Philosophie sowie Philosophie/Ethik (Lehramt)
Inhalt des Studiums
Aufbau des Studiums
Schwerpunkte der Forschung/Lehre
Formalia
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| Studienabschluss: | Bachelor of Arts | Philosophie/Ethik Lehramt an Gymn. |
| Bewerbungspflichtig: |
Ja (75 / 50%) Nein (25%) |
Ja |
| Studienbeginn: | WS | WS |
| Regelstudienzeit: | 6 | 10 |
| Prozentstruktur: | 75%; 50%; 25% | |
| Studienform: | Vollzeit / Teilzeit | Vollzeit |
| Sprachnachweise: |
B.A. 75 %: |
Latinum oder Graecum |
| Lehrsprache: | Deutsch, Englisch | Deutsch |
| Sonstiges: |
Inhalt des Studiums
Aus verschiedenen Gründen ist es schwierig, eine verbindliche Definition von "Philosophie" zu geben. Anders als die Einzelwissenschaften bezieht sich die Philosophie nicht auf ein klar umrissenes Themenfeld. philosophische Fragen gelten oft übergeordneten Problemzusammenhängen, und häufig sind sie nicht unmittelbar an konkreten Inhalten orientiert, sondern dienen der Reflexion auf mögliche Zugangsweisen zu ganz unterschiedlichen Phänomenbereichen. In diesem Sinne ist auch der Kanon philosophischer Disziplinen offener und historisch flexibler als in den meisten anderen Wissenschaften.
Mit dieser Situation hat sich die Philosophie selbst immer wieder auseinandergesetzt und dies nicht nur in der Epoche der groß angelegten idealistischen Systementwürfe. Dennoch kann man mit einem gewissen Recht sagen, daß sich gerade in dieser Epoche noch heute wirksame Bestimmungen der Philosophie und ihrer Teilgebiete ausgestalteten. So hat Kant die Thematik der Philosophie in drei bzw. vier Fragen formuliert: "Was kann ich wissen?" "Was soll ich tun?" "Was darf ich hoffen?" und zusammenfassend "Was ist der Mensch?" Philosophie beschäftigt sich nach diesem Verständnis mit den Strukturen und der Begründung theoretischer Erkenntnis, mit der Setzung und Rechtfertigung ethischer und moralischer Normen, mit der Möglichkeit eines transzendenten Grundes alles Seienden und schließlich mit der Frage nach einer sinnvollen Gestaltung menschlicher Lebensbezüge.
Diese Themen haben im Grunde bereits die bis in die Antike zurückreichende Einteilung der Philosophie in Logik, Ethik und Physik maßgeblich bestimmt. Während aber für sie wie auch für alternative traditionelle Einteilungen die Orientierung an spezifischen Gegenstandsgebieten charakteristisch ist, gewinnen in der neuzeitlichen Philosophie methodische Gesichtspunkte eine besondere Bedeutung. Das kommt auch in den genannten Kant´schen Fragen zum Ausdruck: Die einzelnen Disziplinen der Philosophie werden hier nicht mehr bestimmten Gegenstandsgebieten zugeordnet, sondern unter dem methodischen Aspekt einer Einheit der kognitiven und praktischen Vermögen der menschlichen Vernunft aufeinander bezogen. Seit dem 18. Jahrhundert ist dieser spezielle Systematisierungsvorschlag zwar von vielfältigen Neuansätzen überlagert worden, von denen einige mittlerweile als überholt gelten. Prinzipiell aber hat sich die Ausrichtung an methodischen Gesichtspunkten, die eine gewisse Vorläufigkeit behalten und deshalb geeignet sind, auch auf Entwicklungen in den empirischen Wissenschaften flexibel zu reagieren, als fruchtbar erwiesen. Nur eine solche Orientierung, die nicht auf bestimmte Gegenstandsbereiche fixiert ist, scheint auch dem Sachverhalt Rechnung tragen zu können, daß viele Teilgebiete, die einmal zur Philosophie gehörten, inzwischen zu selbständigen Einzelwissenschaften geworden sind.
Mit der zunehmenden Bedeutung methodischer Gesichtspunkte gewinnt innerhalb der Philosophie auch die Unterscheidung zwischen historischen und systematischen Fragestellungen einen neuen Stellenwert. In vielen Fällen sind es nicht inhaltliche, sondern methodische Kriterien, unter denen ein Problem als "historisch" bzw. "systematisch" bezeichnet wird. Man kann die gegenwärtig dominierenden philosophischen Richtungen: die Wissenschaftstheorie, die analytische Sprachphilosophie und die philosophische Hermeneutik als jeweils verschieden gelagerte Ansätze verstehen, systematische Problemstellungen aus den Bereichen der Naturphilosophie, der Ontologie oder der Ästhetik historisch zu deuten und umgekehrt aus den historischen Kontexten die systematische Relevanz traditioneller Problemstellungen zu motivieren. Diese Komplementarität historischer und systematischer Analysen ermöglicht der Philosophie auch die Anknüpfung an entsprechende Entwicklungen in den modernen Wissenschaften. Das Interesse der Wissenschaftstheorie gilt der Rekonstruktion von Forschungs- und Begründungszusammenhängen vor allem der Physik. Die neuere mathematische Logik spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie in der analytischen Sprachphilosophie, die, zum Teil in Anschluß an die Linguistik, eine präzise Darstellung der logischen Grammatik sprachlicher Äußerungen zu geben versucht, um den Einfluß, den die Strukturen der Sprache auf das menschliche Weltverständnis haben, zu ermitteln. In dieser Richtung überschneidet sich die Sprachphilosophie partiell mit der philosophischen Hermeneutik, die als eine generelle Theorie des Verstehens und der Interpretation ihre Bezugspunkte allerdings primär in den Geisteswissenschaften hat.
Philosophie als Studienfach
Im Blick auf die Komplementarität von systematischen und historischen Problemstellungen wird ein Studium der Philosophie in der Regel zwei Schwergewichte haben:
- Die Beschäftigung mit klassischen Texten der Philosophiegeschichte,
- Die Auseinandersetzung mit systematischen Fragen z.B. der Logik, der Ethik oder der Ästhetik.
Beide Aspekte sind sachlich nicht zu trennen und sollten während des Studiums deshalb auch parallel verfolgt werden. Die Beschäftigung mit klassischen Texten der Philosophiegeschichte dient nicht nur zur Einübung in Strategien rationaler Argumentation und Geltungsprüfung, die für den Umgang mit systematischen Fragestellungen unverzichtbar sind. Einschlägig für systematische Fragestellungen sind klassische Texte darüber hinaus vor allem darin, daß sie sich immer auch als programmatische Entwürfe lesen lassen, die den Zusammenhang der verschiedenen philosophischen Teilgebiete artikulieren. Andererseits eröffnet erst eine gewisse Vertrautheit mit übergreifenden systematischen Problemen diejenige Distanz zu klassischen Texten, die notwendig ist, um ihnen kritisch zu begegnen und sie sich selbständig anzueignen.
Naturgemäß kann eine sinnvolle Kopplung systematischer und historischer Aspekte zu Beginn des Studiums noch nicht erwartet werden. Das Grundstudium, das normalerweise die ersten vier Semester umfasst, dient daher neben der Vermittlung elementarer Kenntnisse der Textinterpretation und -analyse vor allem dazu, sich im Ausgang von klassischen Texten einen Überblick über die verschiedenen Epochen der Philosophiegeschichte und ihrer traditionsbildenden Schulen zu verschaffen. An einigen Seminaren - u.a. in Heidelberg - werden dafür auch eigene zweisemestrige Interpretationskurse angeboten, die gesondert ein klassisches Werk behandeln. Eine spätere Phase des Studiums sollte sich dann auf die Einarbeitung in exemplarische Schwerpunkte philosophischer Teildisziplinen konzentrieren. Im Vordergrund des Hauptstudiums wird die Spezialisierung auf ein bestimmtes Teilgebiet oder, historisch, einen Autor bzw. eine Epoche stehen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Spezialisierung - wie in allen akademischen Fächern - nicht ,blind' ausschließlich den eigenen Interessen folgen, sondern sich an den Forschungs- und Arbeitsgebieten der Dozenten orientieren sollte. Da die philosophischen Seminare der verschiedenen Universitäten jeweils auch verschiedene Spezialgebiete haben, kann es sinnvoll sein, eventuell den Studienort zu wechseln, wenn sich im Laufe des Studiums ein Spezialgebiet herausbildet, das an einem anderen Ort intensiv erforscht wird.
Aufbau des Studiums
Der Aufbau des Studiums ergibt sich aus der Prüfungsordnung des jeweils gewählten Studiengangs. Im Fach Philosophie sind folgende Studienabschlüsse möglich:
- Bachelor: Philosophie Hauptfach (75%, 50%), Begleitfach (25%). Nähere Informationen ergeben sich aus dem Leitfaden Bachelorstudium.
- Lehramt am Gymnasium (Philosophie/Ethik), Regelstudienzeit von zehn Semestern.
Detaillierte Informationen zu den jeweiligen Prüfungsordnungen, Zulassungsbedingungen und Scheinanforderungen und dem sich daraus ergebenden Studienplänen finden sich auf der Homepage der Fachstudienberatung des Philosophischen Seminars.
Foschungsschwerpunkte
Schwerpunkte der Lehre und Forschung bilden am philosophischen Seminar der Universität Heidelberg vor allem die Wissenschaftstheorie, die praktische Philosophie und die philosophische Hermeneutik. Aufgrund der Heidelberger Tradition liegt ein besonderer Akzent auf der philosophischen Hermeneutik, sowohl für die antike Philosophie wie auch für systematische Problemstellungen der modernen Existenzphilosophie und Anthropologie. Auf beiden Gebieten gilt das Interesse aber nicht nur den Möglichkeiten, sondern auch den Grenzen eines hermeneutischen Zugangs zu klassischen philosophischen Themen. Im Vordergrund der praktischen Philosophie (Ethik, Rechts- und Sozialphilosophie und politische Philosophie) steht, im Sinne einer ebenso wichtigen zweiten Heidelberger Tradition, die Beschäftigung mit Konzeptionen des deutschen Idealismus, aber auch die Auseinandersetzung mit Ansätzen der sprachanalytischen Philosophie. Im Bereich der Wissenschaftstheorie besteht eine enge, auch institutionell verankerte, Zusammenarbeit mit den empirischen Wissenschaften.
Formalia
Bewerbung und Zulassung
Bachelor 75 %, 50 %
Es besteht eine hochschuleigene Zulassungsbeschränkung (NC). Hier finden Sie die geltende Auswahlsatzung (Änderung). Die Bewerbung erfolgt online.
Bachelor 25%
Es besteht keine Zulassungsbeschränkung; Informationen zur Immatrikulation finden Sie hier.
Lehramt
Es besteht eine hochschuleigene Zulassungsbeschränkung (NC); hier finden Sie die geltende Auswahlsatzung. Die Bewerbung erfolgt online.
Erweiterungsprüfung Lehramt: Die Aufnahme des Erweiterungsfaches (in Philosophie/Ethik nur mit Hauptfachanforderungen) ist bei Nachweis mindestens der Orientierungsprüfung in den beiden Hauptfächern möglich. Es besteht auch hier eine universitätsinterne Zulassungsbeschränkung.
Ausländische Studienbewerber
Für ausländische Studienbewerber gelten besondere Regelungen. Informationen erhalten Sie beim Akademischen Auslandsamt der Universität Heidelberg (Seminarstraße 2).
Fächerkombinationen
Die möglichen Fächerkombinationen ergeben sich aus dem Fächerkatalog.
Studien- und Prüfungsordnungen
Lehramt
Zwischenprüfungsordnung (vom 29.04.2010)
Zwischenprüfungsordnung (vom 02.06.1982)
Wissenschaftliche Prüfungsordnung (WPO 2001)
Gymnasiallehrerprüfungsordnung I (GymPO 2009)
Bachelor
Prüfungsordnung (vom 14.06.2010)
Prüfungsausschuss
Zuständig für Anrechnungs-, Anerkennungs- und Prüfungsfragen ist der jeweilige Prüfungsausschuss, bzw. das Prüfungsamt. Nähere Informationen erhalten Sie bei der betreffenden Fachstudienberatung
Gebühren
Für ein Studium an der Universität Heidelberg fallen zu Beginn jedes Semesters Gebühren an.
Masterstudiengang
Die Universität Heidelberg bietet den konsekutiven Masterstudiengang Philosophie an.
Fachstudienberatung
Bachelor:
Daniel Sprenger
Schulgasse 6, Zimmer 123
Di. 14.00 - 16.00 Uhr
Tel.: +49 (0)6221- 54 22 86
E-Mail: fachstudienberatung-bachelor@ps.uni-heidelberg.de
Lehramt:
Monika Obermeier, M.A.
Schulgasse 6, Zimmer 123
Mo. 13.00 - 15.00 Uhr
Tel.: +49 (0)6221- 54 22 86
E-Mail: fachstudienberatung-lehramt@ps.uni-heidelberg.de
weitere Informationen zur Fachstudienberatung und Prüfungsordnung
Kontakt
Philosophisches Seminar
Schulgasse 6
D-69117 Heidelberg
Verwaltung:
Zi.124
Tel.: +49 (0)6221-54-2284
Fax: +49 (0)6221-54-2278
E-Mail: philsem@uni-heidelberg.de
Internet: www.philosophie.uni-hd.de
Lageplan
Die Verwaltung beantwortet keine Fragen zur Studienfachwahl und zu Prüfungsangelegenheiten. Dies kann und wird nur von den zuständigen Fachstudienberatungen geleistet.
Fachschaft:
Schulgasse 6, Zi. 116
E-Mail: fragen@faphi.de