der Welt und ist daher wie kaum eine andere Sprache geeignet, sprachliche Veränderungen über einen langen Zeitraum zu verfolgen.

Vom Akkadischen und Hebräischen abgesehen, die im Fach Assyriologie bzw. in der Hochschule für Jüdische Studien regelmäßig gelehrt werden, können die vielen weiteren semitischen Sprachen wie z.B. das Äthiopische nur in größeren Abständen angeboten werden.

Begleitfach

In diesem Studiengang werden 20 Leistungspunkte in einem Begleitfach erworben. Hier finden Sie eine Liste aller angebotenen Begleitfächer.

Der Masterstudiengang Semitistik kann als Begleitfach im Umfang von 20 LP studiert werden.

Formalia

Zulassung

Es besteht eine hochschuleigene Zugangsbeschränkung; hier finden Sie die geltende Zulassungssatzung.

Deutsche Studieninteressierte

Deutsche Studieninteressierte können sich ohne vorherige Bewerbung bei der Zentralen Universitätsverwaltung bis Vorlesungsbeginn immatrikulieren. Erforderlich für die Immatrikulation ist eine Zugangsbescheinigung des Vertreters des gewünschten Masterstudiengangs, die bestätigt, dass die Zugangsvoraussetzungen gemäß der jeweiligen Zulassungsordnung erfüllt sind. Bitte informieren Sie sich beim Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients über das weitere Vorgehen.

Internationale Studieninteressierte

Internationale Studieninteressierte müssen sich aufgrund der in der Regel aufwendigen Prüfung der Vorbildungsnachweise schriftlich bewerben. Die Bewerbungsfrist für internationale Studieninteressierte ist der 15. Juni für das Wintersemester und der 15. November für das Sommersemester. Die Bewerbung erfolgt direkt an das Dezernat Internationale Beziehungen. Bitte nutzen Sie bei Ihrer Bewerbung folgenden Antrag auf Zulassung zum Masterstudium und fügen Sie die nötigen Unterlagen bei.

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen zum Verfahren

Studien- und Prüfungsordnungen

Prüfungsordnung Master (vom 30.09.2008)
Prüfungsordnung Master (vom 30.09.2008, letzte Änderung 28.09.2016)

Modulhandbuch

Das aktuelle Modulhandbuch finden Sie hier.

Prüfungsausschuss

Zuständig für Anrechnungs-, Anerkennungs- und Prüfungsfragen ist der jeweilige Prüfungsausschuss, bzw. das Prüfungsamt. Nähere Informationen erhalten Sie bei der betreffenden Fachstudienberatung.

Gebühren

Für ein Studium an der Universität Heidelberg fallen zu Beginn jedes Semesters Gebühren an.

Fachstudienberatung

Andreas Fink
Schulgasse 2
D-69117 Heidelberg
Sprechstunde n.V.
Tel: +49 (0)6221-54-2960
E-Mail: andreas.fink@ori.uni-heidelberg.de

Kontakt

Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients

Abt. Semitistik
Schulgasse 2
D-69117 Heidelberg

Sekretariat:
Tel.: +49 (0)6221-54-2961
Fax: +49 (0)6221-54-3401
E-Mail: semitistik@uni-hd.de
Internet: http://semitistik.uni-hd.de

Lageplan
 

Fachschaft:
E-Mail: jh3@ix.urz.uni-heidelberg.de

E-Mail: Seitenbearbeiter
Letzte Änderung: 13.04.2017
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