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Bereichsbild

Religionswissenschaft

Studienabschluss: Bachelor of Arts  
Bewerbungspflichtig: Nein  
Studienbeginn: WS / SS
Regelstudienzeit: 6
Prozentstruktur: 75%, 50% (2); 25%
Lehrsprache: Deutsch und Englisch

Philosophische Fakultät
 

Inhalt des Studiums

Zu den Inhalten des Heidelberger BA-Studiengangs Religionswissenschaft – und damit auch zum Untersuchungsspektrum der Religionswissenschaft im Allgemeinen – gehören große religiöse Traditionen wie etwa Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus ebenso wie regionale historische Entwicklungen (z. B. in der Antike und im Alten Orient) oder aktuelle, zeitgenössische Religionsformen (z. B. New Age und Esoterik).

In der religionswissenschaftlichen Tradition wird besonders eine möglichst wertneutrale Beschreibung der Entstehung und Veränderung religiöser Traditionen anhand empirischer Befunde angestrebt, die die Studierenden dieser Studiengänge in ihrer Geschichte und Gegenwart analysieren und erforschen sollen. Dabei fragt Religionswissenschaft nicht nach der Wahrheit oder Richtigkeit religiöser Aussagen, sondern nach der Rolle, die religiöse Menschen für die Kultur und Geschichte ihrer Zeit spielen. Insofern zählt Religionswissenschaft heute mit zu den diagnostischen Schlüsseldisziplinen für die Lösung brisanter gesellschaftspolitischer Fragen. Aktuelle Beispiele dafür sind die Fundamentalismusdebatte und das Problem religiös legitimierter Gewalt, aber auch die Diskussion um Säkularisierung oder „Rückkehr der Religionen“ und nicht zuletzt die zunehmende Medialisierung von Religion.

Das Studium der Religionswissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg offeriert den Studierenden die Einübung kritisch reflektierter Zugänge zu den religiösen Traditionen und zeitgenössischen religiösen Entwicklungen in einem globalen Kontext. Die Absolventen werden in die Lage versetzt, sachkundig und kompetent mit aktuellen und drängenden Fragen von Religionen und Gesellschaft umzugehen. Hier sind insbesondere Fragen der Rolle von Religionen in der Schule, Religionen und Werte, die Zusammenhänge von Religionen und Gewalt oder Religionen und Migration sowie interreligiöse Kommunikation gemeint, aber auch Fragen des religiösen Verbraucherschutzes oder rechtliche Fragen im Zusammenhang mit dem Begriff der Religionsfreiheit. Zusammen mit den Kenntnissen, die die Lehrveranstaltungen im Bereich „Übergreifende Kompetenzen“ offerieren, erwerben die Studierenden mit dem BA-Religionswissenschaft einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Für Religionswissenschaftler gibt es – anders als etwa in der Pharmazie oder Medizin – zwar kein mehr oder weniger fest vorgegebenes Berufsbild. Doch eröffnet die gesellschaftspolitische Bedeutung der Religionswissenschaft eine breite Vielfalt an möglichen Berufsfeldern wie öffentlichen Beratungseinrichtungen für Religionsfragen und sog. „Sekten“ (mit politischen, privatrechtlichen oder kirchlichen Bezügen) sowie Immigranten- und Ausländerbetreuung in öffentlichen und privaten Institutionen und Firmen. Dazu kommen Tätigkeitsfelder mit kulturell-religiösen Schwerpunkten innerhalb von Erwachsenenbildung, Journalismus, Verlagswesen, Tourismus/ Reiseleitung, Ausstellungs- und Kongressorganisation sowie Museen. Viel hängt hier von den persönlichen Interessen und der individuellen Schwerpunktbildung der Absolventen ab. Als Hilfe bei der Orientierung und als Einstiegschance in mögliche Berufsfelder sind daher Praktika im Studienverlauf vorgesehen.

Aufbau des Studiums

Der BA-Studiengang Religionswissenschaft setzt sich aus einem theoretisch-methodischen und einem religionshistorischen Teil zusammen. Die Basis- und Aufbaumodule des BA-Studiengangs Religionswissenschaft bieten den Studierenden zum einen Kenntnisse über die Theorien und Methoden, die sie dazu befähigen, sich mit den religiösen Traditionen der Welt in Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen. Zum anderen offeriert der Studiengang Wissen über die religiösen Traditionen der Welt und ihre aktuellen Entwicklungen in Form von Überblicksveranstaltungen und Einführungen in spezifische Themenfelder der Religionsgeschichte und Gegenwart von Religionen. Zu den theoretischen Grundlagen gehören das Wissen über die Geschichte der Religionswissenschaft, die selber auch Teil und Produkt der europäischen Religionsgeschichte ist, sowie die Debatten um den Begriff ‘Religion’ und andere Termini und Konzepte wie ‘Magie’, ‘Sekte’, ‘Fundamentalismus’ oder ‘Synkretismus’. Weitere Grundlagen sind die Methoden, mit denen Daten über religiöse Traditionen gesammelt werden. Dazu gehören z. B. historisch-philologische, archäologische oder sozialwissenschaftliche Methoden, also Interviews oder Feldforschung. Daneben bieten die einführenden Lehrveranstaltungen auch einen Überblick über den Umgang mit Hilfsmitteln und Techniken der Recherche.
Grundsätzlich bietet das Studium der Religionswissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität den Studierenden gerade aber durch die Integration von Lehrimporten aus Nachbardisziplinen in den Wahlpflichtbereich die zusätzliche Möglichkeit, einen fundierten Einblick in die Vielfalt der Religionsgeschichte zu gewinnen und einen breiten Spielraum zur individuellen Schwerpunktsetzung. Die Studierenden können dazu aus dem großen Angebot an Modulen aus dem Interdisziplinären Lehrangebot Religionswissenschaft (ILR) wählen, an dem zur Zeit die folgenden Fächer beteiligt sind: Ägyptologie, Altertumswissenschaften, Assyriologie, Ethnologie, Geschichte, Indologie, Iranistik, Islamwissenschaft, Japanologie, Judaistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Ostasiatische Kunstgeschichte, Ostasienwissenschaften, Pädagogik, Philosophie, Politikwissenschaft, Psychologie, Sinologie, Soziologie, Südasienwissenschaften, Theologie.

In der aktuellen Religionsforschung liegt die Aufmerksamkeit weniger auf Konstrukten wie den „Weltreligionen“, „dem“ Buddhismus oder „dem“ Islam. Im Mittelpunkt des Interesses stehen vielmehr die religiösen Vorstellungen und Praktiken der einzelnen Menschen und ihre Bedeutung und Funktion in der sozialen Wirklichkeit. Aus diesem Grund bietet der BA-Studiengang Religionswissenschaft Überblicke und Einführungen in die religiösen Traditionen einzelner Regionen und Epochen, in denen zum Beispiel der Wandel christlicher Vorstellungen und Praktiken im europäischen Mittelalter oder die Entwicklung buddhistischer Vorstellungen und Praktiken in Ostasien thematisiert wird. Grundlage für eine erfolgreiche Beschäftigung mit den religiösen Traditionen einzelner Regionen und Epochen ist daher der Erwerb der jeweils entsprechenden sprachlichen und regionalspezifischen Kenntnisse. An der Universität Heidelberg wird traditionell ein breites Spektrum an Quellensprachen angeboten, das von den klassischen und modernen Sprachen Europas über die alten und neuen Sprachen des Vorderen Orients bis zu denen Süd- und Ostasiens reicht. Das Studium der Religionswissenschaft erlaubt den Studierenden hierzu über die freie Wahl eines Begleitfaches aus der breit gefächerten Palette der Heidelberger Geisteswissenschaften die zielgerichtete Ausbildung eines individuellen religionshistorischen Schwerpunkts. Eine weitere Arbeitsgrundlage ist der Erwerb von Kenntnissen zu empirischen Methoden aus Ethnologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Psychologie, der u. U. durch die Wahl einer dieser Disziplinen als Begleitfach erfolgen kann. Für einen erfolgreichen Studienabschluss wird der Erwerb von sprachlichen und regionalwissenschaftlichen Kenntnissen zu der jeweiligen Region und Epoche, auf deren religiöse Traditionen man sich spezialisieren will, dringend empfohlen.
Im fünften oder sechsten Semester wird eine Bachelor-Arbeit angefertigt. Alle Details zu Noten, Leistungspunkten, Modulen und Abschluss werden in der Prüfungsordnung und im Modulhandbuch geregelt, die auf der Homepage des Instituts für Religionswissenschaft für den Download verfügbar sind.
 

Forschungsschwerpunkte

Am Institut für Religionswissenschaft finden sich regionale Schwerpunktbereiche für die Religionsgeschichte Europas und der USA, für die religiösen Traditionen des vorislamischen Iran sowie für die alte und speziell die gegenwärtige japanische Religionsgeschichte. Die Geschichte der Freimaurerei ist ein weiterer Forschungsschwerpunkt des Instituts. Inhaltlich bilden die neuere Ritualforschung, die Analyse von Transformationen des Buddhismus in einem globalen Kontext sowie die Untersuchung der Rolle von Religionen im Medium Internet die Gravitationszentren der Forschungsarbeit am Institut. In der aktuellen Religionsforschung wird insbesondere folgenden beiden Erkenntnissen Rechnung getragen: zum einen sind religiöse Vorstellungen und Praktiken nicht statisch oder unveränderbar, sondern unterliegen sowohl im Prozess der Geschichte als auch in der Biographie einzelner Individuen einem stetigen Wandel. Zum anderen sind Religionen nicht nur Orte des intellektuellen Erkennens, sondern vermitteln sich zum Beispiel in Ritualen oder durch spezifische Ästhetiken auch über die Sinne der Menschen. Aus diesem Grund liegen die theoretischen Schwerpunkte am Institut für Religionswissenschaft auf Theorien zur Individualreligiosität und Ritualdynamik sowie auf neuen Paradigmen und Ansätzen der Religionsästhetik. Weitere Schwerpunkte liegen auf religionsökonomischen Ansätzen und dem Zusammenhang zwischen Religionen und den Medien.

 

Formalia

Zulassung

Es besteht keine Zulassungsbeschränkung; Informationen zur Immatrikulation finden Sie hier.

Ausländische Studienbewerber:

Für ausländische Studienbewerber gelten besondere Regelungen. Informationen erhalten Sie beim Akademischen Auslandsamt der Universität Heidelberg (Seminarstraße 2).

Studien- und Prüfungsordnungen

Prüfungsordnung Bachelor (vom 08.02.2007)

Prüfungsausschuss

Zuständig für Anrechnungs-, Anerkennungs- und Prüfungsfragen ist der jeweilige Prüfungsausschuss, bzw. das Prüfungsamt. Nähere Informationen erhalten Sie bei der betreffenden Fachstudienberatung.

Gebühren

Für ein Studium an der Universität Heidelberg fallen zu Beginn jedes Semesters Gebühren an.

Masterstudiengang

Die Universität Heidelberg bietet den konsekutiven Masterstudiengang Religionswissenschaft an. 

 

Fachstudienberatung

Angelo Radmüller
Akademiestrasse 4-8
Sprechzeit nach Vereinbarung

Tel.: +49-(0)6221-547694
Fax : +49-(0)6221-547424
E-Mail: studienberatung.religionswissenschaft@zegk.uni-heidelberg.de
 

Kontakt

Institut für Religionswissenschaft
Akademiestr. 4–8
D-69117 Heidelberg

Sekretariat:
Tel.: +49 (0)6221-54-7622
Fax.: +49 (0)6221-54-7624
E-Mail: information.religionswissenschaft@zegk.uni-heidelberg.de
Internet: http://www.zegk.uni-heidelberg.de/religionswissenschaft/
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Fachschaft:
E-Mail: info@fachschaft-rewi.de
Internet: http://fachschaft-rewi.de/
Aktuelle Treffen können der Homepage entnommen werden.

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Letzte Änderung: 28.03.2013