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Bereichsbild

Musikwissenschaft

Studienabschluss: Bachelor Erw. Prüfung Lehramt an Gymn.
Bewerbungspflichtig: Nein Nein
Studienbeginn: WS u. SS WS u. SS
Regelstudienzeit: 6 3
Prozentstruktur: 75%; 50%; 25%  
Sprachnachweise: Lateinkenntnisse, Englischkenntnisse und Kenntnisse einer weiteren modernen Fremdsprache  
Lehrsprache: Deutsch, Englisch  

Philosophische Fakultät

 

Inhalt des Studiums

Das Fach erforscht alle Aspekte der Musik – historische, kulturelle, psychologische, soziale, anthropologische und physikalische. Es gliedert sich in drei Disziplinen:

  • historische Musikwissenschaft,
  • systematische Musikwissenschaft und
  • Musikethnologie.

Die historische Musikwissenschaft erforscht die europäisch-abendländische Musik in ihrem jeweiligen geschichtlichen Kontext, ihre Ästhetik, ihre Theorie und die Einbindung in die Kultur und das soziale Umfeld ihrer Zeit; sie beschäftigt sich mit der Analyse musikalischer Werke, mit der Erschließung musikhistorischer Quellen, mit Lebensläufen von Komponisten sowie mit der Entwicklung musikalischer Gattungen. Waren die Methoden bis in die 1980-er Jahre vor allem im deutschsprachigen Raum primär historisch-hermeneutisch ausgerichtet, so tendiert das Fach in jüngster Zeit zunehmend zum interdisziplinären Austausch und zum Pluralismus der Methoden.

Gegenstand der systematischen Musikwissenschaft sind vor allem die physikalischen, physiologischen und psychologischen Grundlagen und Phänomene der Musik sowie die mit naturwissenschaftlichen Methoden greifbaren Aspekte der Musiktheorie und der Instrumentenkunde.

Die Musikethnologie untersucht die meist nicht schriftlich überlieferte Kunstmusik außereuropäischer Kulturen sowie die Volksmusik aller Zeiten und Völker.
Die Grenzen zwischen den drei gleichberechtigten Disziplinen der Musikwissenschaft sind immer fließend gewesen; mit der zunehmenden Verflechtung der Methoden wird eine Abgrenzung immer schwieriger. Einige deutschsprachige Universitäten bieten systematische Musikwissenschaft und/oder Musikethnologie als separates Fach an (einen Überblick bietet der »Bundesstudienführer Musikwissenschaft«, der vom Dachverband der Studierenden der Musikwissenschaft e.V. – DVSM – herausgegeben wird).

Das Studium der Musikwissenschaft führt zu einer Qualifikation, die Voraussetzung für eine Vielzahl verschiedener Berufe und Tätigkeitsfelder ist: Dramaturg an Opernhäusern und Theatern, Redakteur bei Rundfunk und Fernsehen, Lektor bei Verlagen, Redakteur bei CD-Firmen, Redakteur bzw. Kritiker bei Zeitungen und Zeitschriften, Tätigkeiten im Bereich von Orchester- und Konzertmanagement, Editionswesen, in Bibliotheken, Museen und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland und schließlich in Forschung und Lehre an Universitäten, Musikhochschulen, Konservatorien und pädagogischen Hochschulen.

Studienvoraussetzungen

Sinnvolle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium der Musikwissenschaft sind ausgeprägte musikalische Begabung, Interesse für historische Zusammenhänge und die Beherrschung wenigstens eines Instruments, vorzugsweise eines Tasteninstruments. Hinzu kommen möglichst vielfältige Fremdsprachenkenntnisse die an der Universität erworben werden können. Unerlässlich sind Grundkenntnisse in Harmonielehre, Kontrapunkt und Partiturlesen, die im Studium vertieft werden können. Vokalunterricht und instrumentalpraktischer Unterricht ist am Seminar nicht möglich.

 

Aufbau des Studiums

a) Bachelorstudiengang

Die Lehrveranstaltungen sind modularisiert und gliedern sich in Pflicht-, Wahlplflicht- und Wahlmodule, die aus einer oder mehreren Komponenten bestehen. Die Basismodule (BASe) vermitteln die Grundlagen (Satzlehre, Analysetechniken, Arbeitsmethoden, Notationskunde, Grundkurs Musikgeschichte). Die musikhistorischen Wahlpflichtmodule (MuSe) bestehen jeweils aus einer Vorlesung und einem Seminar und bieten trotz der straffen Studienstruktur Wahlmöglichkeiten, die durch die Module des Wahlbereichs (ChoSe) noch erweitert werden. Leistungsnachweise werden auch hier durch Klausuren bzw. Referate und Hausarbeiten erworben. Der Studiengang umfaßt einschließlich Bachelorarbeit sechs Semester.

b) Erweiterungsprüfung Musikwissenschaft Beifach für das Lehramt an Gymnasien

Gemäß der Verordnung des Kultusministeriums über die Wissenschaftliche Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien (WPO) vom 13. März 2001 kann im Fach Musikwissenschaft eine so genannte Erweiterungsprüfung für das gymnasiale Lehramt mit den Anforderungen eines Beifaches abgelegt werden. Mit dem Bestehen dieser Prüfung wird die wissenschaftliche Befähigung für den Unterricht im Fach Musik auf der Unter- und Mittelstufe des Gymnasiums nachgewiesen. Allerdings erhalten Absolventen im Erweiterungsfach Musik mit Ablegen der Prüfung keine Lehrberechtigung und werden in diesem Fach auch nicht zum Vorbereitungsdienst zugelassen; der Vorbereitungsdienst im Fach Musik ist Bewerberinnen und Bewerbern vorbehalten, die an einer Musikhochschule das Fach Schulmusik studiert haben.

Die Mindestvoraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung ist laut Prüfungsordnung die erfolgreiche Teilnahme an zwei Proseminaren und einem Hauptseminar im Fach Musikwissenschaft.
Am Musikwissenschaftlichen Seminar in Heidelberg wird allen Beifachstudierenden jedoch in eigenem Interesse dringend dazu geraten, zusätzlich mindestens noch folgende weitere Veranstaltungen zu besuchen:

  • Satzlehre I
  • Analyse (mindestens ein Kurs)
  • Grundkurs Musikgeschichte (mindestens die Kurse III und IV)

Lehre

Zu den Materialien, mit denen in den Lehrveranstaltungen gearbeitet wird, gehören neben den Notentexten musiktheoretische, musikhistorische und musikästhetische Schriften, je nach Fragestellung auch allgemein historische, literaturwissenschaftliche oder sozialgeschichtliche Texte. In den Lehrveranstaltungen wird so weit wie möglich auf Originalquellen zurückgegriffen (Handschriften, Originaldrucke usw.); die dafür notwendigen Kenntnisse z.B. älterer oder neuerer Notationsformen werden in den betreffenden Veranstaltungen selbst und in Übungen zur Notationskunde erworben. Zur Unterstützung der Arbeit mit dem Notentext steht eine umfangreiche Tonträgersammlung (LP und CD) in der Bibliothek zur Verfügung.

Schließlich sei darauf hingewiesen, dass das Studium der Musikwissenschaft in Heidelberg den Studierenden im strenger reglementierten Bachelorstudiengang die Freiheit, aber auch die Verantwortung gibt, das Studium so zu gestalten, dass die ältere (bis 1500), die mittlere (bis 1900) und die neueste Musikgeschichte gleichmäßig berücksichtigt werden. Mit Blick auf zukünftige Berufsfelder wird zur Zeit außerdem nach Möglichkeit in jedem Semester eine berufspraktische Veranstaltung angeboten; die Teilnahme liegt im Interesse der Studierenden (z. B. im Jahr 2006: Der Online-Köchel bei SWR2 – entstanden in Zusammenarbeit der Musikredaktion des SWR2 mit der Forschungsstelle "Südwestdeutsche Hofmusik" der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und zahlreichen Heidelberger Studierenden); Hinweise auf einen sinnvollen Studienaufbau erhalten Studienanfänger in einem einführenden Tutorium. Vom Angebot einer regelmäßigen Fachstudienberatung sollte während des gesamten Studiums Gebrauch gemacht werden.

Außerdem bietet das Musikwissenschaftliche Seminar die fakultative Teilnahme an folgenden Aktivitäten: Mitarbeit in der Fachschaft der Studierenden der Musikwissenschaft Heidelberg (FSM Heidelberg) – die studentische Vertretung am Musikwissenschaftlichen Seminar Heidelberg; Praktikum bei Heidelberger Biennale für Neue Musik; Singen und Musizieren im Collegium Musicum – Chor und Orchester der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg; Gestalten, Spielen und Musizieren bei der Marionettenoper im Säulensaal.

 

Schwerpunkte der Forschung und Lehre

An der Universität Heidelberg konzentrieren sich Lehre und Forschung, wie an den meisten Universitäten der Bundesrepublik, auf die historische Musikwissenschaft, obgleich auch systematisch und ethnologisch ausgerichtete Veranstaltungen angeboten werden. Eine bis in die Gründungsjahre des Seminars zurückreichende Tradition ist die Erforschung der Musikgeschichte des Mittelalters, der Renaissance und der Musik der Wiener Klassik. In jüngerer Zeit haben sich Schwerpunkte der Forschung herausgebildet, die sich gleichfalls in der Lehre widerspiegeln. Dazu zählen die Geschichte der Oper von den Anfängen bis zur Gegenwart, die italienische Musik des 16. – 18. Jahrhunderts, Claudio Monteverdi, Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Historische Aufführungspraxis, Probleme der Musikgeschichtsschreibung (Prof. Dr. Silke Leopold), Musik des 19. und 20. Jahrhunderts, die Geschichte der Symphonik, die osteuropäische und speziell die russische Musik, interdisziplinär betriebene Sujet- und Rezeptionsforschung (Prof. Dr. Dorothea Redepenning), italienische Musikgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts, französische Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, das deutsche Lied des 18. und 19. Jahrhunderts, Aspekte der europäischen und amerikanischen Musikkultur im 20. Jahrhundert (Dr. Joachim Steinheuer), Schauspielmusik, Librettoforschung, die Musik des 19. und 20. Jahrhunderts (Dr. Antje Tumat).
Folgende Forschungsunternehmen sind am Musikwissenschaftlichen Seminar beheimatet: Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Theater um Mozart – Ausstellung, Kongress, Konzerte. 19.9.–19.11.2006;
Forschungsprojekt Die Libretti des Stuttgarter Hoftheaters im 19. Jahrhundert: Musikhistorische Regionalforschung mit europäischer Perspektive, gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg;
SFB 619 "Ritualdynamik" – Kulturwissenschaftlicher Sonderforschungsbereich an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Teilprojekt B7: Bühnentanz – Gesellschaftstanz – Tanzmusik – Kunstmusik im Ancien Régime

 

Formalia

Zulassung

Bachelor/Lehramt: Es besteht keine Zulassungsbeschränkung; Informationen zur Immatrikulation finden Sie hier.

Ausländische Studienbewerber

Für ausländische Studienbewerber gelten besondere Regelungen. Informationen erhalten Sie beim Akademischen Auslandsamt der Universität Heidelberg (Seminarstraße 2).

Fächerkombinationen

Die möglichen Fächerkombinationen ergeben sich aus dem Fächerkatalog.

Studien- und Prüfungsordnungen

Zwischenprüfungsordnung: Lehramt
Lehramtsprüfungsordnung (LPO)
Prüfungsordnung Bachelor (vom 15.02.2010)

 

Prüfungsausschuss

Zuständig für Anrechnungs-, Anerkennungs- und Prüfungsfragen ist der jeweilige Prüfungsausschuss, bzw. das Prüfungsamt. Nähere Informationen erhalten Sie bei der betreffenden Fachstudienberatung.

Gebühren

Für ein Studium an der Universität Heidelberg fallen zu Beginn jedes Semesters Gebühren an.

Masterstudiengang

Die Universität Heidelberg bietet den konsekutiven Masterstudiengang Musikwissenschaft an.

 

Fachstudienberatung

Mauro Bertola, Dott.
Augustinergasse 7, Raum 212 (2. Stock)
Do. 14-15 Uhr (Bitte in die Liste an der Bürotür eintragen)
Tel. +49(0)6221 54-2808
E-Mail: mauro.bertola@zegk.uni-heidelberg.de
Internet: http://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/philosophie/zegk/muwi/dozenten/bertola.html

Adrian Kuhl, M.A.
Augustinergasse 7, Raum 205 (2. Stock)
Mi. 14-15 (Bitte in die Liste an der Bürotür eintragen)
Tel. +49(0)6221 54-2785
E-Mail: adrian.kuhl@zegk.uni-heidelberg.de
Internet: http://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/philosophie/zegk/muwi/dozenten/kuhl.html

Dr. Joachim Steinheuer, Akad. Direktor
Augustinergasse 7, Raum 202 (2. Stock)
Di. 17-18 Uhr (nur nach Voranmeldung im Sekretariat des Musikwissenschaftlichen Seminars)
E-Mail: joachim.steinheuer@zegk.uni-heidelberg.de
Internet: http://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/philosophie/zegk/muwi/dozenten/steinheuer.html

 

Kontakt

Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften

Musikwissenschaftliches Seminar
Augustinergasse 7
D-69117 Heidelberg

Sekretariat:
Tel.: +49 (0)6221-54-2782
Fax: +49 (0)6221-54-2787
E-Mail: sekretariat.muwi@zegk.uni-heidelberg.de
Internet: www.musikwissenschaft.uni-hd.de/
Lageplan

Fachschaft:
Internet: http://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/philosophie/zegk/muwi/fachschaft/aktuelles.html
E-Mail: fsmheidelberg@googlemail.com

E-Mail: Seitenbearbeiter
Letzte Änderung: 26.03.2013